Camerarius an Hier. Wolf, 09.08.1564

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Hier. Wolf an Camerarius, 13.07.156413 Juli 1564 JL
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Camerarius an Hier. Wolf, 22.05.156422 Mai 1564 JL
 Briefdatum
Hier. Wolf an Camerarius, 07.02.15657 Februar 1565 JL
Hier. Wolf an Camerarius, 13.03.156513 März 1565 JL
Hier. Wolf an Camerarius, 01.05.15651 Mai 1565 JL
Werksigle OCEp 0838
Zitation Camerarius an Hier. Wolf, 09.08.1564, bearbeitet von Manuel Huth (30.11.2018), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0838
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 486-487
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen Zäh 2013, Nr. 263
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Wolf
Datum 1564/08/09
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Augsburg
Gedicht? nein
Incipit Heri sunt mihi redditae litterae tuae et una cum iis
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Biographisches (Buchbesitz); Biographisches (Krankheit); Politische Neuigkeiten; Dreikronenkrieg (1563-1570)
Handschrift
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von
Datumsstempel 30.11.2018
Werksigle OCEp 0838
Zitation Camerarius an Hier. Wolf, 09.08.1564, bearbeitet von Manuel Huth (30.11.2018), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0838
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 486-487
Sonstige Editionen Zäh 2013, Nr. 263
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Wolf
Datum 1564/08/09
Datum gesichert? ja
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Augsburg
Gedicht? nein
Incipit Heri sunt mihi redditae litterae tuae et una cum iis
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Biographisches (Buchbesitz); Biographisches (Krankheit); Politische Neuigkeiten; Dreikronenkrieg (1563-1570)
Datumsstempel 30.11.2018


Zielort mutmaßlich.

Regest

Gestern habe Camerarius Wolfs Brief zusammen mit dem beigegebenen Werk (sc. der Großen Katechese Gregors von Nyssa, vgl. den Brief vom 13.07.1564) erhalten. Er danke Wolf und werde die Auslagen erstatten. Grüße an den Bürgermeister (Johann Baptist Haintzel), der dafür gesorgt habe, dass Camerarius das Buch erhalten habe. Der Gedanke an das Unglück, das sie bereits erlitten hätten (s. Anm.), habe ihm nun auch Angst gemacht, als Wolf seine Absicht bekundet habe, das Buch zu schicken.

Dies habe er unter Nierenschmerzen geschrieben, von denen er nicht selten geplagt werde. Es sei eine Versammlung zum Gedenken an den verstorbenen Kaiser (Ferdinand) und zum Gebet für das Wohl des Reiches angesetzt worden. Als er sie nicht besuchen konnte, habe er diesen Brief geschrieben, da sich eine Gelegenheit zum Versenden ergeben habe. Camerarius teile die Furcht, über die Wolf schreibe (s. Anm.). Es solle so geschehen, wie es Gott gefalle. Doch es werde anders ausgehen, als die meisten dächten. Dem Schicksal könne man nicht entkommen, aber es werde unerwartet eine Zeit kommen, die wider alle Erwartung das Eine geben werde und das Andere noch nicht (Pindar, Pythische Oden 12, 30-32).

In dieser Gegend (sc. Sachsen) sei noch alles friedlich. Aber der “baltische Krieg“ (sc. der Dreikronenkrieg, s. Anm.) gehe weiter mit vielen Opfern und großen Verlusten. Der Rostocker Friedenskongress sei fruchtlos verlaufen. Im Angesicht der zum Kongress geladenen Gesandten sei ein schwedisches Schiff im Hafen Rostocks von der Flotte der Dänen und ihren Verbündeten angegriffen worden. Da das Schiff nicht verteidigt werden konnte, habe es der Kapitän zusammen mit sich selbst und etwa 30 weiteren Männern versenkt. Danach solle es noch eine Seeschlacht gegeben haben, über die man noch nichts Sicheres sagen konnte.

Die Ereignisse, über die Wolf schreibe (sc. die Ortenburger Adelsverschwörung, vgl. den Brief vom 13.07.1564), würden weder in gleicher Weise berichtet noch gedeutet. Dennoch sei gleichsam bekannt, dass sie, wie Wolf sage, einen Bürgerkrieg ankündigten. Sie könnten nur noch beten, denn ihre Ratschläge fänden kein Gehör. Sie sollten sich also in frommer und rühmlicher Tugend üben und ihre Sorgen Gott überlassen.

Die an Freunde mitgeschickten Briefe lasse er zustellen. Lebewohl.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "Aber der Gedanke an das Unglück (…)": vermutlich Anspielung auf ein verlorenes Buch, möglicherweise bezieht sich Camerarius auf den Brief vom Camerarius an Hier. Wolf, 24.07.1561.
  • "Camerarius teile die Furcht, über die Wolf schreibe": Hieronymus Wolf hatte Brief vom 13.07.1564 geschrieben, die neuesten politischen Entwicklungen ließen ihn um Augsburg fürchten.
  • der „Baltische Krieg“: Aufgrund der Erwähnung der Dänen und Schweden ist vermutlich der Dreikronenkrieg und nicht der Livländische Krieg gemeint, obwohl im Verlauf dieses Krieges kaum Kampfhandlungen im Baltikum stattfanden.
  • "Danach solle es noch eine Seeschlacht gegeben haben (…)": vielleicht ist die Seeschlacht vor Warnemünde am 12.07. gemeint.