Camerarius an Herold, 10.12.1564

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0766
Zitation Camerarius an Herold, 10.12.1564, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (02.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0766
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 360
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Herold
Datum 1564/12/10
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Quae mihi significavit filius meus de eo negotio
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Medizin; Pest (Leipzig)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:AK
Gegengelesen von Benutzer:MH; Benutzer:US
Datumsstempel 2.12.2019
Werksigle OCEp 0766
Zitation Camerarius an Herold, 10.12.1564, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (02.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0766
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 360
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Herold
Datum 1564/12/10
Datum gesichert? nein
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Quae mihi significavit filius meus de eo negotio
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Medizin; Pest (Leipzig)
Datumsstempel 2.12.2019


Regest

Camerarius habe sich etwas über das gewundert und geärgert, was ihm sein Sohn über die Angelegenheit berichtet habe, die er selbst neulich angefangen habe, als er dort war. Wenn man aber so etwas von ihm in der Lebenslage, in der sich sein Sohn befinde, gefordert hätte, hätte er lakonisch mit "Nein" geantwortet. Diejenigen aber, die diese Dinge so handhabten, irrten sich auf vielfache Weise. Aber jeder habe seine eigenen Methoden. Denn keine Methode sei so untauglich, dass sie denjenigen, die sie anwendeten, nicht klug erscheine. Er habe seinem Sohn zurückgeschrieben, dass er die Angelegenheit ganz ihm überlasse, habe ihm aber – wie erbeten – seine Meinung mitgeteilt. Er wolle nicht mehr darüber schreiben, bete aber, dass die Angelegenheit gut und vorteilhaft für sie alle ausgehe. Von allen Lebewesen ständen schließlich die auf der untersten Stufe, die an einem Ort verblieben und Zoophyten genannt würden.

Vor kurzem hätten einige Seuchenfälle (contagiones) manche hier (in Leipzig) in Schrecken versetzt. Gerade sei aber noch alles ruhig, er wisse nur nicht, wie lange noch. Denn ringsherum seien Krankheiten im Umlauf und man könne sehen, wie der Zustand der Luft sei (s. Anm.). Er habe nämlich den Verdacht, dass es sich hier wie dort um dieselbe Krankheit handle. Vor vier Tagen sei Caspar Neefe der Praeses bei einer Disputation in ihrem Fachgebiet (der Medizin) gewesen. Die Hauptpunkte habe er (seinem Sohn) Joachim geschickt. Von Neefe seien sie zu einem Festessen eingeladen worden, das der Disputation in nichts nachgestanden habe. Auch Herold sei lobend erwähnt worden.

Er habe diesem Brief ein Schreiben an seinen Sohn beigegeben, da er nicht wisse, wo er (Joachim) sich gerade aufhalte. Er wisse nicht, ob Herolds Schwiegersohn / Schwager (gener) dorthin gekommen sei. Aber er glaube, dass sein Sohn mit Herold über diese Angelegenheit gesprochen habe.

Grüße von Camerarius' an Herolds Familie. Lebewohl.

(Anne Kram)

Anmerkungen

  • "wie der Zustand der Luft sei": Man glaubte, dass bestimmte Ausdünstungen für das Aufkommen von Seuchen verantwortlich waren.