Camerarius, Εἰς θεολογικοὺς τόπους Φιλίππου Μελάγχθονος, 1568 (1535)

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Opus Camerarii
Werksigle OC 0813
Zitation Εἰς θεολογικοὺς τόπους Φιλίππου Μελάγχθονος, bearbeitet von Jochen Schultheiß (23.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0813
Name Joachim Camerarius I.
Status Verfasser
Sprache Griechisch
Werktitel Εἰς θεολογικοὺς τόπους Φιλίππου Μελάγχθονος
Kurzbeschreibung Geplantes Begleitepigramm einer Neuauflage von Melanchthons "Loci".
Erstnachweis 1568
Bemerkungen zum Erstnachweis Der Erstnachweis gibt die Zeit des Erstdrucks an. Das Gedicht ist vermutlich jedoch viel früher, nämlich unmittelbar auf Melanchthons Aufforderung vom 11. März 1535 hin entstanden, Camerarius möge ein griechisches Epigramm für eine Neuauflage der "Loci" verfertigen (siehe unten zum Entstehungskontext).
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn)
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende)
Schlagworte / Register
Paratext zu
Paratext? nein
Paratext zu
Überliefert in
Druck Camerarius, Epistolae doctorum, 1568, Bl. S2r
Erstdruck in
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck
Carmen
Gedicht? ja
geehrte Person Philipp Melanchthon
Incipit Πολλὰ θεοῤῥήτοιο θελήματος ἄλλ' ὑπὸ πολλῶν
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Folgende Handschriften und gedruckte Fremdwerke beeinflussten/bildeten die Grundlage für dieses Werk
Bearbeitungsstand
Überprüft am Original überprüft
Bearbeitungsstand korrigiert
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:JS
Gegengelesen von
Bearbeitungsdatum 23.03.2020
Opus Camerarii
Werksigle OC 0813
Zitation Εἰς θεολογικοὺς τόπους Φιλίππου Μελάγχθονος, bearbeitet von Jochen Schultheiß (23.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0813
Name Joachim Camerarius I.


Sprache Griechisch
Werktitel Εἰς θεολογικοὺς τόπους Φιλίππου Μελάγχθονος
Kurzbeschreibung Geplantes Begleitepigramm einer Neuauflage von Melanchthons "Loci".
Erstnachweis 1568
Bemerkungen zum Erstnachweis Der Erstnachweis gibt die Zeit des Erstdrucks an. Das Gedicht ist vermutlich jedoch viel früher, nämlich unmittelbar auf Melanchthons Aufforderung vom 11. März 1535 hin entstanden, Camerarius möge ein griechisches Epigramm für eine Neuauflage der "Loci" verfertigen (siehe unten zum Entstehungskontext).



Paratext zu
Paratext? nein
Überliefert in
Druck Camerarius, Epistolae doctorum, 1568, Bl. S2r
Carmen
Gedicht? ja
geehrte Person Philipp Melanchthon
Incipit Πολλὰ θεοῤῥήτοιο θελήματος ἄλλ' ὑπὸ πολλῶν
Bearbeitungsdatum 23.03.2020


Widmung und Entstehungskontext

In einem Brief vom 11. März 1535 teilt Melanchthon Camerarius mit, dass er eine Neuauflage der "Loci" plane und fordert ihn dazu auf, hierfür ein griechisches Epigramm zu verfassen (MBW – Regesten online, Nr. 1551). Die "Loci communes" wurden erstmals 1521 und in Überarbeitungen 1535, 1543 und 1559 herausgegeben. Der Ausgabe der "Loci communes" von 1535 ist in der Tat ein schlichtes, zwei Distichen umfassendes Epigramm in griechischer Sprache ohne Angabe eines Verfassernamens vorangestellt. Dieses Gedicht ist jedoch nicht mit dem des Camerarius identisch. Vermutlich ist hier dieselbe Situation eingetreten wie auch bei einer Neuauflage des Danielkommentars von 1543 (vgl. hierzu die Ausführungen zum Entstehungskontext von Camerarius, Περὶ τῆς ἐξηγήσεως Δανιηλοῦ, 1543). Hierfür hat Melanchthon ebenfalls bei Camerarius um ein griechisches Epigramm angefragt. Letztlich ist jedoch auch in diesem Druck zunächst ein Epigramm ohne eigene Verfasserangabe abgedruckt worden. Stefan Rhein (vgl. Rhein 1987, S. 218-225; insbesondere S. 219) gelangte zu der plausiblen Vermutung, dass Camerarius nicht im geforderten Zeitrahmen lieferte und dass deshalb Melanchthon selbst ein kurzes Gedicht verfertigen musste. Es ist nun eine durchaus naheliegende Hypothese, dass auch in dem vorliegenden Fall Camerarius sein Gedicht zu spät fertigstellte und es deshalb nicht mehr seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt werden konnte. Mit derselben Bitte nach einem Epigramm für eine Neuauflage der "Loci communes" wendet sich Melanchthon am 01.10.1544 nochmals an Camerarius (MBW – Regesten online, Nr. 3697). Der Wittenberger teilt mit, dass der Druck noch vor der Messe in Leipzig erscheinen solle. Tags darauf wiederholt er seine Aufforderung (MBW – Regesten online, Nr. 3698). Jedoch findet sich das Camerarius-Epigramm auch nicht in den beiden lateinischen Ausgaben von 1544 (Frankfurt/Main: Braubach, Peter, hier noch dasselbe griechische Epigramm auf dem Titelblatt wie in der Ausgabe von 1535; Wittenberg: Seitz, Peter d.Ä., ohne griechisches Epigramm). In seinem Brief vom 1. Oktober gibt Melanchthon genaue Anweisungen, wie das Gedicht aussehen solle, das er von Camerarius erwarte: das griechische Epigramm solle 8 oder 10 Verse umfassen (epigramma Graecum octo aut decem versuum). Es solle jedoch nicht zu einem Lob auf Melanchthon ausarten (sine mea laudatione). Vielmehr solle es eine allgemeine Ermunterung enthalten, sich die Lehre Christi anzueignen (continens adhortationem καὶ παραίνεσιν communem ad discendam doctrinam Christi). Ferner solle es die "Kyklopen" tadeln, die diese Studien verschmähen (vituperans Κύκλωπας, qui contemnunt haec studia). Diesen Anforderungen entspricht das vorliegende Epigramm des Camerarius eher nicht. Deshalb ist es wohl kaum von diesem späteren Brief Melanchthons angeregt worden.

Aufbau und Inhalt

Der Titel "Εἰς θεολογικοὺς τόπους Φιλίππου Μελάγχθονος" kündigt an, dass das Epigramm als ein Begleitgedicht zu Melanchthons "Loci comunes rerum theologicarum" konzipiert ist (Anm. 1). Groß sei die Anzahl der von göttlichem Willen zeugenden Schriften, die über die Worte Gottes ausgearbeitet worden seien, groß sei aber auch die Menge derer, die sie verfasst haben (vv. 1-2). Da nun aber Philipp (all) dies in einem (Werk) vereint niedergeschrieben habe und an die Stelle von so Vielem nur Weniges und Kluges gesetzt habe, solle nun niemand mehr sein Geld für andere Bücher aufwenden (v. 3-5). Durch dieses einzige allein sei es nämlich möglich, alles zusammen zu erfassen (v. 6).

Überlieferung

Camerarius hat das Gedicht, das nicht in dem ursprünglich geplanten Kontext veröffentlicht werden konnte, in seine Briefsammlung von 1568 aufgenommen. Die Tatsache, dass er es in die Briefsammlung aufnahm, spricht dafür, dass es immerhin zu einer Zusendung des Epigramms an Melanchthon gekommen ist.