Camerarius, Oratio senatoria de bello Turcico (Werk), 1542

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Opus Camerarii
Werksigle OC 0412
Zitation De bello Turcico, oratio Senatoria. Κατὰ προσωποποιίαν, bearbeitet von Marion Gindhart (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0412
Name Joachim Camerarius I.
Status Verfasser
Sprache Latein
Werktitel De bello Turcico, oratio Senatoria. Κατὰ προσωποποιίαν
Kurzbeschreibung Die Suasorie (imaginiert ist wohl eine Reichstagsrede) appelliert an die Fürsten, angesichts der drohenden Türkengefahr zielgerichtet zum Krieg zu rüsten, da nur dadurch der Friede gesichert werden könne. Voraussetzung ist eine Beilegung der inneren Kämpfe und Kriege und eine Geschlossenheit über die Konfessionsgrenzen hinweg.
Erstnachweis 1542/02/17
Bemerkungen zum Erstnachweis Das Titelblatt des Druckes gibt: Anno XLII. xiii. Cal. Martii
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn)
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende)
Schlagworte / Register Türkenkriege/Türkengefahr; Kriegsparänese; Suasorie
Paratext zu
Paratext? nein
Paratext zu
Überliefert in
Druck Camerarius, Oratio senatoria de bello Turcico (Druck), 1542
Erstdruck in Camerarius, Oratio senatoria de bello Turcico (Druck), 1542
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. A6v-C8r
Carmen
Gedicht? nein
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Folgende Handschriften und gedruckte Fremdwerke beeinflussten/bildeten die Grundlage für dieses Werk
Bearbeitungsstand
Überprüft am Original überprüft
Bearbeitungsstand korrigiert
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MG
Gegengelesen von
Bearbeitungsdatum 4.02.2020
Opus Camerarii
Werksigle OC 0412
Zitation De bello Turcico, oratio Senatoria. Κατὰ προσωποποιίαν, bearbeitet von Marion Gindhart (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0412
Name Joachim Camerarius I.


Sprache Latein
Werktitel De bello Turcico, oratio Senatoria. Κατὰ προσωποποιίαν
Kurzbeschreibung Die Suasorie (imaginiert ist wohl eine Reichstagsrede) appelliert an die Fürsten, angesichts der drohenden Türkengefahr zielgerichtet zum Krieg zu rüsten, da nur dadurch der Friede gesichert werden könne. Voraussetzung ist eine Beilegung der inneren Kämpfe und Kriege und eine Geschlossenheit über die Konfessionsgrenzen hinweg.
Erstnachweis 1542/02/17
Bemerkungen zum Erstnachweis Das Titelblatt des Druckes gibt: Anno XLII. xiii. Cal. Martii


Schlagworte / Register Türkenkriege/Türkengefahr; Kriegsparänese; Suasorie
Paratext zu
Paratext? nein
Überliefert in
Druck Camerarius, Oratio senatoria de bello Turcico (Druck), 1542
Carmen
Gedicht? nein
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Bearbeitungsdatum 4.02.2020


Inhalt

Camerarius gestaltet die Rede als Suasorie an die Fürsten mit dem erklärten Ziel, alle Kräfte zu vereinen, um schnellstmöglich zum Krieg gegen die Türken zu rüsten, die (nach der Einnahme Budas und der Besetzung von Ungarn und Teilen Kroatiens) das Reich und den christlichen Glauben unmittelbar bedrohen. Erinnert wird an die Belagerung Wiens und an die Stationen der türkischen Expansion (mit Rekurs auf den Kampfeswillen und die damit verbundenen Erfolge der Türken).
Fest steht: Der Friede kann nur durch Krieg gesichert werden (Quae enim salutis & incolumitatis spes nisi in armis reperietur? B3r).
Die Folgen einer türkischen Herrschaft werden plastisch dargestellt; dagegen müsse sich die vereinte Christianitas über die Konfessionsgrenzen hinweg rüsten (communis religionis coniunctione, Christiani nominis societate, B4v). Angeprangert wird die lange vorherrschende Sorglosigkeit gegenüber der Türkenbedrohung, die innere Zerstrittenheit und die moralische Depravation. Die Wahrheit sei zwar unangenehm, doch dulde die Lage keine dissimulatio (B6v) und auch keinen weiteren Aufschub, sondern zielgerichtetes Handeln, das in der Vergangenheit fehlte (Folge: Quid mirum igitur illos semper vincere, nos affligi? B7v). Appelliert wird auch an die Verantwortlichkeit gegenüber den socii; getadelt wird die Selbstbezogenheit und allgemein die pravitas saeculi (C2v).
Trotz allem sei es, wenn man nun endlich bereit sei, nicht zu spät für die Rettung - zumal mit dem Schutz Gottes und Christi. Ein Bündnis und ein Friedensschluss mit den Türken sei jedoch keinesfalls möglich, vor allem wegen ihrer bekannten Vertragsbrüchigkeit (Bsp. Ungarn). Ein Krieg gegen einen äußeren Feind könne aber nur geführt werden, wenn die inneren Kämpfe und Kriege beendet werden. Appelliert wird an die Vorbildfunktion der Obrigkeit und an die Einigkeit der Stände. Wer sich widersetzt, soll ausgestoßen werden (illum de coetu nostro reiiciendum et repellendum a consortio huius deliberationis censeo, C6r). Es folgt eine abschließende, mehrteilige sententia, in der die Forderung an die Fürsten zur Kriegsrüstung formuliert sowie die einzelnen notwendigen Schritte dargelegt werden (C6v-C7r).

Anmerkungen

Camerarius übersandte die Rede vor der Drucklegung an Melanchthon. In einem Brief vom Februar 1542 (MBW – Regesten online, Nr. 2896) lobt dieser die Rede und erhofft eine baldige Drucklegung, obgleich nicht zu erwarten sei, dass die Türken durch sie besiegt oder die Fürsten sie lesen werden.
MBW online datiert den Brief "ca. 25. Februar 1542", was mit der Datierung des Druckes (Titelblatt: 17. Februar 1542) nicht vereinbar ist. Verwiesen wird zudem fälschlicherweise auf Tübingen als Druckort.