Camerarius an Stiebar, 20.04.1529

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Chronologisch vorhergehende Briefe
Chronologisch folgende Briefe
 Briefdatum
Camerarius an Stiebar, 09.12.15289 Dezember 1528 JL
Camerarius an Stiebar, 20.02.152820 Februar 1528 JL
Camerarius an Stiebar, 25.09.152725 September 1527 JL
 Briefdatum
Camerarius an Stiebar, 07.05.15297 Mai 1529 JL
Camerarius an Stiebar, 01.08.15291 August 1529 JL
Camerarius an Stiebar, 10.11.152910 November 1529 JL
Werksigle OCEp 0981
Zitation Camerarius an Stiebar, 20.04.1529, bearbeitet von Manuel Huth und Ulrich Schlegelmilch (21.11.2018), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0981
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 117-118
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1529/04/20
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 12. Cal. Maii.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Würzburg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Interpretatio est somnii una
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Biographisches (Krankheit); Politische Neuigkeiten; Traum/Traumdeutung
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen Ganzes Regest problematisch

Katechemata unklar --> Institutio? Zu Georg Vogler nochmal Mayer lesen und genauer erläutern und mit OCEp 0982 vergleichen Mit anderen Regesten über Kritiker vergleichen Pictor=Maler; Letzten Absatz korrigieren US dazuschreiben

Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:US
Gegengelesen von Benutzer:JS
Datumsstempel 21.11.2018
Werksigle OCEp 0981
Zitation Camerarius an Stiebar, 20.04.1529, bearbeitet von Manuel Huth und Ulrich Schlegelmilch (21.11.2018), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0981
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 117-118
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1529/04/20
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 12. Cal. Maii.
Sprache Latein
Entstehungsort Würzburg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Interpretatio est somnii una
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Biographisches (Krankheit); Politische Neuigkeiten; Traum/Traumdeutung
Datumsstempel 21.11.2018


Absendeort mutmaßlich.

Regest

Camerarius' Traum könne nur auf eine Weise gedeutet werden, gemäß der Sentenz, dass der Donner, den man im Traum höre, eine Nachricht sei. Aber warum zitiere Camerius nicht auf Griechisch: "Donnerschläge im Traum sind die Worte einer Botschaft" (Suda, beta 550). Nachdem Camerarius im Traum also einen Donner gehört hatte, habe er am nächsten Tag Stiebars Brief von Pictor erhalten. Neulich schon hatte Stiebar Pictor einen Brief übergeben, wie er Camerarius mitgeteilt hatte.

Aber jene Donnerschläge hätten Camerarius (in seinem Traum) völlig erschüttert, und so glaubte er, fast vollkommen nackt in einen Wald zu flüchten, wobei ein großes Unwetter herrschte. Unmittelbar auf diesen Traum folgte das Schreiben Stiebars, in dem er Camerarius bat, sich nicht (durch die Äußerungen eines Kritikers (s.u.)) verunsichern zu lassen, und es sei ratsam, Stiebars Ratschlag zu folgen. (Im Folgenden scheint Camerarius die Traumbilder mit dem Schreiben Stiebars in Verbindung zu bringen und so den Traum auf Stiebar zu beziehen) Die unglücksverheißende Botschaft, die Camerarius im Traum gesehen habe, beziehe sich also auf Stiebar, ebenso wie auf Camerarus. Sie (beide) hätten nämlich die heuchlerische Bosheit jenes Mannes verlacht und wären ihm hinderlich gewesen.

Was aber habe Camerarius jemals geschrieben, das gedruckt wurde, außer nur ganz wenige kurze und pädagogische Werke? Umso lächerlicher sei es gewesen, dass jener Kritiker geschrieben hätte, den Schriften des Camerarius fehle der genius. Camerarius habe mit seinen Schriften nämlich weder Ruhm noch persönliche Vorteile erwerben wollen. Aber genug davon, damit Stiebar nicht glaube, diese Äußerungen beunruhigten ihn. Über seine Erwägungen (dann mehr) im persönlichen Gespräch, zu einigen Briefen Stiebars in Kürze.

Sein (körperliches) Leiden habe sich nun auf die Ferse verschoben. Wenn es so weitergehe, werde es irgendwann ganz verschwunden sein.

Die κατηχήματα (unklar) werde Camerarius sobald wie möglich schicken, da Stiebar gefragt habe.

Es heiße, "dem ihrigen" (wohl der Würzburger Bischof Konrad II. von Thüngen) mißfielen diese Verfügungen (constitutiones; s. Anm.) und er leite eine Klage gegen den benachbarten (Fürsten) (vielleicht Georg (Brandenburg-Ansbach-Kulmbach)) ein. Dazu sei er vielleicht durch gewisse Leute verleitet worden. Aber Camerarius schere sich nicht darum. Um Stiebars willen wünsche er diesem Fürsten und der Heimat das Beste.

Camerarius habe es nicht ertragen können und wollen, wie der Maler (vielleicht Lukas Mysner?) ihn so lange ansah, und deswegen dessen Lohn von seinen Ersparnissen bezahlt. Er habe diesen Brief dem durchreisenden Dr. Coelius gegeben. Grüße an Camerarius' Freunde.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "Es heiße, "dem ihrigen" (...) mißfielen diese Verordnungen": Möglicherweise bezieht sich der Absatz auf die Reformen Georg Voglers.