Camerarius an Oporinus, 13.06.1568

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 1284
Zitation Camerarius an Oporinus, 13.06.1568, bearbeitet von Manuel Huth und Jochen Schultheiß (07.07.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1284
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 544-546
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? ja
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johann Oporinus
Datum 1568/06/13
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Die 13. m(ensis) Iunii 68
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Straßburg
Gedicht? nein
Incipit Accepi literas tuas missas ad me Argentorato
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass Briefe/Glückwunschschreiben;Biographisches (Krankheit);Achtzigjähriger Krieg (1568-1648);Drucklegung
Register
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:JS
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 7.07.2019
Werksigle OCEp 1284
Zitation Camerarius an Oporinus, 13.06.1568, bearbeitet von Manuel Huth und Jochen Schultheiß (07.07.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1284
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 544-546
Fremdbrief? ja
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johann Oporinus
Datum 1568/06/13
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Die 13. m(ensis) Iunii 68
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Straßburg
Gedicht? nein
Incipit Accepi literas tuas missas ad me Argentorato
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Anlass Briefe/Glückwunschschreiben;Biographisches (Krankheit);Achtzigjähriger Krieg (1568-1648);Drucklegung
Datumsstempel 7.07.2019


Der Zielort wurde aus dem Briefinhalt erschlossen.

Regest

Camerarius habe den Brief erhalten, den ihm Oporinus aus Straßburg zugesandt habe. Da sich Camerarius nun unverzüglich die Möglichkeit biete, einen eigenen ebendorthin zurückzuschicken, wolle er diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen. Camerarius gratuliere Oporinus, dass er in diesem Alter noch Vater geworden sei und er damit nun endlich den Ertrag der Ehe empfangen habe. Gott möge noch weiteren Nachwuchs gewähren. Um Camerarius' Gesundheit stehe es nicht gut. Ein Nierenleiden bereite ihm Schmerzen. Dieses mache ihn träge und beeinträchtige seine Arbeitsfähigkeit.
Die politischen Zustände in der Heimat seien traurig. Im nahegelegenen Friesland sei es angeblich zu einer Schlacht gekommen (Anm. 1). Jener (ille, Anm. 2) habe irgendwann eine Neuedition des Aristides erwähnt, die er selbst besorgen wolle. Deshalb habe Camerarius seinen Leuten (nostri), als sie zur Messe nach Frankfurt aufbrachen, den Auftrag erteilt, sich nach jenem Werk zu erkundigen.
Was sei eigentlich aus dem Plautus geworden, den Camerarius einst mit einem Brief an Oporinus gesandt habe? Wo habe er sich versteckt? Oporinus schäme sich doch hoffentlich nicht über Camerarius' Vorwürfe? Ihn verdrieße die Mühe nicht, die er hineingesteckt habe, möge es auch noch so viele Versuche anderer gegeben haben, die Wunden bei diesem Autor zu heilen, und mögen, wie es scheint, noch weitere hinzukommen. Dies sei nämlich ein Feld, auf dem die Sorgfalt bei den Studien ins Unendliche abschweifen könne. Wenn Oporinus jedoch diese Leistung nicht drucken könne oder wolle - Camerarius hätte vollends Nachsicht -, dann solle er ihm das Buch, das noch seine Originalanmerkungen beinhalte, zurückgeben. So könne er sich wenigstens bisweilen an dem Anblick des Buches ergötzen und sich dabei entweder über seinen Fleiß erfreuen oder sich überlegen, was andere denn anders gemacht hätten. Dennoch wolle Camerarius, dass es dort (bei Oporinus) gedruckt werde. Die ganze Angelegenheit überlasse er Oporins Gutdünken. Wenn sein Buch nur nicht verende (Anm. 3)!
Über die "Chronologia" wolle Camerarius angesichts Oporins Versprechungen Ruhe geben. Er wisse, dass es für dieses Buch Nachfrage gebe. Wegen der Korrekturen, die er vorgenommen habe, wünsche Camerarius, dass es ein zweites Mal gedruckt werde. (Willem) Canter habe Camerarius darauf hingewiesen, dass er in dieser Schrift Cassius Dio den Beinamen Prussaensis gegeben habe (Anm. 4). Dieser stamme jedoch aus Nikaia. Camerarius habe ihn darum gebeten, dass er diesen Fehler des Erinnerungsvermögens korrigiere, und auch anderes, wenn er etwas entdecke. Camerarius hoffe, dass er das gemacht habe. Canters Begabung und Intelligenz sei Camerarius aufgefallen.
Ihm falle nichts weiter ein, was er noch schreiben könne. Am Beginn des Briefes habe er nicht gedacht, dass er so viel schreiben würde. Es folgt ein Abschiedsgruß an Frau und Söhnchen. Von dessen Geburt habe Camerarius bereits vor Oporins eigenem Hinweis in seinem Brief erfahren. Geschehen sei dies durch eine Nachricht von Claus Bromm, der in den Tagen davor angekommen sei. Lebewohl!

(Jochen Schultheiß)

Anmerkungen

  • Anm. 1: Hiermit spielt Camerarius auf die Schlacht von Heiligerlee vom 23.5.1568 an, die den Auftakt zum Achtzigjährigen Krieg bildet.
  • Anm. 2: Vor dieser Stelle ist es im Druck vermutlich zu einem Textverlust gekommen, da nicht ersichtlich ist, auf wen sich ille beziehen soll. Vermutlich ist hier der später im Brief noch namentlich erwähnte Willem Canter gemeint, der eine Gesamtübersetzung zu Aristides vorgelegt hat und in dieser auch auf die ältere Übersetzung des Camerarius verweist.
  • Anm. 3: Zu der gewünschten Neuauflage der Plautusausgabe sollte es nicht mehr kommen.
  • Anm. 4: In einem Brief an Canter vom 26.19.1567 bittet Camerarius Canter, er möge die entsprechende Korrektur vornehmen.