Camerarius an Baumgartner d.Ä., 29.11.1550

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Werksigle OCEp 0682
Zitation Camerarius an Baumgartner d.Ä., 29.11.1550, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Manuel Huth (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0682
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 274-275
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen Adam 1620, S. 268 (Auszüge)
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Baumgartner d.Ä.
Datum 1550/11/29
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Jahr (im Druck fälschlich: "3. Cal. Decembr. 55"); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Iam cognoveram de morte Cornelii medici
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen MH: Probleme:
  • Crato heiratete doch erst im Dezember 1550. Oder hat Camerarius da ein falsches Gerücht mitbekommen? - vielleicht Verlobung, aber insgesamt zweifelsfrei, US
  • Was ist mit dissipatio am Ende gemeint - hab's versucht einzubauen, US 17.12.19
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:US; Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 17.12.2019
Werksigle OCEp 0682
Zitation Camerarius an Baumgartner d.Ä., 29.11.1550, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Manuel Huth (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0682
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 274-275
Sonstige Editionen Adam 1620, S. 268 (Auszüge)
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Baumgartner d.Ä.
Datum 1550/11/29
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Jahr (im Druck fälschlich: "3. Cal. Decembr. 55"); s. Hinweise zur Datierung
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Iam cognoveram de morte Cornelii medici
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Datumsstempel 17.12.2019


Hinweise zur Datierung

Aufgrund der Erwähnung des Todes von Cornelius Sittard (02.11.1550) und der Übersiedlung des Johannes Crato nach Breslau ins Jahr 1550 zu datieren.

Regest

Camerarius habe selbst bereits vom Tod des Arztes Cornelius (Sittard) erfahren. Baumgartner kenne ja den Spruch: Schnelle Nachrichten verbreiten sich schnell (Soph. Fr. 870, 1). Er habe ein gutes Ende gefunden, da er die irdische Welt hinter sich gelassen habe.

(Das Folgende bezieht sich auf die Wiederbesetzung der Stelle Sittards als Stadtphysicus:) Baumgartner solle wissen, dass Camerarius eine ausgezeichnete Meinung von (Johannes) Crato habe. Wortreiches Lob desselben. Allerdings habe Crato mittlerweile in seiner Heimat (Breslau) (Maria Scharff von Werth) geheiratet und seine Dienste schon dieser Stadt zugesagt. Sicherlich habe Crato diese Anstellung ersehnt. Camerarius werde trotzdem versuchen, dies aus sicherer Quelle zu erfahren. In der Zwischenzeit werde man ja keine Entscheidung (bezüglich der Wiederbesetzung der Stelle) treffen müssen.

Camerarius habe aber auch gehört, dass man (in Nürnberg) bereits zu Lebzeiten Sittards einen weiteren Arzt gesucht habe. In der Nähe, nämlich in Amberg, gebe es doch einen gelehrten Arzt und redlichen Mann, mit dem Camerarius sehr gut befreundet sei, nämlich Hieronymus Herold, der auch dem (Nürnberger) Arzt (Georg) Forster bekannt sein dürfte. Empfehlung Herolds.

Camerarius wolle gar nicht schreiben, was in dieser Gegend (um Leipzig) passiere. Er fürchte, dass das geschehe, was die Weissagungen voraussagten und die Vorzeichen ankündigten. Schon die Anfänge (des kommenden Unheils) seien so gewaltig, dass man ihr Fortschreiten fürchten müsse. Nur Gott wisse, wie es ausgehe. Camerarius bereite es ungeheuren Schmerz, dass sich diese Unruhen noch mit religiösen Auseinandersetzungen verbänden und Leute aufträten, denen nichts heilig zu sein scheine, außer wenn es stürmisch und umstürzlerisch sei. Der Starrsinn der Menschen und der Wankelmut des Volkes sei gewaltig. Camerarius bete, dass Christus Baumgartner und die Seinen beschütze.

Wenn in den Städten wieder Garnisonen aufgestellt werden sollten, werde Camerarius (aus Leipzig) fortgehen müssen, auch wenn einige eher einen heftigen Überraschungsangriff und eine Verstreuung (der Einwohner, dissipatio) fürchteten.

Lebewohl.

(Manuel Huth)