Camerarius an Stiebar, 07.03.1540

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Camerarius an Stiebar, 22.07.153822 Juli 1538 JL
 Briefdatum
Camerarius an Stiebar, 03.05.15403 Mai 1540 JL
Camerarius an Stiebar, 10.06.154010 Juni 1540 JL
Camerarius an Stiebar, 17.07.154017 Juli 1540 JL
Werksigle OCEp 1017
Zitation Camerarius an Stiebar, 07.03.1540, bearbeitet von Manuel Huth (04.07.2018), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1017
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 158-160
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1540/03/07
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Nonis Martii
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Tübingen
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Tuas literas scriptas Norimbergae
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Chirurgie; Biographisches (Krankheit)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen An US: Mir ist unklar, welcher Hieronymus gemeint ist, evtl. Baumgartner?
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:HIWI4
Datumsstempel 4.07.2018
Werksigle OCEp 1017
Zitation Camerarius an Stiebar, 07.03.1540, bearbeitet von Manuel Huth (04.07.2018), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1017
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 158-160
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1540/03/07
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Nonis Martii
Sprache Latein
Entstehungsort Tübingen
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Tuas literas scriptas Norimbergae
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Chirurgie; Biographisches (Krankheit)
Datumsstempel 4.07.2018


Regest

Camerarius habe den von Stiebar eilig in Nürnberg verfassten Brief erhalten, denn Stiebar habe es auf seiner Reise eilig gehabt. Den Brief den Camerarius selbst kurz vorher verfasst hatte, habe Stiebar offensichtlich noch nicht erhalten. Hätte Stiebar den Brief nur gelesen, bevor er das Geschäft in Nürnberg (unklar, Noricum negotium) getätigt hätte! Aber wenn es zur Zufriedenheit Stiebars geschehen sei, freue sich Camerarius und werde so handeln, wie Stiebar es befehle, und ihrem Hieronymus (Unbekannt) Dank abstatten.

Camerarius sei seit einiger Zeit nicht (in Tübingen) gewesen, weil er zu dem Chirurgen (Unbekannt) gereist sei, (s. Anm.) über den er Stiebar schon einmal erzählt hatte. Aber der Wundarzt habe Camerarius nicht als Patienten annehmen wollen oder können. Allerdings habe er zu Camerarius gesagt, er könne am 23. März zurückkehren, falls er wolle. Und er habe gut an diesem Versprechen getan. Es heiße, dass er vor anderthalb Jahren Ludwig (V. ?) von der Pfalz von einem chronischen Beinleiden geheilt hätte. Nun wisse Camerarius nicht, was er tun solle, denn er sehe es als schlechtes Omen an, dass er diesen Weg vergeblich auf sich genommen hatte und einige Beschwerlichkeiten und Gefahren durchleiden musste. Dies schrecke ihn vor einer Rückkehr ab. Camerarius hatte (nämlich) gerade Pforzheim (?; Phorcen) verlassen, als sein Pferd scheute, den Zügel durchbiss, ihn abwarf und am linken Fuß zwanzig Schritt weit schleifte. Der Schreiber jener Stadt (Unbekannt), ein Freund des Camerarius, habe ihn bis dahin begleitet und ihm nachher erzählt, dass er die Strecke nachgemessen habe. Glücklicherweise sei Camerarius glimpflich davon gekommen, denn nur sein Fuß sei leicht verletzt. Dies also schrecke ihn von dem Besuch beim Chirurgen ab, aber auch die medikamentöse Behandlung mit Salben und Räucherwerk (?; suffimina) widerstrebe ihm. Deshalb tendiere er mehr zu einem Thermenbesuch. Und so sitze er nun mit mäßig starken Schmerzen zu Hause herum und wisse nicht, was er tun solle.

Der Kaiser (Karl V.) solle in die Niederlande gereist sein, wie es heiße, und sein Bruder (Ferdinand) solle bereits bei ihm sein. Alle seien also guter Hoffnung, auch Camerarius.

Lebewohl.

(PS:) Camerarius habe den Werken Ciceros einen Brief an Stiebar vorangestellt (s. Anm). Er habe angeordnet, dass man die Bücher an Stiebar schicke, sobald sie gedruckt seien, denn er wünsche, dass Stiebar den Brief lese. Das Schicksal habe es nicht gut mit dieser Schrift gemeint. Nachdem nämlich Camerarius unter großer Anstrengung und sehr krank seine Annotationen für die Werke Ciceros vollendet hatte, habe er sie nach Straßburg geschickt, von wo aus sie nach Basel weitergeleitet werden sollten. Aber, wie er neulich erfahren habe, sei das Manuskript noch nicht zum Drucker (Johann Herwagen d.Ä.) gelangt. Camerarius wisse also nicht, was damit geschehen sei. Dies sei natürlich ziemlich lästig für Camerarius, der in der Eile dem Drucker sein Autograph geschickt hatte. Aber es solle so geschehen, wie Gott es wolle.

Camerarius habe seiner Thukydidesausgabe einen Brief an (Moritz von) Hutten vorangestellt. Wenn der Drucker dieses Buch bis zur (Basler) Messe (i.e. am 28.10.1540) drucken werde, werde Camerarius das Werk an Stiebar schicken lassen, damit er sie an Hutten weiterleite. Aber Stiebar möge den Brief vorher lesen, weil Camerarius ihn für sehr schön halte. Aber Camerarius fürchte, dass diese Widmung vergeblich sei und seine Studien gänzlich zugrunde gingen. Aber in je größere Gefahr sie gerieten, desto mehr glaube Camerarius, dass man nicht von ihnen ablassen dürfe. Obwohl er nur ein einfacher Soldat sei, wolle er sie entschlossen verteidigen.

Erneutes Lebewohl.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "(...) weil er zu dem Chirurgen gereist sei": Es handelt sich um einen Wundarzt aus Bad Königshofen. Dies geht hervor aus biographischen Anmerkungen in der Collectio Camerarina (vgl. München, BSB, Clm 10376, Nr. 8, Bl. 9r).
  • "Camerarius habe den Werken Ciceros einen Brief an Stiebar vorangestellt": In der Ausgabe von 1540 ist den Werken Ciceros nur ein Proöm an Stiebar vorangestellt, auf das sich Camerarius zu beziehen scheint. Theoretisch könnte er sich aber auch den Brief an Stiebar beziehen, den er seinen Annotationen voranstellte.
  • Die Basler Messe fand jährlich zwei Wochen vor dem Martinstag statt.