Camerarius an Fabricius, 25.03.1552

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0864
Zitation Camerarius an Fabricius, 25.03.1552, bearbeitet von Manuel Huth (01.04.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0864
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 511-512
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Georg Fabricius
Datum 1552/03/25
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Jahr (im Druck: 8. Cal. April. (o.J.)); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort Meißen
Gedicht? nein
Incipit Tantumne igitur tibi otii est
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Büchersendung; Politische Neuigkeiten; Werkgenese
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:HIWI4; Benutzer:US
Datumsstempel 1.04.2019
Werksigle OCEp 0864
Zitation Camerarius an Fabricius, 25.03.1552, bearbeitet von Manuel Huth (01.04.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0864
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 511-512
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Georg Fabricius
Datum 1552/03/25
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Jahr (im Druck: 8. Cal. April. (o.J.)); s. Hinweise zur Datierung
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort Meißen
Gedicht? nein
Incipit Tantumne igitur tibi otii est
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Büchersendung; Politische Neuigkeiten; Werkgenese
Datumsstempel 1.04.2019


Entstehungsort ermittelt; Zielort mutmaßlich.

Hinweise zur Datierung

Regest

Fabricius habe also genug Zeit, sich um die Edition eines Werkes von Camerarius (editio mearum ineptiarum) zu kümmern? Camerarius selbst schätze seine eigenen Schriften nämlich nicht besonders und auch einige andere täten dies nicht. Aber darüber ein anderes Mal, denn um offen zu sein, das Urteil des Fabricius "kitzle" (me ... iudicium tuum nonnihil titillat) ihn nicht wenig.

Philipp (Melanchthon) sei vor sieben Tagen hier (in Nürnberg?) zu den Seinen vorbeigereist. Was er sonst schreiben solle, wisse er nicht, überall häufe sich ein Übel auf das andere. Camerarius habe immer gefürchtet, aber niemals geglaubt, dass es so weit kommen werde, wie es jetzt offensichtlich gekommen sei. Auch jetzt gebe es noch eine kleine Hoffnung auf eine Schlichtung, weil Maximilian, der Sohn Ferdinands, als Schlichter auftrete, wie es heiße. In Kürze, d.h. vor den nächsten Iden (sc. vor dem 13. April), werde man erfahren, ob dieses Unheil Deutschland den Untergang bringen werde oder ob der Untergang bloß aufgeschoben sei. Er wisse, dass "einst der Tag kommen werde, an dem das heilige Ilion untergehe", wie Hektor bei Homer sage (Homer, Ilias, 6,447f.). Für Camerarius hingegen sei, wie es in einem deutschen Sprichwort heiße, Ruhe und Frieden, und sei es nur für eine einzige Nacht, wertvoller als Gold. Aber viel dürfe er darüber nicht in einem Brief schreiben.

Zurück zu seinen privaten Angelegenheiten: Er wisse nicht, was die meisten von seinen Schriften hielten und höre doch nicht auf, weitere Werke zu produzieren. (Scherzhaft:) Wenn er mehr Zeit und (finanzielle) Unterstützung hätte, würde er alle(n) Offizinen (genug Material schicken und sie) wieder ihren Betrieb aufnehmen lassen. Die meisten ruhten zur Zeit.

In diesen Tagen habe Camerarius seine Ἀριθμολογία überarbeitet (retexui; s. Anm.), ein kleines und schlichtes Werk. Es habe ihm aber auch bei erneuter Betrachtung gefallen, was ihm bei seinen Werken sonst nicht so gehe. Camerarius habe es nicht an Fabricius geschickt, damit dieser berichte, wie er es finde, sondern damit Fabricius einiges daran kommentiere und verbessere. (Neckisch:) Auf diese Weise werde er Camerarius nämlich demonstrieren, dass ihm der Rest gefallen habe.

Camerarius wünsche sich, dass Fabricius ein Epitaph auf Bernhard (Ziegler) verfasse. Fabricius und seine Kollegen sollten wohl leben.

(Manuel Huth)

Anmerkungen