Camerarius, Περὶ τῶν πινακικῶν ἐκθέσεων, 1551

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Opus Camerarii
Werksigle OC 0528
Zitation Περὶ τῶν πινακικῶν ἐκθέσεων καὶ ἀστρονομικῆς πραγματείας Ἐράσμου τοῦ Ῥαϊνόλδου, πρὸς τοὺς ἐντυγχάνοντας, bearbeitet von Jochen Walter und Marion Gindhart (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0528
Name Joachim Camerarius I.
Status Verfasser
Sprache Griechisch
Werktitel Περὶ τῶν πινακικῶν ἐκθέσεων καὶ ἀστρονομικῆς πραγματείας Ἐράσμου τοῦ Ῥαϊνόλδου, πρὸς τοὺς ἐντυγχάνοντας
Kurzbeschreibung Das Begleitepigramm bewirbt in acht elegischen Distichen die "Prutenicae tabulae" Erasmus Reinholds als monumentales Unterfangen, das vergleichbar sei mit den Mühen des Atlas und den Arbeiten des Herakles und das alle vorhergehenden Tafelwerke (die Camerarius immer wieder kritisiert) an Exaktheit übertreffe.
Erstnachweis 1551
Bemerkungen zum Erstnachweis Der Widmungsbrief des Druckes an Albrecht von Preußen datiert auf den 18. Juli 1551.
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn) 1551/07/18
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende) 1551/08/01
Schlagworte / Register Tafelwerke; Begleitepigramm; Astronomie; Epigramm
Paratext zu
Paratext? ja
Paratext zu Reinhold, Prutenicae tabulae, 1551
Überliefert in
Druck Reinhold, Prutenicae tabulae, 1551; Reinhold, Prutenicae tabulae, 1562; Reinhold, Prutenicae tabulae, 1571; Reinhold, Prutenicae tabulae, 1585
Erstdruck in Reinhold, Prutenicae tabulae, 1551
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. β1v
Carmen
Gedicht? ja
geehrte Person Erasmus Reinhold
Incipit Ἐνθάδ’ ὑποστήσας πόνον ἀτλάντειον Ἐράσμος
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Folgende Handschriften und gedruckte Fremdwerke beeinflussten/bildeten die Grundlage für dieses Werk
Bearbeitungsstand
Überprüft am Original überprüft
Bearbeitungsstand korrigiert
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:JW; Benutzer:MG
Gegengelesen von
Bearbeitungsdatum 4.02.2020
Opus Camerarii
Werksigle OC 0528
Zitation Περὶ τῶν πινακικῶν ἐκθέσεων καὶ ἀστρονομικῆς πραγματείας Ἐράσμου τοῦ Ῥαϊνόλδου, πρὸς τοὺς ἐντυγχάνοντας, bearbeitet von Jochen Walter und Marion Gindhart (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0528
Name Joachim Camerarius I.


Sprache Griechisch
Werktitel Περὶ τῶν πινακικῶν ἐκθέσεων καὶ ἀστρονομικῆς πραγματείας Ἐράσμου τοῦ Ῥαϊνόλδου, πρὸς τοὺς ἐντυγχάνοντας
Kurzbeschreibung Das Begleitepigramm bewirbt in acht elegischen Distichen die "Prutenicae tabulae" Erasmus Reinholds als monumentales Unterfangen, das vergleichbar sei mit den Mühen des Atlas und den Arbeiten des Herakles und das alle vorhergehenden Tafelwerke (die Camerarius immer wieder kritisiert) an Exaktheit übertreffe.
Erstnachweis 1551
Bemerkungen zum Erstnachweis Der Widmungsbrief des Druckes an Albrecht von Preußen datiert auf den 18. Juli 1551.
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn) 1551/07/18
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende) 1551/08/01
Schlagworte / Register Tafelwerke; Begleitepigramm; Astronomie; Epigramm
Paratext zu
Paratext? ja
Paratext zu Reinhold, Prutenicae tabulae, 1551
Überliefert in
Druck Reinhold, Prutenicae tabulae, 1551; Reinhold, Prutenicae tabulae, 1562; Reinhold, Prutenicae tabulae, 1571; Reinhold, Prutenicae tabulae, 1585
Carmen
Gedicht? ja
geehrte Person Erasmus Reinhold
Incipit Ἐνθάδ’ ὑποστήσας πόνον ἀτλάντειον Ἐράσμος
Bearbeitungsdatum 4.02.2020


Aufbau und Inhalt

Das Begleitepigramm bewirbt in acht elegischen Distichen die "Prutenicae tabulae" Erasmus Reinholds. In der ersten Hälfte (vv. 1-8) des Gedichtes stehen Reinhold, seine Leistung und sein hier vorliegendes Tafelwerk im Vordergrund, in der zweiten Hälfte (vv. 9-16) mehr der Appell an den Leser und potentiellen Käufer.
Im ersten Distichenpaar nennt Camerarius Reinhold, parallelisiert dessen Leistung mit der des Atlas und des Herkules und gibt den Inhalt des Werkes an. Das zweite Distichenpaar kündigt an, dass ein der Mathematik einigermaßen kundiger Leser die raumzeitlichen Gegebenheiten der Himmelsbewegungen erkennen wird. Im dritten Distichenpaar wird der Leser direkt angesprochen (v. 9: σύ): Die vorliegenden Seiten seien nicht mit denen früherer Tafelwerke zu vergleichen, da diese (die vorliegenden) der Wahrheit näher kämen. Der werbende Charakter des Gedichtes wird im letzten Distichenpaar noch weiter forciert: Wer das vorliegende Werk gelesen habe, werde einsehen, dass es halte, was Camerarius verspreche, und Reinhold dafür danken. Das letzte Distichenpaar läuft schließlich darauf hinaus, dass der Leser vor eine Wahl gestellt wird: Entweder kauft er das Buch und erweist sich dadurch als Freund der "Himmelsmuse" oder er kauft das Buch nicht und offenbart dadurch eine an König Midas heranreichende Kombination von Torheit und Geiz.

(Jochen Walter)

Transkription

Περὶ τῶν πινακικῶν ἐκθέσεων καὶ ἀστρονομικῆς πραγματείας Ἐράσμου τοῦ Ῥαϊνόλδου, πρὸς τοὺς ἐντυγχάνοντας.

Ἐνθάδ’ ὑποστήσας πόνον ἀτλάντειον Ἐράσμος

ἤ χ’, ὅσ’ ἔρεξε παθὼν Ἀμφιτρυωνιάδης,

οὐρανὸν εἰδυίαις περιείληφεν πραπίδεσσι,

σφαιράων ξυνελὼν ῥόμβον ἐλισσομένων.

ἔνθεν τῆς τέχνης ἐπὶ ἴστωρ ἠρέμ’ ἀριθμῶν

γνώσεται ἀενάου πείρατ’ ἄληκτα χρόνου.

γραπτούς τ’ αἰθερίων ταῖσδ’ ἐν δέλτοισι νοήσει

ἀστροθέτους γύρων πουλυπτύχων κανόνας.

ἀλλὰ σὺ μὴ παρὰ τὰς πρότερον τασδὶ παραβάλλου,

πουλυμαθεῖς καὐτὰς καίπερ ἔχων σελίδας,

oὗτος γὰρ κάματος πολὺ φέρτερος ἔστιν ἐκείνων,

καὶ γὰρ ἀληθείης ἔγγυθι μᾶλλον ἔβη.

αὐτὸ δὲ δείξει πρᾶγμα, καὶ εἴσεται εἴ τις ἀνέγνω,

σοί τ’ ἐρέει τούτων οὕνεκ’ Ἐράσμε, χάριν.

ὧδ’ ἐρέει φίλος ὠρανίης τις ἐὼν ἄρα Μούσης,

χρυσομανοῦς δ’ ἄλλοι χρήμαθ ἕλοιντο Φρυγός.

(Jochen Walter)

Anmerkungen

Akzente werden unregelmäßig gesetzt, so ist beispielsweise die gräzisierte Form des Eigennamens "Erasmus" in der Überschrift Paroxytonon, in v. 1 und v. 14 dagegen Oxytonon (in der Transkription vereinheitlicht). Die Form Ραϊνολδου entbehrt im Druck sowohl des Spiritus als auch eines Akzentes (ergänzt). Das Wort γύρων ist im Druck Perispomenon (korrigiert). Das erste Wort von v. 9 ist im Druck Paroxytonon, obwohl die Adjunktion gemeint sein dürfte (korrigiert). Das Wort πρᾶγμα (v. 13) ist im Druck ebenfalls Paroxytonon (korrigiert).
An der Interpunktion fällt auf, dass am Ende von v. 6 ein Punkt steht, obwohl der Satz mit der zu τ’ elidierten Partikel τε fortgeführt wird. Dagegen 'fehlt' in v. 14 vor dem Vokativ Ἐράασμε ein aus heutiger Sicht zu erwartendes Komma.
An zwei Stellen weicht die Transkription auch, was die Buchstaben selbst angeht, von dem im Druck greifbaren Befund ab: Im letzten Wort von v. 3 steht im Druck ein überflüssiges Omikron (πραπίδεσσοι). In v. 14 steht im Druck eindeutig (aber wenig sinnvoll) der Nominativ χάρις.
Auffällig ist außerdem, dass in v. 8 in πουλυπτύχων die zweite Silbe offenbar kurz gemessen werden soll, obwohl die Buchstabenkombination πτ eigentlich eine Positionslänge hervorrufen müsste.

(Jochen Walter)