Camerarius, Meliboeus, 1568

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Opus Camerarii
Werksigle OC 0807
Zitation Meliboeus, bearbeitet von Jochen Schultheiß (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0807
Name Joachim Camerarius I.
Status Verfasser
Sprache Latein
Werktitel Meliboeus
Kurzbeschreibung Poetologisches Gedicht über die Wanderung der Bukolik aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland.
Erstnachweis 1568
Bemerkungen zum Erstnachweis Erstdruck der Ekloge
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn)
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende)
Schlagworte / Register Bukolik; Translatio studii
Paratext zu
Paratext? nein
Paratext zu
Überliefert in
Druck Camerarius, Eclogae, 1568
Erstdruck in Camerarius, Eclogae, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 31-35
Carmen
Gedicht? ja
Incipit Nuper in abiegna dum forte sub arbore silva
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Folgende Handschriften und gedruckte Fremdwerke beeinflussten/bildeten die Grundlage für dieses Werk
Bearbeitungsstand
Überprüft am Original überprüft
Bearbeitungsstand korrigiert
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:JS
Gegengelesen von
Bearbeitungsdatum 4.02.2020
Opus Camerarii
Werksigle OC 0807
Zitation Meliboeus, bearbeitet von Jochen Schultheiß (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0807
Name Joachim Camerarius I.


Sprache Latein
Werktitel Meliboeus
Kurzbeschreibung Poetologisches Gedicht über die Wanderung der Bukolik aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland.
Erstnachweis 1568
Bemerkungen zum Erstnachweis Erstdruck der Ekloge


Schlagworte / Register Bukolik; Translatio studii
Paratext zu
Paratext? nein
Überliefert in
Druck Camerarius, Eclogae, 1568
Carmen
Gedicht? ja
Incipit Nuper in abiegna dum forte sub arbore silva
Bearbeitungsdatum 4.02.2020


Widmung und Entstehungskontext

Über den Entstehungskontext und eine ursprüngliche Widmung lassen sich keine Angaben machen.

Aufbau und Inhalt

Die Ekloge beginnt mit der Erzählung eines übergeordneten Erzählers, Meliboeus. Dieser folgt eine dialogische Partie der Sprecher Clausus und Perilas. Der Erzähler präsentiert sich als Holzfäller, der von einer Begebenheit berichtet, die er erlebt hat. Er wird eines Streites gewahr, den er beilegen möchte. Er fand den Hirten Perilas im Gezänk mit dem Franken Clausus vor. Der Erzähler gibt die Streitrede wieder: Perilas solle zugeben, dass die Keule, die er bei sich trage, Moeris gehöre. Perilas verteidigt sich mit Gegenvorwürfen. Der Streit soll in einem Gesangswettbewerb zwischen den beiden entschieden werden, über den Meliboeus das Urteil fällt. Die Kontrahenten machen die Siegespreise aus, die der Unterlegene zu zahlen hat. Dann ruft Meliboeus die beiden dazu auf, ihre Wechselgesänge (alterna) in einer für die Bukolik typischen Haltung und Umgebung (viridis recubantes gramine clivi / hos subter corilos) vorzutragen. Die beiden stimmen einen Wechselgesang in jeweils zweizeiligen Hexametern an. Nach dem Ende des Wechselgesangs schließt die Ekloge mit den Worten des Meliboeus. Er lobt beide Sänger für ihre Leistung und votiert für ein Unentschieden und eine Belohnung für beide. Meliboeus schließt mit der Aufforderung, die Bukolik in Deutschland heimisch zu machen (Siculas, pueri, celebrate Camenas, / et studio in nostros parili deducite campos). Hierzu verwendet er eine passende Baummetaphorik, in der die Eiche den Lorbeer ersetzt (pro lauru patulam et nectent Phoebeide quercum).
Als Vorbilder der Ekloge fungierten Theokrit, Idyll 5 und von diesem bereits abhängig Vergil, Ekloge 3 (Wechselgesang; variierende Aufnahme von Themen der Vorrede; wechselseitiger Vorwurf von Diebstählen). Der Abschluss des Wechselgesangs mit Rätselfragen von beiden Sprechern geht ebenfalls auf Vergils 3. Ekloge zurück. Eine von einem Ich-Erzähler dargelegte Rahmenhandlung findet sich ebenso in Vergils 7. Ekloge. Vereinzelte Abschnitte lassen Reminiszenzen an Sophokles, Euripides, an die Anthologia Graeca (u.a. Kallimachos, Aulus Licinius Archias und Asklepiades von Samos), Lukrez, Calpurnius Siculus, Properz und Cicero erkennen (vgl. Mundt 2004, 246-249).

Überlieferung

In die Eklogen-Ausgabe von 1568 ist das Gedicht als Ecloga VII aufgenommen. Frühere Ausgaben lassen sich nicht eruieren.

Forschungsliteratur

Mundt 2004, 52-61 (Textedition und Übersetzung); 246-249 (Kommentar)
Von der Forschung bisher unbeachtet geblieben scheint die poetologische Dimension in Verbindung mit dem Translatio-studii-Gedanken.