Camerarius an Kilian Sinapius, 1537

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0151
Zitation Camerarius an Kilian Sinapius, 1537, bearbeitet von Manuel Huth und Alexander Hubert (07.04.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0151
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. Z5r-Z7r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Kilian Sinapius
Datum 1537
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? ja
Incipit Talia saecla igitur quae tu Chiliane facundo
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefgedicht
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand unkorrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:HIWI
Gegengelesen von
Datumsstempel 7.04.2020
Werksigle OCEp 0151
Zitation Camerarius an Kilian Sinapius, 1537, bearbeitet von Manuel Huth und Alexander Hubert (07.04.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0151
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. Z5r-Z7r
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Kilian Sinapius
Datum 1537
Datum gesichert? nein
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? ja
Incipit Talia saecla igitur quae tu Chiliane facundo
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefgedicht
Datumsstempel 7.04.2020


Regest

Es handelt sich um ein Briefgedicht in 45 elegischen Distichen.
Solche Zeiten, wie Sinapius sie für das neue Jahr ankündige, befehle die webende Göttin vielleicht den Ihren auf. Camerarius habe seine Brief erhalten, unsicher, da der alte Schmerz wieder aufbreche. Wie er ihn gelesen habe und gesehen habe, dass er voller guter Omina und frommer Bitten sei, da habe er sogleich wieder Hoffnung geschöpft. Die Freude habe bewirkt, dass die Qual nicht mehr so sei wie dereinst.
Im Frieden sei es leicht, mutig zu sein, im Krieg aber zeige sich wahre Tapferkeit. Es sei also gut, dass Sinapius hoffe und vertraue, denn von allen Seiten habe man es auf ihre Köpfe abgesehen. Hier sei Krieg, dort strebe man nach den unbekannten Reichtümern des Erdkreises; dazwischen singen die Musen Trauerlieder, die unbelebte Natur antworte darauf und die Tiere klatschen dem Beifall, ja selbst die Städte fliehen vor den Menschen. Doch nicht so sehr ihr selbst erlittenes Unrecht quäle sie wie der elende Zustand der Welt und die Dummheit der Menschen.
Oh ihr Menschen, singe eine Jungfrau mit dem Namen des Himmels (d.h. die Muse Urania), wird euer Wahn nie ein Ende haben? Kaum finde man einen, der sich rechtens verhalte, und der wende sich auch sogleich ab, der eine Wahn, der andere Gier folgend. Ganze Heere folgten dem Pfad in den Untergang.
Rings um die Muse begleite sie der Chor mit traurigen Melodien; der Musenhain halle wider vor der Klage. Wenn einer aus dem Volk die Klagen höre, gehe es nicht an ihn. Doch einige wenige hörten doch die Musen und folgten ihrem Weg, wie man sehe; dazwischen Sinapius' Spuren, zu erkennen nur für den, der den Musen folgt, denn Sinapius lasse sich von der Stimme der Masse nicht von den guten Künsten abbringen und strebe nach dem Ruhm des Bruders (teque sinis potius fraternae tangere laudis / quaesita ingenio nomina clara suo). Denn er habe Vorbilder in der Familie. Und hoffentlich komme bald der Tag, der ihm und ihnen allen und dem schwäbischen Land Sinapius' Bruder zurückgebe, der die reichen Küsten der Musen verlassen habe.
Endlich erhalte Sinapius das Gedicht, das ihm schon so lange geschuldet sei; Camerarius habe es teils im Bade, teils mitten in der Nacht angefertigt. Sinapius möge es als Gedicht eines Freundes, nicht eines Dichters empfangen und die Verzögerung entschuldigen. Bleibe nur noch die Bitte an den Mann, der Camerarius im eigenen und im Namen seines Bruders lieb sei, die guten Künste nicht zu vernachlässigen und um die virtus bemüht zu bleiben.
Lebwohl.

(Alexander Hubert)