Camerarius, Lectori. Si qui forte leges (Inc.), 1532

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Opus Camerarii
Werksigle OC 0118
Zitation Lectori. Si qui forte leges Germanae audacia dextrae (Inc.), bearbeitet von Jochen Schultheiß (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0118
Name Joachim Camerarius I.
Status Verfasser
Sprache Latein
Werktitel Lectori. Si qui forte leges Germanae audacia dextrae (Inc.)
Kurzbeschreibung Der als Io(achimus) gekennzeichnete Übersetzer bittet den Leser um Nachsicht bei möglichen Fehlern und verweist auf die Neuheit seines Unternehmens.
Erstnachweis 1532
Bemerkungen zum Erstnachweis Datierung nach dem Erstdruck
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn) 1532/06/01
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende) 1532/08/31
Schlagworte / Register Widmungsgedicht; Übersetzungstheorie
Paratext zu
Paratext? ja
Paratext zu Camerarius, Alberti Dureri De symmetria (lat.), 1532
Überliefert in
Druck Dürer, De symmetria partium in rectis formis humanorum corporum, 1532
Erstdruck in Dürer, De symmetria partium in rectis formis humanorum corporum, 1532
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. A1r
Carmen
Gedicht? ja
Incipit Si qui forte leges Germanae audacia dextrae
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Folgende Handschriften und gedruckte Fremdwerke beeinflussten/bildeten die Grundlage für dieses Werk
Bearbeitungsstand
Überprüft am Original überprüft
Bearbeitungsstand korrigiert
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:JS
Gegengelesen von
Bearbeitungsdatum 4.02.2020
Opus Camerarii
Werksigle OC 0118
Zitation Lectori. Si qui forte leges Germanae audacia dextrae (Inc.), bearbeitet von Jochen Schultheiß (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0118
Name Joachim Camerarius I.


Sprache Latein
Werktitel Lectori. Si qui forte leges Germanae audacia dextrae (Inc.)
Kurzbeschreibung Der als Io(achimus) gekennzeichnete Übersetzer bittet den Leser um Nachsicht bei möglichen Fehlern und verweist auf die Neuheit seines Unternehmens.
Erstnachweis 1532
Bemerkungen zum Erstnachweis Datierung nach dem Erstdruck
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn) 1532/06/01
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende) 1532/08/31
Schlagworte / Register Widmungsgedicht; Übersetzungstheorie
Paratext zu
Paratext? ja
Paratext zu Camerarius, Alberti Dureri De symmetria (lat.), 1532
Überliefert in
Druck Dürer, De symmetria partium in rectis formis humanorum corporum, 1532
Carmen
Gedicht? ja
Incipit Si qui forte leges Germanae audacia dextrae
Bearbeitungsdatum 4.02.2020


Aufbau und Inhalt

Das vier elegische Distichen umfassende Widmungsepigramm dient der Vermittlung methodischer Grundüberlegungen und der Konstitution des Übersetzers als einer Instanz, die an der Entstehung des folgenden Textes in entscheidendem Maße beteiligt ist. Ferner zielt es auf die Leserlenkung ab. Der als Io(achimus) gekennzeichnete Übersetzer bittet den Leser um Nachsicht bei möglichen Fehlern und verweist auf die Neuheit seines Unternehmens.
Das Gedicht vermittelt Reflexionen zu der Übersetzung selbst: Ein solches Unternehmen bedarf eines Mutes, der zum Risiko bereit ist (audacia). Der Übersetzungsprozess ins Lateinische unterwirft den Text einem Zwang (scripta per Ausonios currere iussa sonos). Eine Übersetzung kann somit nicht frei von gezwungenen Lösungen sein. Camerarius fürchtet, dass durchaus noch Fehler (errata) stehen geblieben sind. Die Bitte an den Leser um Nachsicht hierfür (da veniam) mag ernst gemeint sein oder gängige Bescheidenheitstopik darstellen, das Widmungsgedicht dient der Gewinnung eines geneigten Lesers (tibi concilietur opus; tuus favor). Hierbei weist der Sprecher auf die Neuheit (novitas) seines Unternehmens hin. Die Beispiellosigkeit der Pionierleistung (nam labor exemplo caruit) wird mit der Metapher des unbeschrittenen Pfades beschrieben (nec signa priorum ulla pedum per quas nos graderemur erant).

Überlieferung

Bezeichnenderweise fehlt dieses Widmungsepigramm in der späteren, 1557 bei Charles Périer in Paris erschienenen Ausgabe von (Dürers "De symmetria partium humanorum corporum"). Möglicherweise sah ein französischer Herausgeber anders als der Nürnberger Drucker Hieronymus Andreae (Formschneider) keine Veranlassung gegeben, Camerarius als Übersetzer durch ein exponiert platziertes Gedicht eine solche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.