Camerarius an Baumgartner d.Ä., 12.07.1546

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0623
Zitation Camerarius an Baumgartner d.Ä., 12.07.1546, bearbeitet von Manuel Huth (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0623
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 219-220
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Baumgartner d.Ä.
Datum 1546/07/12
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Jahr (im Druck fälschlich: "4. Id. Quintil. 45"); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Etsi dubitabam an hoc tempore domi esses, ac arbitrabar
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Reichstag 1546 (Regensburg)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen An US: Beim ersten Abschnitt und der Datierung bin ich mir unsicher, weil ich nicht weiß, welcher conventus gemeint ist, wenn Camerarius vom herkynischen Wald spricht

Weiß ich auch nicht, aber unanhängig davon hast Du 1546 ja durch die Haftzeit plausibel gemacht.

Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 17.12.2019
Werksigle OCEp 0623
Zitation Camerarius an Baumgartner d.Ä., 12.07.1546, bearbeitet von Manuel Huth (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0623
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 219-220
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Baumgartner d.Ä.
Datum 1546/07/12
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Jahr (im Druck fälschlich: "4. Id. Quintil. 45"); s. Hinweise zur Datierung
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Etsi dubitabam an hoc tempore domi esses, ac arbitrabar
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Reichstag 1546 (Regensburg)
Datumsstempel 17.12.2019


Entstehungs- und Zielort mutmaßlich.

Hinweise zur Datierung

Hieronymus Baumgartner befand sich seit Mitte 1544 in einer 14-monatigen Haft. In einem Schreiben vom 20.8.1545 beglückwünscht ihn Camerarius zur Freilassung. Der vorliegende Brief muss also danach entstanden sein. Für die Datierung auf das Jahr 1546 spricht die Erwähnung von Baumgartners Verwandtem (s. Regest und Anmerkungen).

Regest

Auch wenn Camerarius daran zweifelte, ob Baumgartner zuhause (in Nürnberg) sei, und der Meinung war, er sei noch auf der berühmten "Versammlung im herkynischen Wald" (Regensburger Reichstag?), habe er dennoch diesen jungen Mann nicht ohne einen Brief an Baumgarter gehen lassen wollen. Es handle sich um einen Bürger Nürnbergs und (ehemaligen) Schüler ihrer Schule (des Nürnberger Egidiengymnasiums).

Camerarius habe den Sohn (unbekannt) von Baumgartners Verwandtem (unbekannt) einem Magister (unbekannt) anvertraut (s. Anm.), einem gelehrten Mann, den er sehr gut kenne - und zwar unter der Bedingung, dass der Sohn bei ihm wohne, ebenso wie andere Kinder. Camerarius habe den Jungen angewiesen, seinem Vater darüber zu schreiben. Zweifellos sei der Junge dort gut aufgehoben, auch wenn er daran zweifle, dass der Magister so streng sei, wie es dieses Zeitalter erfordere. Baumgartner solle nicht glauben, er beziehe sich nur auf die jungen Männer (Leipzigs). Von überall her kämen sehr viele freche und missratene Studenten. Würden sich doch nur die einzelnen Städte darum bemühen, diesem Übel beizukommen. Aber dies liege nicht in Camerarius' Hand. Er komme also wieder auf den Sohn von Baumgartners Verwandtem zu sprechen. Baumgartner und der Verwandte sollten dem Jungen schreiben und ihn dazu anhalten, die Tugenden und schönen Künste zu pflegen, und ihn davor warnen, vom rechten Weg abzukommen. Camerarius rate davon ab, ihm persönlich Geld auszuhändigen. Wenn Baumgartner und sein Verwandter es für ratsam hielten, könne Camerarius sich darum kümmern, dass der Sohn mit allem Nötigen ausgestattet werde. Camerarius werde (dann) mit dem Magister des Sohnes reden, damit der Junge keine Not leiden müsse. Camerarius wolle sich gern in dieser Studiensache Baumgartner und der Stadt (Nürnberg) gefällig zeigen, aber Baumgartner sehe ja selbst, was dies für Zeiten seien. Täglich habe Camerarius neue zusätzliche Verpflichtungen und täglich werde er auch träger, entweder weil er der nichtigen Arbeiten überdrüssig sei oder an ihrem Erfolg zweifle. Aber er vertraue auf Gott.

Lebewohl. (Georg) Römer habe Camerarius neulich ein astrologisches Büchlein geschenkt. Baumgartner möge ihm in Camerarius' Namen danken. Erneutes Lebewohl.

(Manuel Huth)

Anmerkungen