Camerarius an Albinus, 11.08.1553

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Albinus, 04.12.15634 Dezember 1563 JL
Camerarius an Albinus, 14.01.156414 Januar 1564 JL
Camerarius an Albinus, 03.10.15673 Oktober 1567 JL
Werksigle OCEp 1111
Zitation Camerarius an Albinus, 11.08.1553, bearbeitet von Manuel Huth und Michael Pöschmann (07.07.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1111
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 264-265
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Adrian Albinus
Datum 1553/08/11
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum 3. Id. Sextil.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Etsi valde cupiebam hoc tempore
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Werkgenese; Biographisches (Stellenangebote und Berufungen)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:HIWI4
Gegengelesen von Benutzer:MH; Benutzer:JS; Benutzer:US
Datumsstempel 7.07.2019
Werksigle OCEp 1111
Zitation Camerarius an Albinus, 11.08.1553, bearbeitet von Manuel Huth und Michael Pöschmann (07.07.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1111
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 264-265
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Adrian Albinus
Datum 1553/08/11
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum 3. Id. Sextil.
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Etsi valde cupiebam hoc tempore
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Werkgenese; Biographisches (Stellenangebote und Berufungen)
Datumsstempel 7.07.2019


Regest

Da Camerarius während der Hundstage sehr gerne zu den Seinen reisen würde, wisse er nicht, was ihn bisher zurückgehalten habe. Unter allen Hindernissen, die ihn abhielten, befinde sich auch die Edition der Rede zum Tode des Moritz (von Sachsen), die er anläßlich der Überführung des Leichnams (nach Freiberg) hielt. Er habe dabei ganz freimütig gesprochen – nicht so sehr im Hinblick auf die Person des Verstorbenen, sondern mehr auf die gegenwärtige Lage, sodass sich hoffentlich diejenigen angesprochen fühlten, deren Überlegungen zur Verbesserung der schwierigen Zeitumstände beitragen könnten. Sein Schmerz sei immens, nicht so sehr sein privater, als vielmehr der um den bemitleidenswerten Untergang des Staates. Deshalb tue er alles, was in seiner Macht stehe, bete also zu Gott, dass er den Menschen nicht seine Barmherzigkeit entziehe. In seiner Rede nun habe er einen mäßigen Ton angeschlagen, an dem hoffentlich niemand Anstoß nehme: Er habe den tapferen Fürsten gepriesen und das Elend des Staates beklagt. Ersteres drücke nicht nur Moritz' Verdienste um Camerarius, sondern auch die um den Staat aus, letzteres hingegen die Größe des Kummers und Schmerzes.

An Camerarius werde eine Erwägung herangetragen, die ihn nicht wenig plage (s. Anm.). Dennoch werde er nichts ohne den Rat des Albinus beschließen, dessen Wohlwollen ihm gegenüber unvergleichbar sei - dasjenige Philipp (Melanchthons) ausgenommen. Dass dies (gemeint ist das Wohlwollen des Albinus) auch die Nachwelt erkenne, wolle er erreichen - so Christus wolle, und er einige Zeit für seine Studien habe, und die Barbarei nicht alles verwüste (s. Anm.). Weitere Dankesworte finde er nicht, und er wisse, dass Albinus sein Bemühen (um das Wohlwollen des Albinus) nicht geringschätze. Wunsch, dass es seinem Sohn (Johannes) gut gehe und er tue, was gut und richtig sei.

Lebewohl.

(Michael Pöschmann)

Anmerkungen

  • "Camerarius treibe eine Erwägung um, die ihn nicht wenig plage": Vermutlich geht es um ein Stellenangebot, vgl. Camerarius an Karlowitz, 09.12.1553 und Woitkowitz 2003, S. 294 f. (insbesondere 295, Anm. 2).
  • "Dass dies (...) auch die Nachwelt erkenne, wolle er erreichen - so Christus wolle, und er einige Zeit für seine Studien habe, und die Barbarei nicht alles verwüste": Camerarius stellt Albinus wohl in Aussicht, ihn in seinen Werken zu würdigen.

Literatur und weiterführende Links