Camerarius an Languet, 01.10.1563

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Languet an Camerarius, 01.02.15631 Februar 1563 JL
 Briefdatum
Languet an Camerarius, 13.11.156313 November 1563 JL
Languet an Camerarius, 01.12.15631 Dezember 1563 JL
Languet an Camerarius, 06.03.15646 März 1564 JL
Werksigle OCEp 1123
Zitation Camerarius an Languet, 01.10.1563, bearbeitet von Manuel Huth und Ulrich Schlegelmilch (15.01.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1123
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 276-277
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen Schelhorn 1740, S. 46 (Auszug)
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hubert Languet
Datum 1563/10/01
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Calend. IIXbris
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum negotiorum domesticorum
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Politische Neuigkeiten; Biographisches (Familie)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:US
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 15.01.2020
Werksigle OCEp 1123
Zitation Camerarius an Languet, 01.10.1563, bearbeitet von Manuel Huth und Ulrich Schlegelmilch (15.01.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1123
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 276-277
Sonstige Editionen Schelhorn 1740, S. 46 (Auszug)
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hubert Languet
Datum 1563/10/01
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Calend. IIXbris
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum negotiorum domesticorum
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Politische Neuigkeiten; Biographisches (Familie)
Datumsstempel 15.01.2020


Regest

Als Camerarius wegen familiärer Angelegenheiten in seine Heimat (Bamberg) gereist sei, habe er den Brief Languets von Mitbürgern erhalten, die von der Frankfurter Messe zurückgekehrt waren. Dank dafür, dass Languet den Briefwechsel aufrechterhalten habe.

Anschließend sei Camerarius hierher (nach Nürnberg) gereist, um die Reise seines Sohnes Philipp nach Italien vorzubereiten, die dieser vor vier Tagen antrat. Gott möge ihren Plänen seinen Segen geben. Camerarius habe ihn mit allem Nötigen ausgestattet, damit nichts seiner Hoffnung (auf ein Studium in Italien) im Wege stehe.

Die contagiones der Krankheiten in Bamberg dürfe man nicht zu sehr fürchten, aber man dürfe sie auch nicht ignorieren. Universitäre Verpflichtungen riefen Camerarius zurück nach Leipzig. In acht Tagen wolle er dorthin zurückkehren.

(Unklar:) Für einen Krieg in England scheine nicht der rechte Zeitpunkt (importunum).

Über die Ereignisse in Dänemark (den Dreikronenkrieg) herrsche Schweigen.

Weshalb der mit seinem Heer nach Posen in Polen marschierende Herzog Erich (II.) entkommen konnte, wisse man nicht.

In der Gegend um Nürnberg gebe es wieder berittene Raubüberfälle. Der Würzburger Probst (unbekannt) sei entführt worden, als er vor der Pest geflohen sei.

Jakob Basilicus, der das Fürstentum Moldau nach der Vertreibung des (vorherigen) Herrschers (Alexandru Lăpușneanu) in Besitz genommen hatte, sei mit Sicherheit umgebracht worden, aber noch stehe nicht fest, bei welcher Gelegenheit und wie es geschah.

Camerarius wünsche, dass der Frieden in Frankreich bewahrt werden könne, und er freue sich, dass die Weisen Frankreichs verstanden hätten, wie viel besser es sei, der leidenden Heimat und dem darniederliegenden Staat zu helfen, als ihren Emotionen und Impulsen nachzugeben und ihre Interessen über das Wohl des Staates zu stellen.

Wenne Camerarius Languets Freund (Adrien Turnèbe?) irgendwie unterstützen könne, werde er dies tun. Grüße an denselben. Er kenne ihn schon längst aus seinen Schriften, die, wenngleich an einigen Stellen allzu "neugierig" (περιεργότερα; s. Anm.), dennoch voller Gelehrtheit seien.

Camerarius habe diesen Brief hiesigen Freunden zum Transport übergeben. Lebewohl und Bitte um einen Antwortbrief.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "allzu "neugierig" (περιεργότερα)": Der Begriff wird von den Söhnen mit curiosiora übersetzt. Gemeint sein dürfte, dass sich die Interessen Languets auf Bereiche erstreckten, die der Mensch eigentlich nicht erforschen darf.