Camerarius, Versus Sibyllini, 1538

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Opus Camerarii
Werksigle OC 0264
Zitation Versus Sibyllini, bearbeitet von Jochen Schultheiß und Jochen Walter (21.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0264
Name Joachim Camerarius I.
Status Übersetzer
Sprache Latein
Werktitel Versus Sibyllini
Kurzbeschreibung Übertragung der Sibyllinischen Verse in lateinische Hexameter. Der griechische Ausgangstext findet sich im vorderen Teil der Epigrammausgabe (S. 33-35). Die Übersetzung behält das Versmaß des Hexameters bei und gibt auch das im griechischen Text vorhandene Akrostichon wieder.
Erstnachweis 1538
Bemerkungen zum Erstnachweis Datierung des Erstdruckes; Datierung des Widmungsbriefes
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn) 1538/06/01
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende) 1538/06/30
Schlagworte / Register Epigramm; Übersetzung
Paratext zu
Paratext? nein
Paratext zu
Überliefert in
Druck Camerarius, Ἐπιγράμματα, 1538
Erstdruck in Camerarius, Ἐπιγράμματα, 1538
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 156-157
Carmen
Gedicht? ja
Incipit Iudicii signum tellus sudore madescet
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Folgende Handschriften und gedruckte Fremdwerke beeinflussten/bildeten die Grundlage für dieses Werk
Bearbeitungsstand
Überprüft am Original überprüft
Bearbeitungsstand korrigiert
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:JS; Benutzer:JW
Gegengelesen von
Bearbeitungsdatum 21.02.2020
Opus Camerarii
Werksigle OC 0264
Zitation Versus Sibyllini, bearbeitet von Jochen Schultheiß und Jochen Walter (21.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0264
Name Joachim Camerarius I.


Sprache Latein
Werktitel Versus Sibyllini
Kurzbeschreibung Übertragung der Sibyllinischen Verse in lateinische Hexameter. Der griechische Ausgangstext findet sich im vorderen Teil der Epigrammausgabe (S. 33-35). Die Übersetzung behält das Versmaß des Hexameters bei und gibt auch das im griechischen Text vorhandene Akrostichon wieder.
Erstnachweis 1538
Bemerkungen zum Erstnachweis Datierung des Erstdruckes; Datierung des Widmungsbriefes
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn) 1538/06/01
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende) 1538/06/30
Schlagworte / Register Epigramm; Übersetzung
Paratext zu
Paratext? nein
Überliefert in
Druck Camerarius, Ἐπιγράμματα, 1538
Carmen
Gedicht? ja
Incipit Iudicii signum tellus sudore madescet
Bearbeitungsdatum 21.02.2020


Aufbau und Inhalt

Übersetzt werden Orac. Sibyll. 8,217-243. Die hier gebotene Übersetzung entspricht weitestgehend der Übersetzung, die Aug. civ. 18,23 p. 285, 21 – p. 286, 17 bietet, mit folgenden Abweichungen:

V. 4 (≈ Orac. Sibyll. 8,220): Ore (Aug.: Unde)
V. 6 (≈ Orac. Sibyll. 8,222): iudicet (Aug.: iudicet)
V. 10 (≈ Orac. Sibyll. 8,226): effringere (Aug.: effringeret, aber effringere varia lectio)
V. 12 (≈ Orac. Sibyll. 8,228): Tradentur (Aug.: Tradetur, aber tradentur varia lectio)
V. 17 (≈ Orac. Sibyll. 8,233): Solvetur (Aug.: Volvetur, aber Solvetur varia lectio)
V. 17 (≈ Orac. Sibyll. 8,233): splendora bibit (Aug.: splendor obibit)
V. 24 (≈ Orac. Sibyll. 8,240): Ore (Aug.: orbe)
V. 25 (≈ Orac. Sibyll. 8,241): cahos (Aug.: chaos)

Die akrostichische Buchstabenfolge lautet:
IESOCSCREISTOSTESDNIOSSOTER = IESOCS CREISTOS TES DN IOS SOTER

ΙΗΣΟΥΣΧΡΕΙΣΤΟΣΘΕΟΥΥΙΟΣΣΩΤΗΡ (Akrostichon im griechischen Ausgangstext zum Vergleich)

IESOCS CREISTOS tritt an die Stelle der griechischen akrostichischen Buchstabenfolge ΙΗΣΟΥΣ ΧΡΕΙΣΤΟΣ (Ἰησοῦς Χρειστός), wobei das C in IESOCS offenkundig stört (dieser Mangel liegt allerdings schon in der von Augustinus gebotenen Übersetzung vor).

TES scheint keinen Sinn zu ergeben; hätte Camerarius V. 17 (≈ Orac. Sibyll. 8,233) wie bei Augustinus mit "Volvetur" statt "Solvetur" beginnen lassen, so hätte sich in sinnvoller Weise TEV = TEU ≈ ΘΕΟΥ (θεοῦ) ergeben.

DN lässt sich als Abkürzung für DOMINI verstehen und hat kein Vorbild im Akrostichon der griechischen Ausgangsversion. Es ist schon in der bei Augustinus gebotenen Übersetzung wohl aufgrund der Tatsache eingefügt, dass dort das lateinische Akrostichon für ΘΕΟΥ mit TEV (bei Camerarius dann mit TES, s.o.) und für ΥΙΟΣ mit IOS (s.u.) jeweils statt vier nur drei Buchstaben benötigt und insofern im lateinischen Akrostichon zwei Buchstaben 'fehlen', die durch die Abkürzung DN wieder ergänzt werden.

IOS steht für ΥΙΟΣ (υἱός), wobei der griechische Diphtong υι schon in der bei Augustinus gebotenen Übersetzung im Lateinischen zu dem einzelnen lateinischen Buchstaben i vereinfacht wurde.

SOTER steht für ΣΩΤΗΡ (σωτήρ)

Die Übersetzung zu den Sibyllinischen Oraklen wird in dem folgenden Gedicht fortgesetzt.