Camerarius an Gravius, 13.01.1555

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 1450
Zitation Camerarius an Gravius, 13.01.1555, bearbeitet von Marion Gindhart (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1450
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Vergil, Bucolica, 1556
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. a2r-a7v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Valentinus Gravius
Datum 1555/01/13
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Freiberg
Gedicht? nein
Incipit Animo mihi initia studiorum puerilium saepe volventi
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? ja
Paratext zu Vergil, Bucolica, 1556
Kurzbeschreibung Camerarius rekapituliert die gemeinsame Studienzeit mit Valentinus Gravius in Leipzig, gedenkt seiner dortigen Lehrer und skizziert die Lebenswege von Gravius und sich. Vergils "Bucolica" habe er 1554 (nun selbst an der Universität Leipzig lehrend) erklärt und Georg Fabricius habe zum Druck geraten.
Anlass
Register Briefe/Widmungsbriefe; Werkgenese; Biographisches (Studium); Diätetik
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MG
Gegengelesen von
Datumsstempel 17.12.2019
Werksigle OCEp 1450
Zitation Camerarius an Gravius, 13.01.1555, bearbeitet von Marion Gindhart (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1450
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Vergil, Bucolica, 1556
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. a2r-a7v
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Valentinus Gravius
Datum 1555/01/13
Datum gesichert? ja
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Freiberg
Gedicht? nein
Incipit Animo mihi initia studiorum puerilium saepe volventi
Regest vorhanden? ja
Paratext ? ja
Paratext zu Vergil, Bucolica, 1556
Kurzbeschreibung Camerarius rekapituliert die gemeinsame Studienzeit mit Valentinus Gravius in Leipzig, gedenkt seiner dortigen Lehrer und skizziert die Lebenswege von Gravius und sich. Vergils "Bucolica" habe er 1554 (nun selbst an der Universität Leipzig lehrend) erklärt und Georg Fabricius habe zum Druck geraten.
Register Briefe/Widmungsbriefe; Werkgenese; Biographisches (Studium); Diätetik
Datumsstempel 17.12.2019


Regest

Wenn Camerarius an den Beginn seiner studia puerilia denke, dann erinnere er sich mit besonderer Freude an die gemeinsame Zeit mit Gravius bei ihrem Lehrer Georg Helt, als sie (in Leipzig) zusammen wohnten und lernten und sich – obwohl Gravius schon weiter fortgeschritten war – nie entzweiten. Dies war seinem Empfinden nach eine sehr harmonische Zeit (mit Reflexion über die laus temporis acti). Zudem erinnere er sich an die hochgebildeten (anderen) Lehrer und den Wettstreit der Kommilitonen bei den studia. Beide hörten vor allem Helt, aber auch mit großem Eifer Veit Werler und Richard Croke, der ihnen Griechische beibrachte; zudem Petrus Mosellanus und Gregorius Coelius, die viel jünger waren, aber in ihrem Alter die Besten. Coelius musste jedoch Leipzig aus gesundheitlichen Gründen bald verlassen (er litt an Hämorrhagie, die aber der physiologische Grund für seine Begabung gewesen sei). Er verstarb in seiner Heimatstadt (Aub) an Fieber, auch weil er aus Scheu keine Spezialkost für sich verlangte. Beim Tod des (konstitutionell fragilen) Mosellanus war Camerarius anwesend, als er nach neun Jahren zu Besuch (in Leipzig) war. Auch dieser starb, weil er gewöhnliche Kost zu sich nahm.
Nach zwei Jahren contubernium mit Gravius habe Camerarius dann Leipzig verlassen, sei zunächst in die Heimat zurückgekehrt und habe dann andere Studienorte aufgesucht (i.e. Erfurt und Wittenberg). Gravius habe in Leipzig währenddessen den Magistergrad erworben und sich dann der vita civilis und den publica munera (a4v) zugewandt, während Camerarius beim scholasticum otium (a5r) blieb, Lehrender wurde und diese Aufgabe bis heute erfüllt.
Camerarius habe im vergangenen Jahr (1554) die "Bucolica" Vergils (an der Universität Leipzig) erklärt und nachdem Georg Fabricius seine Kommentare dazu gesehen habe, habe dieser zu einer raschen Publikation geraten. Camerarius habe eingewilligt und beschlossen, das Buch mit einem Brief an einen Freund zu schmücken. Dabei sei ihm sofort Gravius in den Sinn gekommen (auch in Verbindung mit Fabricius, der von Gravius ja sehr geschätzt werde). Dieser solle sich durch die veritatis coelestis religiosa cognitione (a6v) für alles wappnen.

(Marion Gindhart)