Amantius an Camerarius, 12.12.1542

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Amantius, 06.1536Juni 1536 JL
Camerarius an Amantius, 09.09.15359 September 1535 JL
Camerarius an Amantius, 28.06.153528 Juni 1535 JL
 Briefdatum
Camerarius an Amantius, 11.10.155311 Oktober 1553 JL
Camerarius an Amantius, spätestens 15551555 JL
Werksigle OCEp 0335
Zitation Amantius an Camerarius, 12.12.1542, bearbeitet von Manuel Huth und Michael Pöschmann (27.11.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0335
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. S1r-S2v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Bartholomäus Amantius
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1542/12/12
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Pridie Id. Xbris
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Greifswald
Zielort Leipzig
Gedicht? nein
Incipit Ex quo intellexi te Lipsiam cum tota familia
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:HIWI4
Gegengelesen von Benutzer:MH; Benutzer:US
Datumsstempel 27.11.2019
Werksigle OCEp 0335
Zitation Amantius an Camerarius, 12.12.1542, bearbeitet von Manuel Huth und Michael Pöschmann (27.11.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0335
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. S1r-S2v
Fremdbrief? nein
Absender Bartholomäus Amantius
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1542/12/12
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Pridie Id. Xbris
Sprache Latein
Entstehungsort Greifswald
Zielort Leipzig
Gedicht? nein
Incipit Ex quo intellexi te Lipsiam cum tota familia
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Datumsstempel 27.11.2019


Zielort ermittelt.

Regest

Zu spät habe Amantius davon erfahren, dass Camerarius mit seiner Familie nach Leipzig aufgebrochen sei und Tübingen verlassen habe. Gerne hätte er ihm längst schon geschrieben, einerseits um den Freund mahnend an die alte Freundschaft zu erinnern, damit diese nicht aus Entwöhnung vom Schreiben erlösche, andererseits natürlich um zu erfahren, wie es ihm gehe, wie es um seine Gesundheit stehe und ob ihm die Luft im Lande Meißen besser bekomme als die in Schwaben (sc. Tübingen).

Derlei Dinge hätte er ihn (in einem Brief) gefragt, wenn nicht sein Wohnort Greifswald derart abgelegen wäre, dass nicht viele potenzielle Boten dort vorbeikämen. Er war also gezwungen zu schweigen. Nun aber habe sich ihm eine hervorragende Möglichkeit geboten, einen Brief zu schicken, da nämlich der junge Adlige Jakob (unbekannt) zu Camerarius aufbrechen wolle.

Diesem gebe er den Brief mit, der als Kompensation für die lange Schreibpause umso umfangreicher sei. Von Jakob könnten Amantius und Camerarius nun doppelt profitieren: Zum Einen werde Camerarius genug über die Umstände des Amantius erfahren können, denn Jakob sei Rat des Fürsten (Philipp von Pommern) und sitze oft mit Amantius viele Tage in Wolgast zusammen, wo die Residenz des Fürsten und das Konsistorium seien. Zum Anderen werde Jakob Camerarius erklären können, wie er Amantius zurückschreiben könne. Aus diesen Antworten könne Amantius dann endlich Kunde von Camerarius' Gesundheit erhalten, denn er wolle nichts lieber, als dass Camerarius ihm und den schönen Künsten lange und gesund erhalten bleibe. Camerarius' Name sei (in Greifswald) nicht sonderlich bekannt, dafür aber in Rostock umso mehr. Dort habe Amantius viele Werke des Camerarius gefunden und es habe ihm ein gehöriges Ansehen eingebracht, sein Bekannter zu sein. Dies hatte man in Rostock schon vorher aus einigen Proömien erfahren (vgl. Camerarius an Loxan, 18.03.1539). Die Freundschaft mit Camerarius habe sich auch anderen gegenüber schon vielfach als nützlich erwiesen. Dafür sei er Camerarius zu Dank verpflichtet.

In Rostock gebe es nämlich einen Mann namens Petrus Sassus, der viele Jahre in Paris und Italien studiert habe und ein herausragender Förderer der schönen Künste sowie ein Bewunderer des Camerarius sei. Amantius getraue sich kaum zu sagen, wie sehr der Mann ihn lobe. Jedenfalls sei Sassus sehr scharfsinnig und gelehrt und habe Amantius, der häufig in Rostock verweile, oft gebeten, Camerarius zu fragen und zu bitten, ihm einen Brief zu schicken. Amantius selbst erachte ihn der Freundschaft mit Camerarius für würdig, da er ihn derart verehre und beide die gleichen Studien betrieben, denen Petrus in Rostock als einziger und mit aller Kraft nachgehe. Camerarius täte also recht daran, einen Briefwechsel mit ihm zu beginnen. Doch davon genug.

Wortreiche Empfehlung des gelehrten und frommen Überbringers. Er sei besonders beliebt beim Fürsten und habe sich viele Jahre in Italien und Frankreich aufgehalten.

Camerarius solle auf seine Gesundheit achten und überzeugt sein, dass Amantius nichts mehr als diese am Herzen liege.

Grüße an die Ehefrau (Anna).

(Michael Pöschmann)