Camerarius an Scheurl, 13.02.1538

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 1504
Zitation Camerarius an Scheurl, 13.02.1538, bearbeitet von Jochen Schultheiß (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1504
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Capra, Commentarii de rebus gestis pro restitutione Francisci Sfortiae, 1538
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. 2r-3r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Christoph Scheurl
Datum 1538/02/13
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Datierung am Ende des Briefes
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Tübingen
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Libellum istum acceptum a te
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu Capra, Commentarii de rebus gestis pro restitutione Francisci Sfortiae, 1538
Kurzbeschreibung Widmungsbrief an Christoph Scheurl, auf dem Titelblatt als praefatio angekündigt. Camerarius berichtet über die Initative Scheurls, die Camerarius zur Herausgabe des Werkes bewogen habe. Ferner lobt Camerarius die Qualitäten Capellas als Historiograph.
Anlass
Register Geschichtsschreibung; Zeitgeschichtsschreibung; Stilkritik; Widmungsbrief
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:JS
Gegengelesen von
Datumsstempel 17.12.2019
Werksigle OCEp 1504
Zitation Camerarius an Scheurl, 13.02.1538, bearbeitet von Jochen Schultheiß (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1504
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Capra, Commentarii de rebus gestis pro restitutione Francisci Sfortiae, 1538
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. 2r-3r
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Christoph Scheurl
Datum 1538/02/13
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Datierung am Ende des Briefes
Sprache Latein
Entstehungsort Tübingen
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Libellum istum acceptum a te
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu Capra, Commentarii de rebus gestis pro restitutione Francisci Sfortiae, 1538
Kurzbeschreibung Widmungsbrief an Christoph Scheurl, auf dem Titelblatt als praefatio angekündigt. Camerarius berichtet über die Initative Scheurls, die Camerarius zur Herausgabe des Werkes bewogen habe. Ferner lobt Camerarius die Qualitäten Capellas als Historiograph.
Register Geschichtsschreibung; Zeitgeschichtsschreibung; Stilkritik; Widmungsbrief
Datumsstempel 17.12.2019


Regest

Widmungsbrief an Christoph Scheurl, der auf dem Titelblatt als praefatio angekündigt wird. Camerarius gibt sich als Herausgeber des Druckes zu erkennen, den er bei dem von ihm gelobten Kraft Müller in Auftrag gegeben habe. Camerarius habe ursprünglich die Intention gehegt, sich ausführlicher über die mit dem Druck verfolgten Absichten zu äußern und auch von den Gesprächen mit Christoph Scheurl über das Werk selbst zu berichten. Hierzu hätte er aber auch einen von Christoph Scheurl ihm geschickten Brief aus Italien (epistula Italica) voranstellen und abdrucken müssen. Aus diesem wären die Absichten der Edition deutlich geworden. Er wäre jedoch zu lang gewesen, so dass Camerarius auf seinen Abdruck habe verzichten wollen. Camerarius bedankt sich bei Scheurl für seine Initiative zur Publikation des Werkes. Anderen Herausgebern derselben Schrift in Deutschland wirft Camerarius Entstellungen durch Abänderungen vor (Anm. 1).
Camerarius hebt die Qualitäten des Galeazzo Flavio Capra als Historiograph hervor: Zunächst sei er für seine gelungene Anordnung und Kommentierung der von ihm wahrgenommenen Ereignisse (omnia, quae fieri cerneret, annotare bono et illustri ordine) zu loben. Da er jedoch an den wichtigsten Beratungen und Beschlussfassungen persönlich teilgenommen habe (in praecipuis consiliis et deliberationibus versatus), sei er in besonderem Maße dazu in der Lage, die Ursachen der Ereignisse zu ergründen (caussas et origines rerum persequi). Camerarius preist den Wert Capras als Zeitzeuge an: Er verbinde die Verlässlichkeit (veritas), deren Deutungen jedoch mutmaßlich sind (cogitationibus et coniecturis suis) mit der persönlichen Wahrnehmung (cognitione sua). Dies verbinde er zudem mit einem angenehmen Stil (genus autem orationis omnino tale est, ut neque elegantia neque splendore careat), der dem Inhalt angemessen ist (exquisitum quoque ad hoc arguemntum). Als Argument für die Zuverlässigkeit (fides) Capellas (Capras) führt Camerarius die Existenz zahlreicher weiterer Zeitzeugen an, die gegen ihn angeführt werden könnten, sollte er sowohl in Hinblick auf Ratschlüsse als auch in Hinblick auf die Ereignisse lügen. Da sich Capella jedoch aufgrund seiner persönlichen Integrität (virum optimum atque doctissimum fuisse) empfehle und auch von der Zustimmung seiner Zeitgenossen gestützt werde, seien seine Schriften als zuverlässig einzustufen.

(Jochen Schultheiß)

Anmerkung

  • Anm. 1: Eine frühere Ausgabe des lateinischen Originaltexts im deutschen Sprachraum erschien 1535 in Hagenau bei Peter Braubach [1]