Camerarius an Hier. Wolf, 12.06.1572

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Hier. Wolf an Camerarius, 25.12.157125 Dezember 1571 JL
 Briefdatum
Hier. Wolf an Camerarius, 05.09.15725 September 1572 JL
Camerarius an Hier. Wolf, 26.09.157226 September 1572 JL
Hier. Wolf an Camerarius, 22.12.157222 Dezember 1572 JL
Werksigle OCEp 0845
Zitation Camerarius an Hier. Wolf, 12.06.1572, bearbeitet von Manuel Huth (30.07.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0845
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 493-494
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen Zäh 2013, Nr. 415
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Wolf
Datum 1572/06/12
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Augsburg
Gedicht? nein
Incipit Unus ex scolasticis nostris fecit mihi pergratum
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Pest (Tübingen)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 30.07.2019
Werksigle OCEp 0845
Zitation Camerarius an Hier. Wolf, 12.06.1572, bearbeitet von Manuel Huth (30.07.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0845
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 493-494
Sonstige Editionen Zäh 2013, Nr. 415
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Wolf
Datum 1572/06/12
Datum gesichert? ja
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Augsburg
Gedicht? nein
Incipit Unus ex scolasticis nostris fecit mihi pergratum
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Pest (Tübingen)
Datumsstempel 30.07.2019


Zielort mutmaßlich.

Regest

Camerarius sei einem seiner Schüler sehr dankbar, der ihm ermöglicht habe, Wolf einen Brief zu schicken, auch wenn er dieses Jahr schon den ein oder anderen Brief gesendet habe, in dem er sich vor allem für die Sendung des Demosthenes (s. Anm.) bedankt habe. Auch habe er Wolf bereits mitgeteilt, dass seine Ethica (Nicomachea) immer noch unediert in Basel liege (vgl. den Brief vom 08.10.1571). Vor drei Jahren habe er sie dorthin geschickt. Es sei offenkundig, wie sehr man seine Werke schätze...! Camerarius habe gerade an der Vollendung der notationes περὶ τῶν ἐν ταῖς πράξεσι gearbeitet (s. Anm.), um sie dem Rest hinzufügen zu lassen, damit diese Arbeit in allen Teilen abgeschlossen sei.

Camerarius habe recht heftig unter seiner angegriffenen Gesundheit gelitten, während sein 73. Lebensjahr voranschritt. Erst jüngst sei sein Zustand bedrohlich gewesen.

Camerarius dachte, Wolf sei wohl schon, wie (zu dieser Zeit) üblich, im Bad oder werde dort bald sein. Camerarius würde die Heilquellen auch aufsuchen (und vermutlich nicht umsonst), wenn er nur näher bei ihnen wohnte – so wie einst, als er in Tübingen lebte. Es heiße, diese Stadt werde von einer heftigen Seuche heimgesucht. Camerarius habe nicht in Erfahrung bringen können, wie es um die dortige Universität bestellt sei. Camerarius mache sich große Sorgen, er selbst war ja einst dort tätig.

Vermutlich lebe dort keiner seiner Freunde mehr, außer vielleicht (Jakob) Schegg. Martin Crusius habe ihm einige Male geschrieben. Camerarius habe von ihm schon lange keinen Brief mehr erhalten und fürchte, dass ihm etwas zugestoßen sei.

Hier (in Leipzig) versuchten sich die redlichen Menschen gegen die Unternehmungen der Unruhestifter zu vereinigen (s. Anm.) und sähen ein, dass es am besten sei, Unrecht und Gewalt zu ertragen, wenn man nicht zurückschlagen könne. Vielleicht werde es also künftig weniger Streit- und Ächtungsschriften geben. Heute vor Tagesanbruch sei der Kurfürst (August von Sachsen) vorbeigereist - angeblich nach Hessen. Es hieß, er reise mit seinem ganzen Gefolge (von Zeitz aus? - cissijs vehi dicebatur).

Lebewohl.

(Manuel Huth)

Anmerkungen