Camerarius, Ioachimus Camerarius lectori. Hunc libellum (Inc.), 1552

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Opus Camerarii
Werksigle OC 0561
Zitation Ioachimus Camerarius lectori., bearbeitet von Jochen Schultheiß (03.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0561
Name Joachim Camerarius I.
Status Verfasser
Sprache Latein
Werktitel Ioachimus Camerarius lectori.
Kurzbeschreibung Als Widmungsbrief an den Leser gestaltetes Proömium. Camerarius legt hierin die Werkgenese der "Grammatica Latina" dar.
Erstnachweis 1552/04/13
Bemerkungen zum Erstnachweis Datierung des als Widmungsbrief gestalteten Proöms: Id(ibus) April(is) anno Christi Iesu M.D.LII
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn)
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende)
Schlagworte / Register Prooemium; Werkgenese
Paratext zu
Paratext? ja
Paratext zu Melanchthon, Grammatica Latina, 1552
Überliefert in
Druck Melanchthon, Grammatica Latina, 1552; Melanchthon, Grammatica Latina, 1555; Melanchthon, Grammatica Latina, 1558; Melanchthon, Grammatica Latina, 1560b; Melanchthon, Grammatica Latina, 1563a; Melanchthon, Grammatica Latina, 1564a; Melanchthon, Grammatica Latina, 1571; Melanchthon, Grammatica Latina, 1571a.
Erstdruck in Melanchthon, Grammatica Latina, 1555
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. A2v-A4v
Carmen
Gedicht? nein
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Folgende Handschriften und gedruckte Fremdwerke beeinflussten/bildeten die Grundlage für dieses Werk
Bearbeitungsstand
Überprüft am Original überprüft
Bearbeitungsstand korrigiert
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:JS
Gegengelesen von
Bearbeitungsdatum 3.02.2020
Opus Camerarii
Werksigle OC 0561
Zitation Ioachimus Camerarius lectori., bearbeitet von Jochen Schultheiß (03.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0561
Name Joachim Camerarius I.


Sprache Latein
Werktitel Ioachimus Camerarius lectori.
Kurzbeschreibung Als Widmungsbrief an den Leser gestaltetes Proömium. Camerarius legt hierin die Werkgenese der "Grammatica Latina" dar.
Erstnachweis 1552/04/13
Bemerkungen zum Erstnachweis Datierung des als Widmungsbrief gestalteten Proöms: Id(ibus) April(is) anno Christi Iesu M.D.LII


Schlagworte / Register Prooemium; Werkgenese
Paratext zu
Paratext? ja
Paratext zu Melanchthon, Grammatica Latina, 1552
Überliefert in
Druck Melanchthon, Grammatica Latina, 1552; Melanchthon, Grammatica Latina, 1555; Melanchthon, Grammatica Latina, 1558; Melanchthon, Grammatica Latina, 1560b; Melanchthon, Grammatica Latina, 1563a; Melanchthon, Grammatica Latina, 1564a; Melanchthon, Grammatica Latina, 1571; Melanchthon, Grammatica Latina, 1571a.
Carmen
Gedicht? nein
Bearbeitungsdatum 3.02.2020


Aufbau und Inhalt

Camerarius gibt vorab einen Überblick über die Genese der "Grammatica Latina" (A2v): Sie sei von Philipp Melanchthon verfasst worden, dann habe sie Jakob Micyllus an vielen Stellen vermehrt und wieder vereinheitlicht (multis in locis auctum et quasi reconcinnatum). Es habe allerdings noch an Verweisen (indicatio) gefehlt, sei es auf Autoren lateinischer Sprache, sei es auf andere, die sich mit bestimmten Themen ausführlicher beschäftigt haben. Dies sei nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer von Nutzen, da ihnen das, was sie vermitteln müssen, auch besser bekannt sein muss (A3r).
Bei der Erreichung dieses Zieles waren Camerarius zwei Lehrer seiner eigenen Universität behilflich, Philipp Bech und Johannes Baptist Schenk. Nach Worten des Lobs über die Leistung der beiden äußert Camerarius dann aber auch Kritik. Schenk sei mit höchster Sorgfalt vorgegangen, hätte dabei aber vieles auch zu subtil behandelt. Damit habe er allzu sehr der Trägheit entgegenkommen wollen. Deshalb habe Camerarius korrigierend eingreifen müssen (A3v).
Es habe auch eine Behandlung der Rechtschreibung gefehlt. Diese habe er nun hinzugefügt, hätte dabei aber mehr Hinweise als Erklärungen gegeben. Als der Verleger Valentin Bapst das Werk entgegengenommen habe, habe Camerarius gewollt, dass es mit einem Privileg versehen würde, damit es andere nicht nachdrucken könnten. Die Einholung des Privilegs sei mit Einwilligung des Autors geschehen.

Dem als Brief an den Leser gestalteten Proömium hängt ein mit Idem überschriebener Zusatz an. In diesem gibt Camerarius die bereits zuvor thematisierte Erklärung ab, dass er der Autor sei, dass ein kaiserliches Privileg auf dem Druck liege und somit die Rechte an dem Werk bei ihm lägen.

Überlieferung

Im Druck bei Oporinus von 1560 ist diese Widmungsvorrede neu datiert: Lipsiae, Idibus April. Anno Christi Iesu M.D.LX. Wie aus einem Brief Oporins an Camerarius vom 29. Mai 1560 deutlich wird, drängte der Basler Drucker Camerarius zu einer Neuformulierung (Text, Übersetzung und Anmerkungen zu dem Brief bei Steinmann 1969, S. 160-162). Oporinus bittet Camerarius am Anfang und Ende des Briefes einiges zu ändern, und zwar dahingehend, dass er nicht mehr an den Leser, sondern an Oporinus gerichtet ist. Damit würde er ihm das Recht einräumen, das Buch zukünftig an Schulen zu vertreiben. Oporinus weist Camerarius darauf hin, dass dieser durch seine Überarbeitungen und Ergänzungen, insbesondere durch den Traktat zur Orthographie, auch seinen eigenen Anteil (und somit seine Rechte) an dem Werk habe. Oporinus gibt auch den Grund für seine Bitte an. Die Erben Egenolphs meldeten Ansprüche auf ein ausschließliches Druckrecht an. Hiergegen wolle sich Oporinus durch diese Veränderung im Widmungsbrief an die Leser sowie durch die Hinzufügung des kaiserlichen Privilegs, das Camerarius für alle seine Werke besitze, in Schutz nehmen. Gerade dieses Werk, das für die Schule so nützlich sei und das von so vielen Gelehrten zusammengestellt und vereinheitlicht worden sei, wolle sich Oporinus nicht nehmen lassen. Mögen es auch andere drucken, ihm jedoch das Recht dazu nehmen sollen sie nicht. Das Privileg ist dem Druck beigegeben, zu einer Änderung des Widmungsbriefes an den Leser ist über eine Aktualisierung des Datums hinaus nicht gekommen.