Camerarius an Crato, 01.03.1550

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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 Briefdatum
Camerarius an Crato, 18.10.155218 Oktober 1552 JL
Camerarius an Crato, 15.12.155215 Dezember 1552 JL
Camerarius an Crato, 10.01.155310 Januar 1553 JL
Werksigle OCEp 1147
Zitation Camerarius an Crato, 01.03.1550, bearbeitet von Manuel Huth, Anne Kram und Ulrich Schlegelmilch (26.04.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1147
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 324-325
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes Crato
Datum 1550/03/01
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Cal. Mart.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Libet commentari mihi scribenti ad te
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Politische Neuigkeiten
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:AK; Benutzer:US
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 26.04.2020
Werksigle OCEp 1147
Zitation Camerarius an Crato, 01.03.1550, bearbeitet von Manuel Huth, Anne Kram und Ulrich Schlegelmilch (26.04.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1147
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 324-325
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes Crato
Datum 1550/03/01
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Cal. Mart.
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Libet commentari mihi scribenti ad te
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Politische Neuigkeiten
Datumsstempel 26.04.2020


Regest

Camerarius wolle für Crato einen spartanischen Brief anführen, der bei Xenophon überliefert sei (Xen. Hell. 1,1,23): Das Gute sei dahin. Das folgende müsse aber in Bezug auf ihre eigenen Zeitumstände so umgeschrieben werden: Der Frieden entfliehe. Keine Vernunft herrsche in Bildungsangelegenheiten. Sie wüssten nicht, was sie tun und sagen sollen. Dabei sollten sie wissen, daß sie ihre Sorgen Gott anheimstellen könnten, wie sie es der königliche Prophet (David) gelehrt habe. Jene Schicksalsbestimmungen, über die es alte Weissagungen gebe, beträfen aber ihre eigene Zeit, wie er fürchte, und sehr viele Leute hätten auch die Vorzeichen der letzten Zeit gedeutet, von denen seines Wissens sehr viele beobachtet worden seien. Hier (in Leipzig?) habe es nicht nur kriegerische Absichten und Vorbereitungen gegeben (s. Anm.), sondern es würden auch Soldaten in Marsch gesetzt. Es sei eine Musterung angekündigt, die, wie er glaube, am übernächsten Tag im nahegelegenen Halle abgehalten werde. Auch wenn er angesichts dieser Umstände sehr besorgt um den Staat und seine Familie sein müsse, trösteten ihn doch zwei Dinge: zum einen, dass er an den Überlegungen und Handlungen in all diesen Angelegenheiten in keiner Weise beteiligt sei; zum anderen, dass er er darauf vertraue, daß Gott, der die Mühseligen und Beladenen schütze, gnädig auf ihn blicken werde, da er nicht in die Lage versetzt sei, irgendeine Entscheidung zu treffen.

Er bedauere Cratos Trauerfall zutiefst und ermuntere ihn, nicht nur der Traurigkeit zu widerstehen, sondern auch die kummervollen Gedanken zu verdrängen. Dies sei für ihn und seine Familie besser, als wenn er sich quäle und vor Schmerz verzehre (vgl. Hom. Il. 6,202). Den unvermeidlichen Schmerz solle er aber gleichmütig ertragen, da jeder Mensch Sorgen und Probleme habe und sein Leid aushalten müsse. Denn dass man keine Sorgen und Schwierigkeiten habe, sei, wie Crato wisse, nicht menschlich und Gott allein habe dieses Privileg, wie Platon Simonides zitiere (Plat. Prot. 341e = Simon. Fr. 37,1,14).

Grüße an (Johannes) Spremberger. Lebewohl.

(Anne Kram)

Anmerkungen

  • "kriegerische Absichten und Vorbereitungen": Möglicherweise spricht Camerarius hier von den Vorbereitungen für die Belagerung Magdeburgs ab September 1550 durch Georg von Mecklenburg. Als zeitlicher Hintergrund können jedenfalls die religiösen Spannungen zwischen Fürsten und Kaiser aufgrund des Augsburger Interim gelten, die 1552 im Fürstenaufstand unter der Führung Moritz' von Sachsen gipfelten.

Literatur und weiterführende Links