Bording an Camerarius, 01.02.1554

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Chronologisch vorhergehende Briefe
Chronologisch folgende Briefe
kein passender Brief gefunden
 Briefdatum
Camerarius an Bording, 15.10.155515 Oktober 1555 JL
Camerarius an Bording, 1557-03.09.15601557 JL
Werksigle OCEp 0389
Zitation Bording an Camerarius, 01.02.1554, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (02.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0389
Besitzende Institution München, BSB
Signatur, Blatt/Seite Clm 10360, Nr. 282
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. M6v-M7v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Jacob Bording
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1554/02/01
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum cal. Februarii; s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Rostock
Zielort Leipzig
Gedicht? nein
Incipit Verum illud esse experior quod est apud Plutarchum
Link zur Handschrift http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00111091-7
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Korrespondenzbeginn; Briefe/Parallelüberlieferung; Biographisches (Rezeption)
Handschrift gesehen
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:AK
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 2.12.2019
Werksigle OCEp 0389
Zitation Bording an Camerarius, 01.02.1554, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (02.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0389
Besitzende Institution München, BSB
Signatur, Blatt/Seite Clm 10360, Nr. 282
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. M6v-M7v
Fremdbrief? nein
Absender Jacob Bording
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1554/02/01
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum cal. Februarii; s. Hinweise zur Datierung
Sprache Latein
Entstehungsort Rostock
Zielort Leipzig
Gedicht? nein
Incipit Verum illud esse experior quod est apud Plutarchum
Link zur Handschrift http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00111091-7
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Korrespondenzbeginn; Briefe/Parallelüberlieferung; Biographisches (Rezeption)
Datumsstempel 2.12.2019


Hinweise zur Datierung

Datum gesichert (durch handschriftliches Original sowie durch den Verweis auf einen Brief Melanchthons vom Januar 1554 (s. Anmerkungen)).

Regest

Bording bemerke nun, wie wahr jenes Zitat bei Plutarch sei: Man teile sich unter Freunden nicht nur den Besitz, sondern auch die Freunde (vgl. Plut. de frat. amor. 490e). Seit gar nicht so langer Zeit verbinde ihn eine Freundschaft mit Philipp Melanchthon und er habe geglaubt, mit dessen Zuneigung zufrieden sein zu können. Aber jener habe ihm nun auch noch das Wohlwollen von Camerarius verschafft. Denn so stehe es in einem Brief Melanchthons (s. Anm.): "Bitte schreibe etwas an Camerarius. Er schätzt dich bereits aufgrund meiner lobenden Empfehlung." Er freue sich über alles, was ihm durch die Freundschaft mit Melanchthon zuteil werde, aber in diesem Fall sei sie auch vorteilhaft, da er mit Camerarius einen weiteren Freund dazugewinne, dessen Gelehrsamkeit über die Landesgrenzen hinaus bewundert werde und dessen Ausdrucksweise selbst von den (zeitgenössischen) Griechen geschätzt werde.

(Wohl als neckische Erpressung gemeint:) Wenn Camerarius aber nichts von ihm wissen wolle, bewahre er Melanchthons Brief auf, um diese Schuld in Zukunft einzufordern (wohl gemeint: da Melanchthon ihm ja Camerarius' Zuneigung zugesagt habe) - obwohl er glaube, dass das nicht notwendig sei, da er Camerarius' Freundlichkeit kenne, die ihm freiwillig mehr geben werde, als er fordern könnte. Er bitte Camerarius nur darum, ihn als den würdigen Freund anzusehen, für den Camerarius ihn laut Melanchthon schon halte, und zwar eher wegen seiner eigenen Zuneigung und Bemühungen um ihn als wegen Melanchthons Empfehlung.

Was Melanchthon Camerarius über ihn erzählt habe, wisse er nicht, er fürchte aber, dass er aufgrund seiner Zuneigung eine hohe Erwartung bei Camerarius geweckt habe, die er nicht so leicht einhalten könne. Er müsse gestehen, dass er über wenig Talent und Bildung verfüge, aber die Begabten und Gelehrten sehr bewundere. Das hätte er ihm persönlich in Leipzig bewiesen, als er mit Andreas Mylius, Camerarius' ehemaligem Schüler, dort gewesen sei, wenn er ihn hätte persönlich treffen können.

Wenn Camerarius glaube, dass ihre gemeinsamen Interessen für eine enge Freundschaft nicht genügten und sie in ihren religiösen Ansichten übereinstimmen müssten, so versichere er, dass er sich vom papistischen Aberglauben, dem er einst angehangen habe, befreit und Frankreich und seine Heimat Antwerpen verlassen habe und nun der Kirche angehöre, in der das wahre Evangelium über Jesus Christus verkündet werde und die auch sie (vos; wohl Camerarius und Melanchthon) in ihren Schriften sehr unterstützten. Er sei sich sicher, dass er ihre Freundschaft in dieser schicksalhaften und schweren Zeit mit Gottes Hilfe aufrecht erhalten werde bis zu seinem letzten Atemzug.

Was die übrigen Freundschaftspflichten angelange, so werde er es, obwohl sie weit voneinander entfernt wohnten und er nur wenig für Camerarius tun könne, niemals an Bemühungen um ihn und an aufmerksamen Wohlwollen fehlen lassen. Durch seine Briefe, möchten sie auch unpassend sein, werde er ihn manchmal besuchen und ihn darum bitten, damit zufrieden zu sein oder Melanchthon zu beschuldigen, dass er ihn dazu aufgefordert habe, an Camerarius zu schreiben.

Lebewohl.

Grüße von Johannes Draconites, der einst als sehr enger Freund in derselben Stadt wie Camerarius (wohl Wittenberg, 1551) gelebt habe und nun in derselben Stadt wie Bording wohne (Rostock).

(Anne Kram)

Anmerkungen

  • „in einem Brief Melanchthons“: Melanchthon an Bording, 18.01.1554 (= MBW, Nr. 7068).

Literatur und weiterführende Links