Camerarius an Lotichius, 24.10.1553

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Lotichius, 15.03.155315 März 1553 JL
Camerarius an Lotichius, 02.11.15522 November 1552 JL
Lotichius an Camerarius, 07.07.15517 Juli 1551 JL
 Briefdatum
Lotichius an Camerarius, 27.05.155427 Mai 1554 JL
Lotichius an Camerarius, 02.01.15552 Januar 1555 JL
Lotichius an Camerarius, 25.12.155625 Dezember 1556 JL
Werksigle OCEp 0464
Zitation Camerarius an Lotichius, 24.10.1553, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Manuel Huth (03.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0464
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. X4r-X5r
Zweitdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck S. 433-434
Sonstige Editionen Burman 1754, S. 64h
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Petrus Lotichius Secundus
Datum 1553/10/24
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Jahr (im Druck: IX. Cal. Novembr (o.J.)); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Neque temporum tranquillitas ea est neque offertur opportunitas
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Zweiter Markgrafenkrieg (1552-1554); Biographisches (Reise); Politische Neuigkeiten; Briefe/Parallelüberlieferung
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:US; Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:HIWI4; Benutzer:US
Datumsstempel 3.03.2020
Werksigle OCEp 0464
Zitation Camerarius an Lotichius, 24.10.1553, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Manuel Huth (03.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0464
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. X4r-X5r
Zweitdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck S. 433-434
Sonstige Editionen Burman 1754, S. 64h
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Petrus Lotichius Secundus
Datum 1553/10/24
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Jahr (im Druck: IX. Cal. Novembr (o.J.)); s. Hinweise zur Datierung
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Neque temporum tranquillitas ea est neque offertur opportunitas
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Zweiter Markgrafenkrieg (1552-1554); Biographisches (Reise); Politische Neuigkeiten; Briefe/Parallelüberlieferung
Datumsstempel 3.03.2020


Hinweise zur Datierung

Für die Datierung auf das Jahr 1553 sprechen folgende Umstände:

  • Daniel Stiebar von Rabeneck besuchte im Frühjahr 1554 wegen seiner Lähmung die Thermen von Baden-Baden (vgl. Wendehorst, Alfred: Das Stift Neumünster in Würzburg. Berlin/New York 1989 (Germania Sacra, N. F. 26), S. 317). Der Brief könnte sich auf dieses geplante Vorhaben beziehen.
  • Lotichius hielt sich von 1550 bis 1554 in Frankreich auf.
  • Camerarius musste 1552 wegen der Pest Leipzig verlassen und brachte die nächsten Monate mit Reisen zu. Auch im Brief spricht er davon, dass er fast das ganze Jahr auf Reisen war.
  • Im Brief spricht Camerarius davon, dass er nun schon seit ungefähr einem Jahr auf Reisen ist. Dies war nur in den Jahren 1546/47 und 1552/53 der Fall:
    • Gegen das Jahr 1546/47 spricht, dass Camerarius bereits am 21.10.1547 wieder in Leipzig ist (vgl. Woitkowitz 2003, S. 186 Anm. 7).
    • Für das Jahr 1552/53 spricht die Tatsache, dass er Anfang September 1552 wegen der Pest aus Leipzig floh (vgl. Woitkowitz 2003, S. 259 Anm. 3). Anschließend war er mit einigen Unterbrechungen über ein Jahr auf Reisen. Am 9. 11. 1553 war er noch in Nürnberg (Vgl. Woitkowitz 2003, S. 292 Anm. 1).

Heimpel datiert den Brief abweichend auf das Jahr 1550/1551, s.u.

Regest

Camerarius entschuldigt sich für seine seltenen Briefe. Er reise nun schon seit ungefähr einem Jahr umher und wechsle sein Haus wie ein Wiesel. Auch hier (in Nürnberg) fühle er sich mehr wie ein Gast denn wie ein Bürger der Stadt, auch wenn seine Familie bei ihm sei. Er würde gern zurück an die Leipziger Universität, aber aus Rücksicht auf seine Familie kehre er (noch) nicht zurück. Auch seien die Wege aufgrund der politischen Situation gefährlich, wie es heiße.

Er klagt über die gottlosen und verbrecherischen Verursacher dieser Situation (sc. des Zweiten Markgrafenkrieges), die er hier namentlich nicht nennen wolle. Ihnen bliebe das Gebet, da das Ende der Kämpfe noch nicht absehbar sei, wie er fürchte. Camerarius prangert die Verwüstungen und Plünderungen seiner Heimat durch ihre eigenen Bürger an, sowie die negativen Folgen für die Kirche und die Wissenschaften.

Gern möchte er von Stiebar hören, dass es ihnen allen gut gehe, dass die Schüler gute Fortschritte beim Lernen machten und sich um die Frömmigkeit bemühten.

Dass sich Georg (Fischer?) auf die Lektüre der Heiligen Schrift verlege (sc. ein Theologiestudium anstrebe?), missfalle weder seinem Patron (sc. Daniel Stiebar von Rabeneck) noch Camerarius. Dem Vorhaben stehe nichts mehr im Wege. Georg solle aber darauf achtgeben, sich nicht von seinem Entschluss abbringen zu lassen. Lotichius möge ihm und Georg Gabriel Grüße ausrichten.

Georg Gabriel sei zusammen mit Paul Lochner und dem anderen Lochner (Georg Gabriel) nach Burgund gereist. Das habe Stiebar so beschlossen.

Stiebar werde vermutlich in die "Thermen des herkynischen Waldes" reisen (sc. nach Baden-Baden?). Aber das wisse Lotichius vermutlich schon.

Camerarius wolle wissen, wie es um die Musen des Lotichius bestellt sei. Er selbst könne das Dichten nicht unterlassen, auch wenn seine Dichtungen nicht so ausgefeilt seien.

Lebewohl.

(Manuel Huth)

Literatur und weiterführende Links

  • August Heimpel: Quellen und Verzeichnisse zum Leben und zu den Werken von Petrus Lotichius Secundus. 13. Fortsetzung: Briefwechsel [2. Teil], in: Unsere Heimat [Schlüchtern] 22 (1930), 189-191, hier 190 (Katalogisat, Kurzregest); datiert 1550 oder 1551
  • http://www.aerztebriefe.de/id/00030747