Camerarius an Cracow, 05.01.1564

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Camerarius an Cracow, 15661566 JL
Werksigle OCEp 0948
Zitation Camerarius an Cracow, 05.01.1564, bearbeitet von Manuel Huth (07.06.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0948
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 073-076
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Georg Cracow
Datum 1564/01/05
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Non. Ianuar.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum nuper accingerer ad iter
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 7.06.2020
Werksigle OCEp 0948
Zitation Camerarius an Cracow, 05.01.1564, bearbeitet von Manuel Huth (07.06.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0948
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 073-076
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Georg Cracow
Datum 1564/01/05
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Non. Ianuar.
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum nuper accingerer ad iter
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Datumsstempel 7.06.2020


Regest

Als Camerarius Franz Kram auf dessen Bitte hin nach Dresden (zu Cracow) begleiten wollte, habe er einen Brief seines Schwiegersohns Esrom Rüdinger erhalten mit der Nachricht, Cracows Frau (Sara) sei gestorben. Camerarius und Kram hätten dies für ein schlechtes Vorzeichen (omen) gehalten, wenn ihre Ankunft auf einen Zeitpunkt gefallen wäre, in der auch (Ulrich von) Mordeisen einen vergleichbaren Verlust zu betrauern habe (sc. den Tod der Margarete von Mordeisen). Die Nachricht habe Camerarius traurig gestimmt (und ihn dazu bewogen, die Reise abzubrechen).

Wortreiche Reflexionen über die Wechselhaftigkeit des Schicksals angesichts der Tatsache, dass Camerarius' freudige Hoffnungen auf ein Treffen in Dresden durch die traurige Nachricht zunichte gemacht wurden.

Kurz bevor Camerarius die Reise antreten wollte, sei er aus seiner Heimat (Bamberg) zurückgekehrt. Dorthin sei er wegen vieler Angelegenheiten gereist, habe aber nichts erreicht und alles gleichsam fluchtartig und in verwickelterem Zustand als vorher hinterlassen. Auch jetzt noch erwachse ihm eine Sorge nach der anderen. Aber er halte sich an das horazische Sprichwort, jeden Tag als den letzten zu betrachten (vgl. Hor. c. 1, 11).

Was halte Cracow davon, dass Camerarius Verse mache oder zu machen versuche? Denn vermutlich habe er schon Camerarius' Werk über ihre Verluste (de cladibus nostris) gesehen. Camerarius habe trotz verschiedener anderweitiger Verpflichtungen auch einige Epitaphien ungewöhnlicher Form verfasst, wie sie Theokrit nach dem Vorbild des Epicharm gestaltet habe. Diese Epitaphien habe er (Ulrich von) Mordeisen versprochen; und wegen der Trauer Cracows habe er noch einige andere hinzugefügt, aber viele anderweitige Beschäftigungen hätten ihn von der Vollendung abgehalten.

(Das folgende unsicher:) Vielleicht werde jemand sagen, dass diese Dinge (vermutlich: die erwähnten Todesfälle) nicht nach einem Plan einträten, und vielleicht sei dies auch so. Denn wie oft geschähen Dinge, deren Eindruck (impressio) der Verstand nicht erfasse? Der antike Dichter (Agathon) scheine es ihm vortrefflich ausgedrückt zu haben: "Dies wird man wohl für wahrscheinlich halten, daß den Sterblichen viel Unwahrscheinliches und Unvermutetes zustößt."

Entschuldigung für den langen Brief mit Verweis auf ihre lange Freundschaft. Hoffentlich brächten die Ausführungen des Camerarius Cracow ja etwas Trost. Sicherlich finde Cracow Hilfe bei Gott. Lebewohl.

(Manuel Huth)