Camerarius an Languet, 19.03.1569

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Chronologisch vorhergehende Briefe
Chronologisch folgende Briefe
 Briefdatum
Languet an Camerarius, 10.03.156910 März 1569 JL
Languet an Camerarius, 13.02.156913 Februar 1569 JL
Camerarius an Languet, 12.01.156912 Januar 1569 JL
 Briefdatum
Languet an Camerarius, 10.04.156910 April 1569 JL
Languet an Camerarius, 21.04.156921 April 1569 JL
Languet an Camerarius, 30.04.156930 April 1569 JL
Werksigle OCEp 1133
Zitation Camerarius an Languet, 19.03.1569, bearbeitet von Manuel Huth (16.01.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1133
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 287-288
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hubert Languet
Datum 1569/03/19
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Literas tuas non sine solicitudine de te
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 16.01.2020
Werksigle OCEp 1133
Zitation Camerarius an Languet, 19.03.1569, bearbeitet von Manuel Huth (16.01.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1133
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 287-288
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hubert Languet
Datum 1569/03/19
Datum gesichert? ja
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Literas tuas non sine solicitudine de te
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Datumsstempel 16.01.2020


Regest

Camerarius habe Languets Brief in den letzten Tagen erhalten, den er sehnlichst erwartet hatte, weil er sich Sorgen um Languet gemacht hatte. Der sorgfältig geschriebene Brief berichte über die Ereignisse, deretwegen sich überall verschiedene Gerüchte verbreitet hatten. Dank für diesen Brief.

Sollte Languet wieder (nach Leipzig) kommen wollen, solle er bitte zu niemand anderem als zu Camerarius gehen.

Man hoffe, dass die Auseinandersetzungen der Protestanten beendet oder zumindest für den Moment aufgehoben seien, (aber) man erzähle sich auch, dass der Boden für größere Zwistigkeiten und heftigere Auseinandersetzungen bereitet wurde. Nirgendwo zeige sich Hoffnung auf Eintracht, vielmehr scheine man neue Gelegenheiten für Streitereien und Hass zu suchen. Camerarius fürchte sich davor, wie das alles ausgehen werde.

Was Camerarius' im letzten Jahr durchgeführte Reise und die Angelegenheit betreffe, deretwegen er (nach Wien) gerufen worden war (s. Anm.), so habe er von Gerüchten erfahren, durch die damals getroffenen Entscheidungen (instituta tunc) angegriffen und auch seine eigene persona angegriffen werde. Dergleichen müsse man heutzutage aushalten.

Camerarius habe das, was er in Erfahrung gebracht habe, in einem schlichten und wahren Bericht dargestellt. Wenn etwas verborgen und unter Täuschung und Betrug versteckt sei, sollten sich die architecti (Bezug unklar) darum kümmern. Es werde sicherlich nicht der Strafe Gottes entgehen, der als einziger in die Herzen der Menschen blicke.

Was Languet über das Edikt (Bezug unklar) berichtet habe, sei vollkommen falsch und erdichtet. Der Kaiser (Maximilian) habe dem Vernehmen nach bereits eine Versammlung ausgeschrieben, und man glaube, er werde auch selbst nach Dresden kommen. Der transsylvanische Woiwode (Alexander II. Mircea) bedrohe die ungarische Grenze und viele Machthaber seien zu ihm übergelaufen.

Täglich erwarte man die Rückkehr des Christoph von Carlowitz, den der Kaiser vor einem Monat zu sich gerufen hatte.

Hier (in Leipzig) sei die Situation erträglich. Neulich sei es ziemlich schlecht um Camerarius' Gesundheit bestellt gewesen, aber es gehe ihm bereits besser. Lebewohl.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "deretwegen er (nach Wien) gerufen worden war": 1568 war Camerarius von Kaiser Maximilian II. Camerarius nach Wien berufen worden, um ihn als Ratgeber bei der Einrichtung der Wiener Universität und der Erstellung einer einheitlichen Kirchenordnung für die kaiserlichen Erblande heranzuziehen.