Camerarius an Baumgartner d.Ä., 27.06.1546

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0628
Zitation Camerarius an Baumgartner d.Ä., 27.06.1546, bearbeitet von Manuel Huth und Moritz Stock (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0628
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 223-224
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Baumgartner d.Ä.
Datum 1546/06/27
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum 5. Cal. Quintil.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Has litteras dedi egregiis adolescentibus
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Politische Neuigkeiten
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:MS
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 17.12.2019
Werksigle OCEp 0628
Zitation Camerarius an Baumgartner d.Ä., 27.06.1546, bearbeitet von Manuel Huth und Moritz Stock (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0628
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 223-224
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Baumgartner d.Ä.
Datum 1546/06/27
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum 5. Cal. Quintil.
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Has litteras dedi egregiis adolescentibus
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Politische Neuigkeiten
Datumsstempel 17.12.2019


Entstehungs- und Zielort ermittelt.

Regest

Camerarius habe diesen Brief einer Gruppe junger Männer gegeben, von denen einer (nicht identifiziert) Baumgartner bekannt sein dürfte.

Über die Unternehmungen Kaiser (Karls V.) gebe es keine zuverlässigen Neuigkeiten. Vielmehr werde alles voller furchtsamer Erregung erzählt. Wenn Deutschland aber in diesen Zeiten niedergehen müsse, was Gott verhindern möge, was könnten sie dann anderes tun, als das Unvermeidliche zu ertragen? Den Urheber dieses Übels (s. Anm.) werde Camerarius nicht lieben können, insbesondere da er von ihm nicht einen solchen Wahnsinn erwartet hatte. Aber Anfang und Ausgang der Ereignisse lägen in Gottes Hand, dem Camerarius alles Weitere überlassen wolle. Mit feurigem Eifer scharten sich Camerarius' Landsleute zusammen gegen - ja gegen wen eigentlich? Gegen sich selbst und die Ihrigen, falls sich diese Unternehmungen gegen ihr Vaterland richteten, was ja sicherlich der Fall sei.

Je gefährlicher die Lage (für Nürnberg) sei, desto inniger bete er zu Gott, dass er die Pläne und Taten (der Nürnberger) leite und sie beschütze. Christus möge sie erhalten.

Auch hier (in Leipzig) seien heute einige Soldaten ohne Unruhe angeworben worden. Vor vier Tagen seien die fürstlichen Brüder (Moritz und August von Sachsen) nach Dresden gereist. Gestern habe sich Philipp (Melanchthon) auf die Reise nach Torgau gemacht.

Lebewohl.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

"Den Urheber dieses Übels..." (Autorem tamen huius miseriae non potero amare, quo quidem minus ab hoc tantum potui sperare furorem): Vermutlich ist Karl V. gemeint. Dafür sprechen folgende Gründe:

  • Karl fing mit der Kriegsrüstung an.
  • autor steht im Singular. Wenn es auf den Schmalkaldischen Bund bezogen wäre, würde er vmtl. Philipp und Johann Friedrich verantwortlich machen und den Plural verwenden.
  • non potero amare: Der Ausdruck impliziert, dass Camerarius sich dazu verpflichtet fühlt oder unter normalen Umständen den Wunsch hätte, den autor zu lieben.
  • non … potui sperare furorem: Camerarius scheint überrascht zu sein. Im Bellum Smalcaldicum hebt Camerarius hervor, Karls Rüstungsaktivitäten seien plötzlich gekommen und hätten seinem vorherigen Verhalten ganz und gar nicht nicht entsprochen (Ἦν δὲ τοῦτο τοῖς τε ὁμολογηθεῖσιν καὶ ὑπὸ τοῦ Καρόλου ἐνδειχθεῖσιν παντάπασιν ἀπᾷδον, S. 398).
  • furor: Im Bellum Smalcaldicum schreibt Camerarius, Karl sei über den selbstständigen und unerlaubten Rückzug der Protestanten vom Regensburger Religionsgespräch 1546 äußerst erzürnt gewesen (χαλεπῶς τε καὶ ὀργῇ φέρων, S. 396; μεγάλως ἀγανακτήσας, S. 397). In der Folge habe Karl mit der Rüstung und dem Schließen von Bündnissen begonnen.

(Moritz Stock)

Literatur und weiterführende Links