Camerarius an Hommel, 26.06.1559

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0772
Zitation Camerarius an Hommel, 26.06.1559, bearbeitet von Manuel Huth, Ulrich Schlegelmilch und Alexander Hubert (14.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0772
Besitzende Institution Krakau, BJ
Signatur, Blatt/Seite Berl. Autografy (K. 72), Camerarius I
Ausreifungsgrad Konzept
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 370-372
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johann Hommel
Datum 1559/06/26
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 6. Cal. Quint.; o.J.; Jahr nach Woitkowitz 2008, S. 95
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Accessit postridie Iduum ad oculi affectionem
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Biographisches (Krankheit); Mathematik
Handschrift nicht gesehen
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:US; Benutzer:HIWI
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 14.03.2020
Werksigle OCEp 0772
Zitation Camerarius an Hommel, 26.06.1559, bearbeitet von Manuel Huth, Ulrich Schlegelmilch und Alexander Hubert (14.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0772
Besitzende Institution Krakau, BJ
Signatur, Blatt/Seite Berl. Autografy (K. 72), Camerarius I
Ausreifungsgrad Konzept
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 370-372
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johann Hommel
Datum 1559/06/26
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 6. Cal. Quint.; o.J.; Jahr nach Woitkowitz 2008, S. 95
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Accessit postridie Iduum ad oculi affectionem
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Biographisches (Krankheit); Mathematik
Datumsstempel 14.03.2020


Regest

Am 14. sei zu Camerarius' Augenleiden noch ein heftiger Anfall seiner Krankheit dazugekommen, von dem er noch immer geschwächt sei. An jenem Tag habe er eigentlich frohen Mutes Euripides' Hiketiden übersetzen wollen, als ihn ein Ausbruch der Rose (ἔκκρισις ἐρυσιπελατώδης) plötzlich unsanft niedergestreckt habe. Ekel und Übelkeit plagten ihn, und sein Gang sei unsicher. Wenn er schlaflos daliege, kämen ihm, wie Hommel ja wisse, viele Gedanken.

So habe er auch angefangen, im Schlaf Geometrie zu betreiben. Dabei hatte er den Hinweis vieler im Kopf, die ägyptischen Pyramiden verschluckten ihren eigenen Schatten, was wohl dadurch geschehe, dass sie bei Sonnenhöchststand keinen Schatten werfen könnten, wie Lukian berichte. (Wirklich Schattenlos könnten sie ja nicht sein.) Er habe also das geometrische Problem untersucht und, da er Hommel nicht hier konsultieren könne, an ihn geschrieben.

Was solle Camerarius auch tun? Er habe keine Grundstücke oder Ähnliches, die er vermessen könne, in ihrem Garten - der ihm nicht einmal gehöre - verhindere ein Zaun die vollständige Ausmessung der Fläche, und so schweife sein Geist eben bis zu solchen Orten. Auch als er neulich Ciceros Somnium Scipionis erklärt habe, habe er nicht nur die Erde, sondern gar die Sterne zu vermessen versucht. Doch zurück zum mathematischen Problem: (Im Folgenden gibt Camerarius die Aufgabenstellung an): Zu berechnen ist mit den Maßen der Pyramide die Höhe der Pyramide, die bei der Sonnenwende keinen Schatten wirft. Doch was anfangen mit Herodots Hinweis, die höchste Pyramide sei überall 800 Fuß breit gewesen und ebenso hoch? Könne der Schatten darin verschwinden? Doch Hommel solle das Problem lösen und wohlleben. Über den Rest würden ihn zweifelsohne andere unterrichten.

(Alexander Hubert)

Anmerkungen zur Überlieferung

  • Konzept in Krakau unvollständig und mit leichten Abweichungen zum Druck; s. Woitkowitz 2008, S. 96 Anm. 184
  • Gemäß Kat. Radowitz I 1864 befand sich in dieser Autographensammlung das (nicht unterzeichnete) Original (?) des Schreibens (die Angabe "6 Seiten in 4°" deutet eher auf eine Abschrift hin); vgl. a.a.O. die näheren Ausführungen zum Inhalt und den wichtigen Hinweis, das das - heute verschollene - "Original" ganz abweichend auf den 26.10.1561 datiert war.