Camerarius an Sambucus, 09.-11.1568

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Camerarius an Sambucus, 21.01.156721 Januar 1567 JL
 Briefdatum
Camerarius an Sambucus, 05.04.15685 April 1568 JL
Sambucus an Camerarius, 11.1568November 1568 JL
Camerarius an Sambucus, 04.01.15694 Januar 1569 JL
Werksigle OCEp 1209
Zitation Camerarius an Sambucus, 09.-11.1568, bearbeitet von Manuel Huth (03.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1209
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 412-413
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes Sambucus
Datum 1568
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.; mutmaßliches Datum: September - November 1568 (s. u.)
Unscharfes Datum Beginn 1568-09
Unscharfes Datum Ende 1568-11
Sprache Latein;Griechisch
Entstehungsort Wien
Zielort Wien
Gedicht? nein
Incipit αἰάζειν τις τῶν πάλαι
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Bibliothek (Sambucus); Biographisches (Reise)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 3.03.2020
Werksigle OCEp 1209
Zitation Camerarius an Sambucus, 09.-11.1568, bearbeitet von Manuel Huth (03.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1209
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 412-413
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes Sambucus
Datum 1568
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.; mutmaßliches Datum: September - November 1568 (s. u.)
Unscharfes Datum Beginn 1568-09
Unscharfes Datum Ende 1568-11
Sprache Latein;Griechisch
Entstehungsort Wien
Zielort Wien
Gedicht? nein
Incipit αἰάζειν τις τῶν πάλαι
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Bibliothek (Sambucus); Biographisches (Reise)
Datumsstempel 3.03.2020


Absende-, Zielort und Datum mutmaßlich: Vermutlich in der Zeit verfasst, als sich Camerarius auf kaiserliche Einladung in Wien befand (September-November 1568). Dies legt die Erwähnung eines schon stattgefundenen Essens bei Sambucus sowie eines geplanten Aufenthaltes in seiner Bibliothek nahe.

Zur Sprache: Griechischer Brief mit lateinischer Version eines Ungenannten. Camerarius selbst fügte noch ein lateinisches PS sowie ein griechisches Zitat bei, das er selbst übersetzte.

Regest

Einer der Alten sage, dass er den Diotimos (Adramyttenus) beklage, wie dieser unter Kindern sitze und ihnen das Alphabet hersage (s. Anm.). Camerarius hingegen trauere, weil er schon seit langer Zeit nicht mehr Grammatik lehren könne, und wünschte, er könnte sofort zu seinen Studien (an die Universität (Leipzig)) zurückkehren – nicht jedoch ohne bei den Schätzen der Bibliothek des Sambucus so lange zu verweilen, wie es dieser gestatte und seine freie Zeit oder, um die Wahrheit zu sagen, seine Trägheit es zuließen. Die Bücher aber, die er nach einem Gastmahl des Sambucus mitgenommen hatte, nehme er in seine Hände, lese sie und erfreue sich an ihnen. Aber dabei wachse umso mehr in ihm der Wunsch, sich auch an den Titeln der übrigen Schriften zu erfreuen. So Gott wolle und es Sambucus passe, möge dies möglichst bald sein.

Anbei eines seiner Werke (unklar), über das sie vor Kurzem gesprochen hätten. Es sei zwar nicht ohne Sorgfalt verfasst, aber, wie Camerarius fürchte, doch nicht mit der angemessenen Gelehrtheit und Eleganz. Aber Sambucus solle selbst darüber urteilen und ihm aufzeigen, was gut und was schlecht ausgearbeitet sei.

Lebewohl.

Lateinisches PS: Anbei eine herrliche griechische Sentenz, die auf die Zeitumstände zutreffe – zusammen mit der Übersetzung des Camerarius. Denn Camerarius habe bemerkt, dass dies (wohl die Zufügung von Übersetzungen) von Sambucus gewünscht sei. Aus "Gegen die Juden" eines gewissen Andronikos Komnenos:

Der streitliebende Mensch habe sein ganzes Leben lang gelernt, sich zu streiten und den Groll zu lieben. Ein wahrheitsliebender Mensch hingegen lege die Worte, die er spreche, in die Wagschale seines Gewissens und wolle daher anderen nicht in jeder Hinsicht unbillig überlegen sein, sondern ertrage es ehrenhaft, wenn er in einigen Bereichen unterlegen sei.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "Einer der Alten (…) hersagte" = Anth. Pal. 11, 437. Der unbekannte Übersetzer des griechischen Briefes kannte die Stelle vielleicht nicht, da die lateinische Version durch die Verwendung des intransitiven "eiulare" nahelegt, dass Diotimus klagend aufseufzte.

Literatur und weiterführende Links