Camerarius an Jakob Fuchs, 16.11.1527

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0339
Zitation Camerarius an Jakob Fuchs, 16.11.1527, bearbeitet von Manuel Huth und Alexander Hubert (31.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0339
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. S8r-T1v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Jakob Fuchs von Walburg
Datum 1527/11/16
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum XVI. Cal. Dec. An. Christi MDXXVII
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? ja
Incipit Quinto Id. Sextil. e Prussia fasciculus literarum allatus est ad me
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand unkorrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:HIWI
Gegengelesen von
Datumsstempel 31.03.2020
Werksigle OCEp 0339
Zitation Camerarius an Jakob Fuchs, 16.11.1527, bearbeitet von Manuel Huth und Alexander Hubert (31.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0339
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. S8r-T1v
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Jakob Fuchs von Walburg
Datum 1527/11/16
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum XVI. Cal. Dec. An. Christi MDXXVII
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? ja
Incipit Quinto Id. Sextil. e Prussia fasciculus literarum allatus est ad me
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Datumsstempel 31.03.2020


Regest

Am 11. August habe Camerarius einige Briefe aus Preußen erhalten, die Custor an Freunde gesandt habe, darunter einen an Fuchs. An Camerarius selbst habe Custor einen langen Brief geschrieben mit der alten Klage, der er auch persönlich vorzubringen und in allen Briefen zu erwähnen pflege. Dabei betreffe das Thema seiner Klagen Camerarius und Fuchs noch viel mehr. Camerarius aber habe nie viel davon gehalten, die Fehler anderer zu kritisieren, wie es schwache Gemüter zu tun pflegen. Dieser Ausspruch aber solle ihrem gemeinsamen Freund nicht zu Ohren kommen, den auch Camerarius schätze. Das dieser aber nun ähnliche Klagen von sich gebe wie sie da weit verbreitet seien, könne Camerarius nicht gutheißen.
Freilich suche niemand nach einer Niederlage die Schuld bei sich selbst, sondern lieber bei anderen. Warum aber sei es so üblich, zu kritisieren, anstatt durch Korrektur die Lage zu verbessern? Und warum fange nicht jeder bei sich selbst damit an? Gewiss hätten viele recht, die die Schlechtigkeit der Zeiten anprangerten, jedoch müsse man doch bei der Kritik darauf achten, die gesunden Teile der Gesellschaft nicht mit zu schädigen. Doch genug davon.
Den Brief aus Preußen lege Camerarius diesem bei.
Camerarius habe neulich einen wortreichen Brief an Fuchs geschickt, allerdings anonym, um Fuchs nicht zu schaden (ihm selbst würde ja bereits offen der Krieg erklärt). Den habe er an Andreas geschickt, von dem er, zumal nach Jakobs Wohltat ihm gegenüber, sicher sei, dass er Jakob treu sei. Camerarius schreibe in diesem Brief nichts Gefährliches, aber gewisse Leute würden im Moment ja alles zu seinem Nachteil auslegen. Er mache sich Sorgen um Fuchs. Bei ihm sei alles beim Alten. Nicht nur üble Nachrede (ignominia), sondern auch ein Schicksalsschlag (calamitas) machten ihm so sehr zu schaffen, dass er Trost nur noch in der Religion finde.
Johannes Rullus sei diese Tage bei ihm gewesen, Fuchs' Freund, im selbst ein Trost in der traurigen Angelegenheit wegen seines Bruders (in hoc luctuosiss. casu fratris mei); Camerarius habe ihm gedankt und von ihm erfahren, dass Rullus auf dem Hinweg nur kurz, danach aber länger bei Fuchs verweilen werde.
Camerarius aber wisse nicht, in welchem Zustand seine familiären Angelegenheiten seien, da er im ganzen Monat noch keinen Brief von seinen Angehörigen erhalten habe. Und er wisse nicht, was passieren könne. Er habe Rullus gebeten, Fuchs und seinen Bruder um Rat zu fragen, damit diese drei gemeinsam beschlössen, was weiter zu tun sei. Er selbst werde nicht einmal versuchen, schriftlich seinen Schmerz oder seine Meinung zum Ausdruck zu bringen; er bitte Fuchs nur, dass dieser bei Rullus Rückkehr bitte Camerarius' familiäre Lage, die er selbst nicht kenne, in Betracht ziehen möge.
Camerarius bete für sich und Fuchs. Lebwohl.

(Alexander Hubert)