Camerarius an Stiebar, 1530

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Camerarius an Stiebar, 02.08.15302 August 1530 JL
Werksigle OCEp 0988
Zitation Camerarius an Stiebar, 1530, bearbeitet von Manuel Huth (15.01.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0988
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 123-125
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1530
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort Würzburg
Gedicht? nein
Incipit Veni Norimbergam
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Biographisches (Krankheit); Biographisches (Krankheit)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen MH an US:
  • S. 124, 8. Zeile von unten: ...desperavi istic me... Warum istic?
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:JS
Datumsstempel 15.01.2020
Werksigle OCEp 0988
Zitation Camerarius an Stiebar, 1530, bearbeitet von Manuel Huth (15.01.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0988
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 123-125
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1530
Datum gesichert? nein
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort Würzburg
Gedicht? nein
Incipit Veni Norimbergam
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Biographisches (Krankheit); Biographisches (Krankheit)
Datumsstempel 15.01.2020


Entstehungs- und Zielort mutmaßlich.

Regest

Camerarius habe bei seiner Ankunft in Nürnberg seinen Bruder (Hieronymus) nicht vorgefunden, dieser habe wohl an der Ankunft des Camerarius gezweifelt. Camerarius fürchte, dass es zu diesem Zeitpunkt schwierig und vielleicht gefährlich sei, zu seinem Bruder zu reisen. Sein Gebrechen nämlich erfordere Ruhe. Nun seien die Pläne zunichten, die Camerarius mit seinem Bruder verfolgen wollte und über die er Stiebar informiert hätte. Aber er werde Stiebar baldmöglichst umfassend davon in Kenntnis setzen. In der Zwischenzeit solle Stiebar sich um den Kauf kümmern und diesen auch tätigen. Mit Erwerb dieses Grundstücks werde Camerarius hoffentlich eine solide Anlagemöglichkeit für sein Vermögen haben. Deswegen glaube er, dürfe er sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Aber Stiebar solle das tun, was ihm am Nützlichsten scheine.

(Sebald?) Münsterer sei zu Camerarius (nach Nürnberg) gekommen und biete Stiebar großzügig seine Dienste an. Wenn es Stiebar für sinnvoll halte, möge er diesen Mann also auf die Probe stellen. Der Mann, der Camerarius aus irgendeinem Grund als Verwandten / guten Bekannten (affinis) begrüßt hatte, scheine kein schlechter Mensch zu sein.

Auf dem Weg (von Würzburg nach Nürnberg) habe Camerarius einen Abstecher zu Εἰρηναῖος (unbekannt) gemacht und von ihm vieles Unerfreuliche erfahren können, auch wenn es keine wirklichen Neuigkeiten waren. Mit ihm habe er über den praefectus (unbekannt) kein unschickliches Gespräch geführt. Camerarius habe den praefectus wegen seiner Tugenden gelobt, freilich nachdem Εἰρηναῖος vorher schon gesagt hatte, er habe gehört, dass er ein guter und gebildeter Mann sei. Camerarius habe geradezu den Eindruck gewonnen, dass Εἰρηναῖος dem praefectus gar nicht abgeneigt sei. Man müsse ihn also gar nicht fürchten, wenn man ihn nicht reize. Sollte es aber dennoch zu einem Problem kommen, werde Camerarius, so Stiebar dies wolle, Briefe schreiben, sich gleichsam an Ort und Stelle verfügen und nach Kräften bemühen, dass keine Streitereien oder gar Kriege ausbrächen.

Camerarius habe dem jungen Briefboten aufgetragen, dies Stiebar mitzuteilen und um einen Brief zu bitten, wenn er zurück nach Nürnberg reise. Stiebar möge ihm einen Antwortbrief überreichen und Camerarius über die wichtigsten Ereignisse informieren.

Wegen Stiebar seien sie gut in Ochsenfurt aufgenommen worden. Ansonsten habe Camerarius nichts zu schreiben. Auch hätte er nicht daran gezweifelt, zu den Seinen zurückzukehren, sondern den Diener Stiebars nur für ungewisse Fälle bei sich behalten wollen.

Wie er es bereits schon persönlich getan habe, ermutige Camerarius Stiebar, sich zum Ruhme für das Wohl des Staates und der Kirche einzusetzen. Aufgrund ihrer innigen Freundschaft müsse er sich Stiebar nicht anempfehlen, denn nach Martial begehe derjenige einen Fehler, der sich den Seinen empfehlen zu müssen glaube (Mart. 3, 5, 12).

Aber Stiebar möge ihn dem praefectus empfehlen, dem Camerarius selbst schreiben werde, wenn er etwas mehr Zeit habe. Camerarius habe eigentlich nur wenig schreiben wollen, aber er könne die Briefe an Stiebar niemals schnell beenden.

(Manuel Huth)

Literatur und weiterführende Links