Camerarius an Schütz, 13.09.1533

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Chronologisch vorhergehende Briefe
Chronologisch folgende Briefe
kein passender Brief gefunden

kein passender Brief gefunden

Werksigle OCEp 1507
Zitation Camerarius an Schütz, 13.09.1533, bearbeitet von Manuel Huth (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1507
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Theriacis, 1533
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. b6v-b8r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johann Schütz von Weyll
Datum 1533/09/13
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Ermitteltes Jahr (Brief im Druck o.J.), s. Freitext
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Gut Eschenau
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum hoc tempore metus ingruentis pestilentiae in civitate nostra
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? ja
Paratext zu Camerarius, Libellus ad Pamphilianum de Theriaca, 1533
Kurzbeschreibung An Johann Schütz von Weyll adressierter Widmungsbrief zum Libellus ad Pamphilianum de Theriaca. Er ist komplementär zur Widmung an Johannes Magenbuch in De theriacis Antidotis gestaltet. Während dort Magenbuch vornehmlich in seiner Funktion als Arzt angesprochen wird und naturkundliche Fragen im Vordergrund stehen, stellt Camerarius hier den Feinsinn des Johannes Schütz für Eleganz und Literatur heraus und betont den Wert seiner Rezepte in Versform (Apoll sei der Gott der Medizin und der Dichtkunst). Zur Werkgenese schreibt Camerarius in stilisierter Weise, wie ihn die Pest zur Flucht aufs Land genötigt habe, wo er sich, angespornt von ihr, den Schriften Galens über Gegengifte widmete. Gleichsam als Gedächtnis- und Verstandesübung habe er seine Erinnerungen zusammengefasst und zusammen mit einigen Rezepten in Versform an Johannes Magenbuch geschickt, um sie drucken zu lassen. An Schütz schicke er nun Galens Ad Pamphilianum, damit dieser die Übersetzung dem Druck noch beifüge.
Anlass Pest (Nürnberg)
Register Theriak; Biographisches (Buchbesitz); Widmungsbrief
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:JS; Benutzer:US
Datumsstempel 17.12.2019
Werksigle OCEp 1507
Zitation Camerarius an Schütz, 13.09.1533, bearbeitet von Manuel Huth (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1507
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Theriacis, 1533
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. b6v-b8r
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johann Schütz von Weyll
Datum 1533/09/13
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Ermitteltes Jahr (Brief im Druck o.J.), s. Freitext
Sprache Latein
Entstehungsort Gut Eschenau
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum hoc tempore metus ingruentis pestilentiae in civitate nostra
Regest vorhanden? ja
Paratext ? ja
Paratext zu Camerarius, Libellus ad Pamphilianum de Theriaca, 1533
Kurzbeschreibung An Johann Schütz von Weyll adressierter Widmungsbrief zum Libellus ad Pamphilianum de Theriaca. Er ist komplementär zur Widmung an Johannes Magenbuch in De theriacis Antidotis gestaltet. Während dort Magenbuch vornehmlich in seiner Funktion als Arzt angesprochen wird und naturkundliche Fragen im Vordergrund stehen, stellt Camerarius hier den Feinsinn des Johannes Schütz für Eleganz und Literatur heraus und betont den Wert seiner Rezepte in Versform (Apoll sei der Gott der Medizin und der Dichtkunst). Zur Werkgenese schreibt Camerarius in stilisierter Weise, wie ihn die Pest zur Flucht aufs Land genötigt habe, wo er sich, angespornt von ihr, den Schriften Galens über Gegengifte widmete. Gleichsam als Gedächtnis- und Verstandesübung habe er seine Erinnerungen zusammengefasst und zusammen mit einigen Rezepten in Versform an Johannes Magenbuch geschickt, um sie drucken zu lassen. An Schütz schicke er nun Galens Ad Pamphilianum, damit dieser die Übersetzung dem Druck noch beifüge.
Anlass Pest (Nürnberg)
Register Theriak; Biographisches (Buchbesitz); Widmungsbrief
Datumsstempel 17.12.2019


Zu Entstehungsort und Abfassungsdatum

Entstehungsort mutmaßlich (ruri). Auf Gut Eschenau bei Nürnberg zog sich Camerarius mit seiner Familie während der Pestepidemie in Nürnberg (Juli 1533-Februar 1534) zurück. Es war im Besitz der Familie seiner Frau (vgl. Kunkler 1998, 149). Das Jahr des Briefdatums wurde aufgrund dieser Angaben ermittelt.

Regest

Vorbemerkung: Die Dedikationsepistel ist komplementär zur Widmung an Magenbuch verfasst, die sich auf Bl. a5v-a6r des eigentlichen "Commentariolus" befindet. Hier präsentiert sich Camerarius eher als Literat, während er sich dort eher als Naturkundler stilisiert.

Camerarius beginnt den Brief mit einer Schilderung, wie die überall in Nürnberg herrschende Angst vor der Pest ihn und seine Familie zur Flucht auf das Land (nach Gut Eschenau) veranlasst habe. Er hätte seinen Dienst (am Egidiengymnasium) ohnehin nicht mehr versehen können, aber einen Teil seiner Bücher (quasi possessionem quandam studiorum nostrorum) mit sich genommen.

In der Einsamkeit auf dem Lande habe er sich dann, weil er sich schon immer gern der Medizin gewidmet habe, mit den Schriften Galens befasst, die von den Medikamenten handeln. Dieser Teil des galenischen Werkes sei nach Durchsicht all der anderen Schriften dieses Autors (s. Anm.) noch übrig gewesen. Camerarius müsse Schütz nicht von den Qualitäten dieses Schriftstellers überzeugen, da Schütz als einer der ersten ihres Zeitalters einen Sinn für Eleganz und Literatur gezeigt habe, an dem es den übrigen Ärzten bisher gemangelt habe. Vor allem hätten Camerarius die Gegengifte beschäftigt, sei es nun, dass das Leid der Patienten durch Gifte, Tierbisse oder durch eine Verderbnis der Körpersäfte hervorgerufen werde, die von einer unmäßigen Lebensweise oder verdorbener Luft herrühre. Von diesen Studien habe er sich den größten Nutzen erhofft und auch die gegenwärtige Pest habe ihn in seinen Bestrebungen ermutigt. So habe er in Ruhe das aufgeschrieben, woran er sich noch erinnern konnte, gleichsam als Gedächtnis- und Verstandesübung. Er habe diese Schrift an Johannes Magenbuch geschickt, damit dieser sie zum Druck gebe, falls er sie für gut befinde. Camerarius habe noch einige Rezepte in Versform hinzugefügt (s. Anm.), für die es keine passendere Darstellungsform gebe, denn Apollo sei ja sowohl der Erfinder der Medizin als auch die Gottheit der Dichtung. Es habe ihn auch nicht von seinem Vorhaben abbringen können, dass dieses sein Vorgehen zwar den Studenten der schönen Künste und der Medizin willkommen sein werde, einigen Professoren dieser Kunst aber unerhört und unverschämt erscheinen dürfte. Er halte es für besser, dem Nutzen der ersteren zu dienen, als der Unerfahrenheit der letzteren Respekt zu erweisen. Die Schriften Galens hätten ihm alle sehr gut gefallen, besonders aber "Ad Pisonem" und der "Libellus ad Pamphilianum". Der "Libellus" sei ihm wegen seiner Kürze und Prägnanz besonders nützlich erschienen, und auch deswegen, weil er das bisher Gesagte gleichsam zusammenfasse. Beim Übersetzen dieses Büchleins habe er den Sinn gewahrt, die Wortstellung und Worte aber nach seinem Dafürhalten angepasst. Er habe dieses Büchlein an Schütz geschickt, damit er es den anderen (bereits an Magenbuch) geschickten Teilen hinzufüge.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

Literatur