Camerarius, Capita sacrosanctae fidei, 1525

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Opus Camerarii
Werksigle OC 0007
Zitation Capita sacrosanctae fidei, bearbeitet von Jochen Schultheiß (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0007
Name Joachim Camerarius I.
Status Verfasser
Sprache Griechisch
Werktitel Capita sacrosanctae fidei
Kurzbeschreibung Die "Capita sacrosanctae fidei" stellen einen Katechismus in Versform dar. Die Schrift intendiert zum einen die Vermittlung theologischer Inhalte und soll den Glauben der Schüler festigen. Zum anderen wird diese Zielsetzung jedoch durch die Kontextualisierung in einer Sammlung paganer und christlicher Texte für den Sprachunterricht der primären Funktion einer Unterweisung in der Dichtersprache untergeordnet.
Erstnachweis 1525
Bemerkungen zum Erstnachweis Gesichert (Titelblatt)
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn)
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende)
Schlagworte / Register Pädagogik; Didaktische Dichtung; Katechese; Elementarunterricht; Marienverehrung; Werkgerechtigkeit
Paratext zu
Paratext? nein
Paratext zu
Überliefert in
Druck Melanchthon, Institutio puerilis literarum Graecarum, 1525
Erstdruck in Melanchthon, Institutio puerilis literarum Graecarum, 1525
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. Bb3r-Cc1v
Carmen
Gedicht? ja
Incipit Δεῦτε φίλοι παῖδες θείων ἀδαήμονες ἔργων
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Folgende Handschriften und gedruckte Fremdwerke beeinflussten/bildeten die Grundlage für dieses Werk
Bearbeitungsstand
Überprüft am Original überprüft
Bearbeitungsstand korrigiert
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:JS
Gegengelesen von
Bearbeitungsdatum 17.12.2019
Opus Camerarii
Werksigle OC 0007
Zitation Capita sacrosanctae fidei, bearbeitet von Jochen Schultheiß (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0007
Name Joachim Camerarius I.


Sprache Griechisch
Werktitel Capita sacrosanctae fidei
Kurzbeschreibung Die "Capita sacrosanctae fidei" stellen einen Katechismus in Versform dar. Die Schrift intendiert zum einen die Vermittlung theologischer Inhalte und soll den Glauben der Schüler festigen. Zum anderen wird diese Zielsetzung jedoch durch die Kontextualisierung in einer Sammlung paganer und christlicher Texte für den Sprachunterricht der primären Funktion einer Unterweisung in der Dichtersprache untergeordnet.
Erstnachweis 1525
Bemerkungen zum Erstnachweis Gesichert (Titelblatt)


Schlagworte / Register Pädagogik; Didaktische Dichtung; Katechese; Elementarunterricht; Marienverehrung; Werkgerechtigkeit
Paratext zu
Paratext? nein
Überliefert in
Druck Melanchthon, Institutio puerilis literarum Graecarum, 1525
Carmen
Gedicht? ja
Incipit Δεῦτε φίλοι παῖδες θείων ἀδαήμονες ἔργων
Bearbeitungsdatum 17.12.2019


Widmung und Entstehungskontext

Die "Capita sacrosanctae fidei" stellen ein Gedicht dar, das in das von Philipp Melanchthon verfasste Lehrwerk "Institutio puerilis literarum Graecarum" eingefügt ist. Dieses Lehrbuch bildet eine Sammlung von griechischen Lesetexten aus der christlichen und der paganen Tradition (insbesondere Bibeltexte und eine Auswahl aus der altgriechischen Dichtung). Aufgrund dieses Überlieferungszusammenhangs wurden die "Capita sacrosanctae fidei" lange unhinterfragt dem Wittenberger Theologen und Bildungsreformer zugeschrieben. Das Gedicht aus dem Jahr 1525 stellt jedoch, wie Jochen Walter überzeugend aufzeigen konnte, eine Frühfassung der 1545 erschienenen "Κεφάλαια Χριστιανισμοῦ" des Joachim Camerarius dar. Der frühere Text wurde dabei jedoch überarbeitet und deutlich erweitert. So umfassen die "Κεφάλαια Χριστιανισμοῦ" 222 Verse, lediglich 131 Verse hingegen die "Capita sacrosanctae fidei". Die enge Interdependenz zwischen den beiden Werken belegen zahlreiche wörtliche Überschneidungen, die auch längere Passagen umfassen können. Die Vermutung, dass Melanchthon einen von ihm verfertigten älteren Text Camerarius überlassen haben könnte, damit er ihn erweitern könne, ist kaum plausibel. Für eine Autorschaft des Camerarius spricht zusätzlich zu Walters Argumenten die Tatsache, dass sich Melanchthon in seiner poetischen Praxis eher als ein Dichter der kleinen Formen erweist (freundlicher Hinweis von Stefan Rhein).

Aufbau und Inhalt

Versmaß ist der Hexameter. Das Proömium gibt die katechetische Intention des Werkes deutlich zu erkennen. Als Adressaten werden Kinder und Jugendliche angesprochen, die sich ein theologisches Grundwissen aneignen sollen. Vokabular und Morphologie sind insbesondere von der homerischen Dichtersprache, aber auch von Apollonios von Rhodos oder Bakchylides geprägt. Die Vorstellung von Gott als Steuermann kann auf die spezifisch im römischen politischen Diskurs beliebte Schiffsmetaphorik zurückgeführt werden. Dass der Steuermann nicht einschläft, erinnert an die Palinurus-Episode in Vergils "Aeneis". (Zur Intertextualität vgl. Walter 2017, S. 34-38).
Spezifisch reformatorisches Gedankengut zeigen die nicht in einem mariologischen Kontext erfolgende Verwendung von θειότοκος (v. 45) und die Ablehnung der Werkgerechtigkeit (vv. 71-72) (vgl. Walter 2017, S. 39-40).
Die mit dem Werk verfolgte Intention dürfte darin bestanden haben, den Sprachunterricht als primäres Ziel mit einer "Wiederholung grundlegender christlicher Theologumena" (Walter 2017, S. 42) zu vereinen.

Überlieferung

Überliefert ist das Werk im Kontext von Melanchthons "Institutio puerilis literarum Graecarum". Diese erlebt jedoch keine Neuauflage. Stattdessen erfolgt die Wiederaufnahme, Überarbeitung und Erweiterung des Textes unter eindeutiger Zuschreibung der Autorschaft an Camerarius in den "Κεφάλαια Χριστιανισμοῦ" von 1545.

Forschungsliteratur

Edition:

  • Corpus Reformatorum XX, S. 185-188 (unter Zuschreibung an Melanchthon).
  • Walter 2017, S. 43-51 (unter Zuschreibung an Camerarius).

Sekundärliteratur: