Camerarius an Crato, 19.03.1563

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Chronologisch vorhergehende Briefe
Chronologisch folgende Briefe
 Briefdatum
Camerarius an Crato, 06.07.15626 Juli 1562 JL
Camerarius an Crato, 12.04.156212 April 1562 JL
Camerarius an Crato, 22.12.156122 Dezember 1561 JL
 Briefdatum
Camerarius an Crato, 05.06.15635 Juni 1563 JL
Camerarius an Crato, 12.04.156412 April 1564 JL
Camerarius an Crato, 05.07.15645 Juli 1564 JL
Werksigle OCEp 1167
Zitation Camerarius an Crato, 19.03.1563, bearbeitet von Manuel Huth, Ulrich Schlegelmilch und Anne Kram (01.07.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1167
Besitzende Institution Wroclaw, UB
Signatur, Blatt/Seite R 246, Bl. 37, Nr. 34
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 352-354
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes Crato
Datum 1563/03/19
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 14. Cal. April.; Jahr nur im Druck
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Ea est constantia amoris summi erga te
Link zur Handschrift http://www.bibliotekacyfrowa.pl/dlibra/docmetadata?id=55576
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefe/Parallelüberlieferung
Handschrift gesehen
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:US; Benutzer:AK
Gegengelesen von
Datumsstempel 1.07.2020
Werksigle OCEp 1167
Zitation Camerarius an Crato, 19.03.1563, bearbeitet von Manuel Huth, Ulrich Schlegelmilch und Anne Kram (01.07.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1167
Besitzende Institution Wroclaw, UB
Signatur, Blatt/Seite R 246, Bl. 37, Nr. 34
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 352-354
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes Crato
Datum 1563/03/19
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 14. Cal. April.; Jahr nur im Druck
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Ea est constantia amoris summi erga te
Link zur Handschrift http://www.bibliotekacyfrowa.pl/dlibra/docmetadata?id=55576
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefe/Parallelüberlieferung
Datumsstempel 1.07.2020


Abschrift: Paris, BSG, Ms 1456, Bl. 452r-453r (https://archive.org/details/MS1456)

Regest

Es sei Ausdruck seiner beständigen und überaus großen Zuneigung zu Crato und seiner guten Meinung über seine Weisheit und Gelehrsamkeit, dass Camerarius alles gutheißen müsse und sogar glaube verteidigen zu müssen, von dem er wisse, dass Crato es mit Überlegung getan habe. Aber in Bezug auf Cratos Überlegungen und seine Ausführungen, die er wegen seiner guten Meinung über Camerarius und wegen ihrer einzigartigen Verbindung glaubte, ihm mitteilen zu müssen, glaube Camerarius, dass es seine Treue erfordere, Crato offen seine Meinung darzulegen und nicht einfach seine Zuneigung zu Crato sprechen zu lassen. Denn es gebe keine wahre Freundschaft ohne diese Treue. Crato solle also wissen, dass Camerarius sein Vorwort zu den disputationes (s. Anm.), die dort in seinem Fachgebiet (der Medizin) vorgelegt würden, sehr gefalle. Er habe den Eindruck, dass deren Inhalte sorgsam durchdacht und klar und geistreich dargestellt seien. Im späteren Verlauf aber, wo Crato wie von einem Windhauch davongetragen auf einen seiner Gegner losgehe, erkenne und glaube Camerarius, dass er nicht die angemessene Geistesgegenwart besessen und die Konsequenzen nicht bedacht habe und schließlich sozusagen wie von einem Sockel gefallen sei. Für Camerarius sei es aber an sich sehr schwierig, diese Stellen zu ändern, und er habe nicht die Zeit, zu überlegen und seine Gedanken niederzuschreiben, vor allem weil er gerade mit anderen Sorgen und Verpflichtungen öffentlicher und privater Natur beschäftigt sei. Dabei hielten ihn die häuslichen Pflichten in der Heimat (Bamberg), wo sich seine beiden Söhne immer noch aufhielten, besonders in Atem. Was solle also geschehen, frage Crato? Unter diesen Umständen könne er seiner tiefsten Überzeugung nach nicht der Autor, Ratgeber und Unterstützer der Herausgabe von Cratos Schriften sein. Denn er sei überzeugt, dass er alles leisten müsse, was er durch seinen Rat und seine Hilfe tun könne. Sobald jedoch seine Landsleute ankämen und er in Erfahrung bringen könne, wer Cratos Schrift drucken könne, werde er sehen, wie das Vorhaben in Angriff genommen werden könne, um Cratos Erwartung nicht zu enttäuschen und die Edition seines Werkes nicht durch seine Nachlässigkeit zu verzögern. Wenn Crato also seine Schriften veröffentlichen wolle, werde er dem nicht entgegenstehen und mit ihm zusammen den Erfolg des Unternehmens gewährleisten. Aber er habe sein Gewissen bei seinem Ratschlag nicht außer Acht lassen können.

Er habe nun nicht mehr schreiben können, da sich zu den notwendigen Arbeiten an einigen Schriften großer Kummer geselle, den die gerade eingetroffene Nachricht über den Tod der Ehefrau von Modestinus Pistoris bei ihm hervorgerufen habe. Jene sei in der vergangenen Nacht verstorben. Dieser Unglücksfall wühle ihn aus vielen Gründen sehr auf.

Grüße an Crato und seine Familie. Crato solle versichert sein, dass Camerarius in wechselseitiger freundschaftlicher Zuneigung Gleiches mit Gleichem vergelten werde. Lebewohl.

(Anne Kram)

Anmerkungen

  • "zu den disputationes": Es dürfte sich ungeachtet des Begriffs disputatio um Cratos Vorrede zu seiner "In Galeni libros methodi therapeutices perioche methodica" (Basel 1563) handeln. Diese enthält eine ausführliche Polemik gegen "obskurantistische" Alchemiker (Bl. *6v: σκοτεινοί potius quam medici). In den erhaltenen Gegenbriefen Cratos aus dieser Zeit findet sich kein eindeutiger Hinweis.

Literatur und weiterführende Links