Camerarius an Karlowitz, 22.05.1547

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0580
Zitation Camerarius an Karlowitz, 22.05.1547, bearbeitet von Manuel Huth, Eva Theilen und Torsten Woitkowitz (02.02.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0580
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 157-164
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen Woitkowitz 2003, S.164-181, Nr. 15
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Christoph von Karlowitz
Datum 1547/05/22
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Jahr lt. Woitkowitz 2003, S. 174 (11. Cal. Iunii); im Druck fälschlich auf das Jahr 1541 datiert
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Würzburg
Zielort Feldlager vor Wittenberg
Gedicht? nein
Incipit Pro nostra necessitudine, quae in coniunctione animorum et communitate
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Schmalkaldischer Krieg (1546-1547); Werkgenese; Biographisches (Reise)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:HIWI3; Benutzer:TW
Gegengelesen von Benutzer:MH
Datumsstempel 2.02.2019
Werksigle OCEp 0580
Zitation Camerarius an Karlowitz, 22.05.1547, bearbeitet von Manuel Huth, Eva Theilen und Torsten Woitkowitz (02.02.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0580
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 157-164
Sonstige Editionen Woitkowitz 2003, S.164-181, Nr. 15
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Christoph von Karlowitz
Datum 1547/05/22
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Jahr lt. Woitkowitz 2003, S. 174 (11. Cal. Iunii); im Druck fälschlich auf das Jahr 1541 datiert
Sprache Latein
Entstehungsort Würzburg
Zielort Feldlager vor Wittenberg
Gedicht? nein
Incipit Pro nostra necessitudine, quae in coniunctione animorum et communitate
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Schmalkaldischer Krieg (1546-1547); Werkgenese; Biographisches (Reise)
Datumsstempel 2.02.2019


Adressat lt. Woitkowitz 2003, S. 164-165 (im Druck nicht genannt). Zielort ermittelt lt. Woitkowitz 2003, S. 174

Regest (nach der Ausgabe von Torsten Woitkowitz)

(1) C. zweifelt an K. Dieser soll zur Demonstration, daß eine Stadt (N. N.) mit Abneigung gegenüber K.' Herrn (dem Kaiser) steht, vor manchen Mächtigen einen von einem angesehenen Bürger (N. N.) dieser Stadt an C. gerichteten Privatbrief verlesen und dabei C. genannt haben. Dieses Tun hielt C. von der Vollendung eines K. zugedachten Werkes („Belli Smalcaldici ... commentarius") ab.

(2) Auf jede Weise werden jetzt die Besiegten bedrückt und die Sieger gereizt. Die Veröffentlichung abgefangener Briefe ist Ausdruck maßlosen Hasses und niedriger Sinnesart.

(3) C. ist sich keines schuldhaften Verhaltens bewußt. Keine Seite hat auf ihn gehört. Ebenso kann er die an ihn gesandten Briefe vertreten, auch einen (Philipp Melanchthons) vom Anfang (des Krieges) (=Melanchthon an Camerarius, 23.06.1546). Das Verbot zu klagen, zeigt das Ausmaß der Knechtschaft.

(4) Wenn K. C. des Gesinnungswandels anklagt, verlangt C. unter Berufung auf den ihm von K. erwirkten (kaiserlichen) Schutzbrief einen ordentlichen Prozeß. Zur Verteidigung führt C. seine (den Kaiser) preisenden Werke „Carolus sive Vienna Austriaca" sowie „Carolus sive Tunete" an, wofür man C. eigentlich Dank schulde. Polemische Schriften, wie (vom Kaiser) gewünscht, waren C. immer fremd. Dem Vorwurf der Mißbilligung mancher Handlungen (des Kaisers) entgegnet C., daß ihm, der diesem bis jetzt über das Maß zugeneigt war, niemand die Freiheit zur Kritik nehmen wird, da niedrige Schmeichelei Knechtschaft festigt. Für die allein in Christus liegende Wahrheit ist C. bereit, sein Leben zu geben.

(5) C. wünschte am Anfang (des Krieges) vergeblich, daß alle Fürsten und Stände Deutschlands gemeinsam über dessen Abwendung beraten hätten. Aber seit die einen (die Schmalkaldener) in die Flucht geschlagen und die anderen (Hz. Moritz von Sachsen) in den Krieg eingetreten sind, eskaliert die Lage. Die Kriegführung (des ksl. Heeres) ist grausam. Furcht, Aufrichtung einer Gewaltherrschaft, Wiedereinführung des Katholizismus oder ein Anschlag des Auslands soll das (ksl.) Trachten bestimmen.

(6) Um ihrer Freundschaft willen bittet C., daß seine Nennung niemandem schaden möge.

(7) Die Gewißheit, daß der Angriff (der kfl. Truppen) und die Verteidigung sich auf die von ihm bewohnte Stadtseite konzentrieren würde, vertrieb C. aus Leipzig über Merseburg, wohin ihn Fs. Georg von Anhalt gerufen hatte, bis nach Würzburg, von wo C. seine Familie nach Nürnberg weiterschickte. Die Freunde halfen überall, insbesondere sein alter Freund (Daniel Stibar).

(8) C. bittet K., die zu schützen, denen die Frömmigkeit und die schönen Künste angelegen sind, besonders aber den wichtigsten Mann (Melanchthon).

(9) Der Zorn Gottes hat C.' Schaffenskraft vermindert und ihm öffentliches Auftreten und Lehren vorerst verleidet. C. hörte von (Caspar) Borners Tod und fürchtet um die Leipziger Universität.

(Torsten Woitkowitz)

Literatur und weiterführende Links