Camerarius an Gremp, 16.01.1568

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Camerarius an Gremp, 09.01.15629 Januar 1562 JL
 Briefdatum
Camerarius an Gremp, 26.03.156826 März 1568 JL
Camerarius an Gremp, 27.07.156827 Juli 1568 JL
Werksigle OCEp 1104
Zitation Camerarius an Gremp, 16.01.1568, bearbeitet von Manuel Huth und Ulrich Schlegelmilch (29.05.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1104
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 255-256
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen Schelhorn 1740, S. 115-116 (Auszug)
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Ludwig Gremp von Freudenstein
Datum 1568/01/16
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Straßburg
Gedicht? nein
Incipit Attulit mihi filius meus Ludovicus literas tuas
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Biographisches (Familie); Werkgenese
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen Philipp noch als erwähnte Person anlegen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:US
Gegengelesen von Benutzer:HIWI4; Benutzer:US
Datumsstempel 29.05.2019
Werksigle OCEp 1104
Zitation Camerarius an Gremp, 16.01.1568, bearbeitet von Manuel Huth und Ulrich Schlegelmilch (29.05.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1104
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 255-256
Sonstige Editionen Schelhorn 1740, S. 115-116 (Auszug)
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Ludwig Gremp von Freudenstein
Datum 1568/01/16
Datum gesichert? ja
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Straßburg
Gedicht? nein
Incipit Attulit mihi filius meus Ludovicus literas tuas
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Biographisches (Familie); Werkgenese
Datumsstempel 29.05.2019


Zielort mutmaßlich.

Regest

Camerarius' Sohn Ludwig habe ihm den Brief Gremps überbracht. Hätte nur Ludwig (bei seinem Besuch in Straßburg) vertraut mit Gremp reden können und von ihm mehr über seinen Bruder Philipp erfahren, unter anderem, wie Gremp über Philipp denke! Neulich hatte Camerarius einen Brief über Philipp an Gremp verfasst, der sicherlich zugestellt wurde. Es sei ein freimütiger Brief, den er wie an einen alten Freund geschrieben habe. Er sei in einem Alter, in dem er selbst entscheiden müsse, was am besten sei, und diese Entscheidung dann auch verfolgen müsse. Er habe seine Söhne freigiebig unterstützt, wie es sich für einen Vater gehöre. Er habe ja nicht gefordert, dass sie dem Vorteil des Camerarius dienten, sondern er wolle, dass sie ihrem eigenen Nutzen dienten. Er habe (doch nur) den langfristigen Nutzen für seine Kinder im Sinn. Zweifellos werde Gremp seinen Sohn dabei unterstützen.

Über das, was Gremp schreibe (unklar), müssten Philipp und er für den Moment selbst entscheiden. Er überlasse die Angelegenheit ihrem Urteil und müsse nicht mehr dazu schreiben.

Gute Wünsche für die bevorstehende Hochzeit von Gremps Tochter (unbekannt; s. Anm.).

Wie man sage, sei ein sonderbarer Mann (wohl Matthias Flacius; s. Anm.) (nach Straßburg) gezogen. Camerarius würde Mitleid mit dem Schicksal dieses Mannes haben, wenn dieser es nicht selbst zu verantworten hätte. Er wolle nicht, dass sich das Schicksal (Straßburgs) mit seinem verbände, wie es in der Tragödie heiße. Aber die Werke Gottes seien wunderbar und den Menschen verborgen (Sir. 11, 4), wie Jesus Sirach sage, den Camerarius erneut herausgegeben habe (Camerarius, Sapientia Jesu filii Sirachi, 1568). Camerarius habe den Druck dem Sohn Gremps (unbekannt) schicken wollen, aber der Bote habe sich geweigert, ihn zu transportieren. (Camerarius habe es neu gedruckt, weil) es eine Zeit gewesen sei, in der man bedenken müsse, welche Gefahr der Kirche Christi von der Belagerung durch ihre Feinde drohe, und man achtgeben müsse, dass ihr nicht durch innere Zwistigkeiten Wunden zugefügt werden. Aber darüber wolle Camerarius jetzt nicht schreiben.

Gremp und seine Familie sollten wohl leben. Grüße von der Familie.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "Gremps Tochter": Gremp hatte neun Töchter. Es ist unklar, welche gemeint ist.
  • "ein sonderbarer Mann": Flacius war 1567 bis 1573 in Straßburg (vgl. Scheible 2005, S. 67). Die abfälligen Bemerkungen des Camerarius über diesen nicht genannten Mann legen nahe, dass es sich um Flacius handelt, da beide verfeindet waren.
  • "Sohn Gremps": Gremp hatte zwei Söhne. Es ist unklar, welcher gemeint ist.