Camerarius an Neuenahr, 12.08.1573

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Werksigle OCEp 0486
Zitation Camerarius an Neuenahr, 12.08.1573, bearbeitet von Manuel Huth, Michael Pöschmann und Vinzenz Gottlieb (18.04.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0486
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 030-032
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hermann von Neuenahr d.J.
Datum 1573/08/12
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum D. 12. M. Vilis. 73.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Nudius tertius allatae sunt Colonia ad me scriptae litterae
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Werkgenese; Biographisches (Krankheit); Büchersendung
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen MH an MP: s. Worddatei "OCEp 0486"
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:HIWI4; Benutzer:VG
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 18.04.2022
Werksigle OCEp 0486
Zitation Camerarius an Neuenahr, 12.08.1573, bearbeitet von Manuel Huth, Michael Pöschmann und Vinzenz Gottlieb (18.04.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0486
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 030-032
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hermann von Neuenahr d.J.
Datum 1573/08/12
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum D. 12. M. Vilis. 73.
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Nudius tertius allatae sunt Colonia ad me scriptae litterae
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Werkgenese; Biographisches (Krankheit); Büchersendung
Datumsstempel 18.04.2022


Regest

Vor drei Tagen habe C. den von N. in Köln verfassten Brief erhalten zusammen mit dem Buch, das an seinen Sohn Johannes gehen solle. In diesem Brief habe N. auch von schlechter Gesundheit geschrieben, was C. sehr betrübt habe. Um die Zustellung des Buches kümmere er sich bereits. C. bedanke sich für das Wohlwollen N.s gegenüber Johannes und hoffe, dass dieser N. einmal zu Diensten sein könne, damit er sein Wohlwollen nicht bereue.
Was C. anbelange, so gehe es ihm der Schwäche des Alters gemäß. Zur diesjährigen Sommersonnenwende sei er aber von einem heftigen Anfall einer Alterskrankheit (Harnzwang, στραγγουρία) erschüttert worden, die Platon als schwer heilbar, bei Greisen aber als unheilbar bezeichne. Vor kurzem aber habe er ein wenig Linderung finden können.
Um die Kräfte des Geistes stehe es leider auch nicht besser. Er sei nämlich kein stoischer Weiser, dem Krankheit nichts anhaben könne. Wie solle er denn auch nicht in tiefe Trauer versinken, wo er doch gegenwärtiges Übel mitansehen und sich vor kommendem fürchten müsse? All diese Probleme müssten Anstoß für N.s Kummer und größere Sorgen sein, da er das gegenwärtige Unglück aus der Nähe sehe und das künftige umso sicherer vorausbedenken könne.
Viele Leute aus dem Ausland seien auf der Durchreise hier (in Leipzig) zusammengekommen. Letztes Jahr sei eine französische Gesandtschaft zur Königswahl nach Polen geschickt worden und kehre nun, da sie ihr Ziel erreicht habe, mit einer polnischen Gesandtschaft zum König zurück. Wie C. höre, habe sein Fürst diese Leute fragen lassen, was er davon zu halten habe, daß sie in so großer Zahl durch sein Land zu ziehen wagten, ohne ihm ihre Aufwartung zu machen. Viele erwarteten ohnehin nichts Gutes von der Wahl dieses neuen Königs, doch C. schweife ab.
Für die vor zwei Jahren verschickten Psalmverse habe sich C. um die Drucklegung gekümmert, sodass sie letztes Frühjahr endlich erschienen seien. C. habe noch eigene Dichtungen hinzugefügt und einen Widmungsbrief an N. vorangestellt, was dieser hoffentlich gutheiße. Falls N. es dagegen nicht für angemessen erachte, daß C. dergleichen tue, ohne ihn vorher zu fragen, so bitte C. um Gnade, weil er der Ansicht gewesen sei, das Werk werde viele Leser finden und habe diese auch verdient, und weil er auf N.'s immerwährende, freundschaftliche Zuneigung vertraut habe.
Das Büchlein habe C. dem Überbringer des Briefes anvertraut, der beteuert habe, für die richtige Zustellung Sorge zu tragen, und er habe noch für N. hoffentlich interessante Lektüre hinzugefügt.

(Michael Pöschmann)