Bedrott an Camerarius, 15.06.1539

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Bedrott an Camerarius, 03.07.15383 Juli 1538 JL
 Briefdatum
Bedrott an Camerarius, 29.04.154029 April 1540 JL
Bedrott an Camerarius, 06.07.15406 Juli 1540 JL
Bedrott an Camerarius, 12.07.154012 Juli 1540 JL
Werksigle OCEp 0263
Zitation Bedrott an Camerarius, 15.06.1539, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Manuel Huth (12.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0263
Besitzende Institution München, BSB
Signatur, Blatt/Seite Clm 10368, Nr. 71
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. K1v-K2r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Jakob Bedrott
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1539/06/15
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Jahr (im Druck o.J.); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Straßburg
Zielort Tübingen
Gedicht? nein
Incipit Nae tuum mihi carmen de eclipsi nuper egregie imposuit
Link zur Handschrift http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00104172-2
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Biographisches (Rezeption); Komet 1539 (C/1539 H1); Briefe/Redaktionelle Überarbeitung
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen arithmeticus = eher ein ungenannter Mathematiker; in der Hs. ist davor der Name so erfolgreich durchgestrichen, daß ich ihn nicht lesen kann. Zum folgenden: Gibt es die angesprochene Vorrede des JC? Dann ließe sich die Schrift ja identifizieren. US 11.12.19
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:US; Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 12.12.2019
Werksigle OCEp 0263
Zitation Bedrott an Camerarius, 15.06.1539, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Manuel Huth (12.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0263
Besitzende Institution München, BSB
Signatur, Blatt/Seite Clm 10368, Nr. 71
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. K1v-K2r
Fremdbrief? nein
Absender Jakob Bedrott
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1539/06/15
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Jahr (im Druck o.J.); s. Hinweise zur Datierung
Sprache Latein
Entstehungsort Straßburg
Zielort Tübingen
Gedicht? nein
Incipit Nae tuum mihi carmen de eclipsi nuper egregie imposuit
Link zur Handschrift http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00104172-2
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Biographisches (Rezeption); Komet 1539 (C/1539 H1); Briefe/Redaktionelle Überarbeitung
Datumsstempel 12.12.2019


Zielort mutmaßlich. Der Brief wurde für den Druck redaktionell überarbeitet.

Hinweise zur Datierung

Der Brief wurde im selben Jahr verfasst wie Camerarius, Περὶ τῆς ἡλιακῆς ἐκλείψεως, 1539 und Camerarius, De tractandis equis, 1539.

Regest

Camerarius' Gedicht über die Sonnenfinsternis habe Bedrott neulich ordentlich hinters Licht geführt. Bei seiner Lektüre habe er anfangs nämlich gar nicht auf die Überschrift geachtet und sei dann auf so viele Homer- und Hesiodstellen gestoßen, dass er Camerarius des Diebstahls (plagium / furta tam manifesta) zu verdächtigen begann und Mitleid mit ihm empfand. Aber weil er genau wusste, dass Camerarius zu klug war, als dass er sich blindlings dem Spott irgendwelcher Leute preisgegeben hätte, habe Bedrott auf den Titel geschaut, der Camerarius zum πάρῳδος erklärte, und sich sofort seine Gedankenlosigkeit zum Vorwurf gemacht. Er habe dies an Camerarius geschrieben, damit er darüber lachen könne.

Bedrott habe Johann Oporin geschrieben, er solle darauf achten, Camerarius und (Vincentius) Opsopoeus vollauf zufrieden zu stellen. Soweit Bedrott aus Oporins letztem Brief ersehen konnte, sei dessen Brief an Camerarius nicht zugestellt worden. Oporin habe versprochen, Camerarius bald zu schreiben, was er zwischenzeitlich bestimmt schon getan habe. Bedrott habe sich beim Drucker mit allen Kräften für den arithmeticus (nicht identifiziertes Werk) eingesetzt. Ansonsten werde Camerarius aus dem Brief des Oporin erfahren, zu welchen Konditionen er dieses Büchlein drucken wolle. Camerarius solle wissen, dass sich der Drucker niemals zum Druck überreden hätte lassen, wenn Bedrott ihm nicht versprochen hätte, Camerarius dazu zu bewegen, eine Vorrede dafür zu verfassen, die das Buch empfehle. Weil der Autor kaum bekannt sei und sich nur wenige mit dem Studium dieser Art von Büchern beschäftigten, habe es der Verleger für nötig erachtet, dem Buch größere Bedeutung zu verleihen, insbesondere dadurch, dass sich Camerarius beim Leser dafür verbürge. Camerarius möge der Bitte entsprechen.

(Jacopo) Sadoleto habe gegen ihren Freund (Johannes) Sturm einen Brief herausgegeben. Sturm werde zwar freundlich antworten (= Sturm, Epistolae de dissidiis religionis, 1539), ohne jedoch die Sache zu verraten, dir er mit der Edition seines Büchleins verteidigen wollte, das Sadoleto heftig gekränkt hatte. Einige seien der Meinung, es handle sich bei dem Brief lediglich um eine Fälschung, die unter dem Namen des Sadoleto kursiere. Das scheine Bedrott aber unwahrscheinlich, da Freunde aus Frankreich geschrieben hätten, irgendetwas sei von Sadoleto gegen Sturm herausgegeben worden. Und es gebe noch sehr viele andere Vermutungen.

Zuverlässige Leute hätten Bedrott über einen Kometen geschrieben, der im letzten Monat in Frankreich gen Westen hin gesichtet worden sei.

Vermutlich habe Camerarius schon von dem neuen eleganten und von Fehlern bereinigten Cicero-Druck gehört, der in Paris herausgegeben werde (nicht identifiziert).

Bedrott wolle gern wissen, aus welchem Grund Camerarius in seinem Werk De tractandis equis das "p" in Wörtern wie adem(p)tum, exem(p)tam und com(p)tum ausgelassen habe.

Empfehlung des Überbringers (unbekannt), mit dem Bedrott vor vielen Jahren eng befreundet war und ein Bewunderer des Camerarius sei.

Er mache sich Sorgen um Camerarius' Gesundheit. Sonst habe er nichts zu schreiben. Lebewohl.

(Manuel Huth)