Camerarius an Stiebar, 13.10.1531

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Stiebar, 20.12.153120 Dezember 1531 JL
Camerarius an Stiebar, 24.06.153224 Juni 1532 JL
Camerarius an Stiebar, 27.12.153327 Dezember 1533 JL
Werksigle OCEp 0995
Zitation Camerarius an Stiebar, 13.10.1531, bearbeitet von Manuel Huth (23.07.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0995
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 131-132
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1531/10/13
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 3. Id. Octobr.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort Würzburg
Gedicht? nein
Incipit De hospitis tui rebus nihil habeo
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Widmungspraxis; Biographisches (Finanzielles)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen MH an US: Absatz über das Finanzielle unklar; unsicher auch: "Wie auch immer dieses Vorhaben ausgehe..."
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:JS
Datumsstempel 23.07.2019
Werksigle OCEp 0995
Zitation Camerarius an Stiebar, 13.10.1531, bearbeitet von Manuel Huth (23.07.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0995
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 131-132
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1531/10/13
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 3. Id. Octobr.
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort Würzburg
Gedicht? nein
Incipit De hospitis tui rebus nihil habeo
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Widmungspraxis; Biographisches (Finanzielles)
Datumsstempel 23.07.2019


Entstehungs- und Zielort mutmaßlich.

Regest

Über die Angelegenheiten von Stiebars Gast (unbekannt) habe Camerarius nichts zu schreiben, denn teilweise schienen sie schon abgeschlossen zu sein, teilweise immer noch verhindert worden zu sein. Vielleicht werde auch Camerarius in sie verwickelt. Menschen dieser Art entfernten sich gewöhnlich nicht ohne finanzielle Einbußen von zu Hause, es sei denn, um Geschäften nachzugehen. Es sei freundlich, dass Stiebar Camerarius und seine Familie einlade, aber sein Fußleiden fessle ihn an Betten und Schemel. Es habe sich jetzt plötzlich verschlimmert.

Wegen des Geldes habe Camerarius deutlich an Stiebar geschrieben, dass er ihm Geld leihen wolle, wenn er damit rechnen könne, dass der Verleih zu Stiebars Vorteil geschehe. Viele Dinge seien Camerarius (damals) durch den Kopf gegangen, weshalb er geglaubt habe, Stiebar bitte ihn um Geld. Camerarius bleibe bei seiner Meinung: Keinem Anderen werde er Geld leihen, wenn Stiebar das Geld annehmen wolle - nicht nur um Camerarius' willen, sondern vielmehr zu seinem eigenen Nutzen. Die von Stiebar gemachten Vorschläge mißfielen Camerarius aus keinem bestimmten Grund, er könne selbst nicht sagen, warum.

Was die Macrobius(-ausgabe) betreffe, werde Camerarius mit seinem Vorhaben fortfahren, wenn Stiebar einverstanden sei (s. Anm.). Camerarius wolle nichts (i.e. keine Bezahlung für die Widmung), sondern nur die Dankbarkeit (des Fürsten von Schwarzenberg). Aber einige (Widmungsempfänger) glaubten, nicht nur für solch empfangene Ehrungen (i. e. durch Widmungen) nicht dankbar sein zu müssen, sondern die Ehrenden sogar dafür hassten. Camerarius glaube nicht, dass dies auf diesen Mann (i. e. von Schwarzenberg) zutreffe. Und er halte auch von seinen eigenen Schriften nicht so wenig, dass er sie dieser Gefahr aussetzen wollte, wenn sie absehbar wäre. Aber im Vertrauen auf den Zuspruch Stiebars werde er sein Glück wagen. (Unsicher:) Wie auch immer dieses Vorhaben ausgehe, Stiebar solle wissen, dass er dafür einstehen müsse.

Lebewohl. Grüße von der Familie.

Hier (in Nürnberg?) habe sich ein Gerücht verbreitet, dass Stiebar auf den Platz des Kanzlers nachfolge. Camerarius wisse nicht genau oder vielmehr gar nicht, was das genau bedeute. Und er glaube, dass Männer vom Stand Stiebars es gar nicht anstreben dürften. Aber falls Stiebar die Ausübung dieses Amtes (ἀρχιγραμματεύειν) gestattet werde, werde sich Camerarius nicht schämen, nur die Rolle eines untergeordneten Schreibers zu spielen (ὑπογραμματεύειν), aber freilich nur Stiebar gegenüber. Wie Stiebar sehen könne, lasse sich Camerarius durch ungewöhnliche Gerüchte sogar jetzt noch zu nicht ganz passenden Scherzen hinreißen.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "Was den Macrobius betreffe (...)": Vermutlich geht es hier um den Plan, den Macrobius Paul von Schwarzenberg zu widmen.