Bedrott an Camerarius, 04.02.1537

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Bedrott an Camerarius, 31.03.153631 März 1536 JL
 Briefdatum
Bedrott an Camerarius, 01.08.15371 August 1537 JL
Bedrott an Camerarius, 03.07.15383 Juli 1538 JL
Bedrott an Camerarius, 06.12.15386 Dezember 1538 JL
Werksigle OCEp 0254
Zitation Bedrott an Camerarius, 04.02.1537, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Manuel Huth (11.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0254
Besitzende Institution München, BSB
Signatur, Blatt/Seite Clm 10368, Nr. 83
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. H8v-I1v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Jakob Bedrott
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1537/02/04
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Straßburg
Zielort Tübingen
Gedicht? nein
Incipit Prolixius ut ad tuam epistolam modo respondeam
Link zur Handschrift http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00104172-2
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Politische Neuigkeiten; Schmalkaldener Bundestag (1537); Briefe/Redaktionelle Überarbeitung
Handschrift gesehen
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:US; Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 11.12.2019
Werksigle OCEp 0254
Zitation Bedrott an Camerarius, 04.02.1537, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Manuel Huth (11.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0254
Besitzende Institution München, BSB
Signatur, Blatt/Seite Clm 10368, Nr. 83
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. H8v-I1v
Fremdbrief? nein
Absender Jakob Bedrott
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1537/02/04
Datum gesichert? nein
Sprache Latein
Entstehungsort Straßburg
Zielort Tübingen
Gedicht? nein
Incipit Prolixius ut ad tuam epistolam modo respondeam
Link zur Handschrift http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00104172-2
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Politische Neuigkeiten; Schmalkaldener Bundestag (1537); Briefe/Redaktionelle Überarbeitung
Datumsstempel 11.12.2019


Zielort mutmaßlich. Der Brief wurde für den Druck redaktionell überarbeitet.

Hinweise zur Datierung

Im Brief heißt es, (Johannes) Sturm sei in Straßburg angestellt worden. Dies geschah im Jahr 1537, vgl. auch Bedrott an Camerarius, 14.01.1537.

Regest

Bedrott habe wegen des Boten (unbekannt) nicht ausführlicher antworten können, habe aber auch sonst nichts weiter zu schreiben gehabt (quo de scribam, im Druck geändert zu quo describam).

Camerarius' Meinung über die beiden Stellen Lukians werde Bedrott hinnehmen, bis entweder Camerarius oder ein anderer ihm etwas Genaueres mitteilen könne. Der hochgelehrte Camerarius möge diese Unverschämtheit bitte gut auf- und das Hilfsgesuch nicht übel nehmen. Es gebe nur sehr wenige Männer, die Bedrott um Rat fragen könne. Er hoffe, dass es Camerarius keinen Verdruss bereite.

(Johannes) Sturm sei vom Rat (der Stadt Straßburg) für 100 Gulden pro Jahr angestellt worden, um Rhetorik und Dialektik (artes dicendi et disserendi) zu lehren. Sturm habe eine Vorlesung über die Schrift Περὶ Ἑρμηνείας des Aristoteles begonnen und sich dabei als so sorgfältig und gebildet erwiesen, dass man Gott danken müsse. Sturm werde Camerarius seine Meinung über die (Frage der) Nachahmung (Ciceros) mitteilen (s. Anm.). Er habe dies nämlich Bedrott freiwillig angeboten, nun aber in den letzten drei Tagen kein Schreiben verfasst, das Bedrott (bereits) jetzt (zusammen mit seinem Brief) hätte verschicken können. Der junge Mann sei ein großer Anhänger Ciceros. Seine Meinung werde sicherlich nicht stark von der des Camerarius abweichen. Empfehlung desselben. Sturm wolle mit Camerarius Freundschaft schließen. Camerarius könne ihm bei nächster Gelegenheit schreiben, aber vielleicht werde er auch Camerarius zuvorkommen. Grynäus habe vergeblich versucht, den jungen Mann nach Basel zu berufen. Dieser wolle aus bestimmten Gründen lieber hier (in Straßburg) bleiben und werde hoffentlich bald ein besseres Gehalt haben.

Die Neuigkeiten, die Bedrott berichte, gründeten auf Gerüchten, denen man nicht immer trauen könne. Die Soldaten kehrten nach Frankreich zurück, ohne dass sie von jemandem daran gehindert würden. Überall würden Edikte des Kaisers (Karl) und König Ferdinands gegen diese "Karer" (= Treulosen) angebracht, aber kaum jemand lasse sich von ihnen abschrecken. Man habe (in Straßburg) einen durch Einfall ins Elsass und das Territorium des Bischofs (Wilhelm von Hohnstein) durch Gysius (wohl = Claude, Herzog von Guise) gefürchtet. Daher seien alle zu den Waffen gerufen worden, die diesseits der Vogesen wohnten. Aber es sei eine panische (= grundlose) Furcht gewesen. Gleichwohl dürfte es wahrscheinlich sein, dass Gysius bei Gelegenheit das Unrecht rächen werde. Camerarius habe ja gehört, dass man ihn all seines Besitzes beraubt und sogar seine Stadt in Flandern dem Erdboden gleich gemacht habe. Der König von Frankreich, (Franz I., wüte immer noch gegen die sogenannten Lutheraner, heiße es, und er wäre hätte vielleicht zugunsten des römischen Papstes (Paul III.) noch schlimmer gehaust, wenn er nicht die deutschen Söldner gebraucht hätte. Man vermute, dass der Kriegszug, zu dem er sich vorbereite, in die Niederlande führe.

Es folgt ein kurzer Bericht über ein bäuerliches Gelage mit mehreren Todesopfern, das nicht weit von (Straßburg), in einem Dorf des hiesigen Bischofs (Wilhelm von Hohnstein) stattgefunden hatte.

Anbei die von (Adam) Krafft gedruckte Geschichte einer indischen Stadt (Goa?), die von den portugiesischen Piraten erobert wurde (nicht identifiziertes Werk).

Lebewohl.

Grüße von (Johannes) Sturm. Bedrott habe (Nikolaus) Gerbel heute nicht treffen können. (Martin) Bucer sei mit den Gesandten nach Schmalkalden aufgebrochen.

(Martin) Luther, sage man, sei todkrank. In Schlesien, heiße es, sei eine neue Sekte von Leuten enstanden, die sich selbst beschnitten. Falls Camerarius Genaueres wisse, solle er es mitteilen.

(Manuel Huth)

Anmerkungen