Camerarius an Stiebar, 21.11.1539

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Camerarius an Stiebar, 30.04.153830 April 1538 JL
 Briefdatum
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Camerarius an Stiebar, 07.03.15407 März 1540 JL
Camerarius an Stiebar, 03.05.15403 Mai 1540 JL
Werksigle OCEp 1016
Zitation Camerarius an Stiebar, 21.11.1539, bearbeitet von Manuel Huth (03.04.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1016
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 156-158
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1539/11/21
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 11. Cal. Decemb.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Tübingen
Zielort Würzburg
Gedicht? nein
Incipit Minime timentem his diebus
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Biographisches (Krankheit); Politische Neuigkeiten; Polemik
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen An US: unsicher: Datierung und polemische Äußerungen gegen den Ungenannten
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:HIWI4
Datumsstempel 3.04.2019
Werksigle OCEp 1016
Zitation Camerarius an Stiebar, 21.11.1539, bearbeitet von Manuel Huth (03.04.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1016
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 156-158
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1539/11/21
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 11. Cal. Decemb.
Sprache Latein
Entstehungsort Tübingen
Zielort Würzburg
Gedicht? nein
Incipit Minime timentem his diebus
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Biographisches (Krankheit); Politische Neuigkeiten; Polemik
Datumsstempel 3.04.2019


Zielort mutmaßlich.

Hinweise zur Datierung

Die grobe Datierung des Briefes ist aufgrund der politischen Anspielungen und der Nennung der Cicero-Ausgabe sicherlich richtig. Problematisch ist allerdings, dass die im Brief als bereits vollzogen bezeichnete Ehe zwischen Heinrich VIII. und Anna von Kleve erst am 06.01.1540 stattfand. Aber vielleicht verfügte Camerarius über falsche Informationen bezüglich der Hochzeit?

Regest

Camerarius klagt über erneute heftige Schmerzen in seinem Bein.

Er bedauere, den vielbeschäftigten Stiebar zusätzlich mit seinen eigenen Problemen zur Last zu fallen. Aber er wisse, dass Stiebar dies (gern) zulasse und deswegen habe er diesen Brief geschickt.

Camerarius und seine Gattin (Anna) hätten voller Trauer von der Erkrankung des Dieners von Stiebar erfahren. Die beiden hätten sich jedoch mit dem Gedanken getröstet, dass Kinder über erstaunliche Fähigkeiten zur Überwindung von Krankheiten verfügten, wie sie es oft bei ihren eigenen beobachtet hätten. Stiebar solle in seinem nächsten Brief mitteilen, wie es dem Diener ergangen sei.

Camerarius wundere sich, dass Stiebar nichts über einen gewissen Freund (Unbekannt; mglw. nur im Druck zensiert) geschrieben habe. Stiebar möge berichten, wie die aktuelle Situation sei. Camerarius habe diesem Freund aus bestimmten Gründen noch nicht schreiben wollen, auch wenn er eigentlich verpflichtet gewesen wäre, da ihn dieser Mann nicht nur mit Wohltaten bedacht und freundlich aufgenommen, sondern auch mit Versprechen überhäuft habe. Camerarius vertraue darauf, dass dieser Freund um seine Haltung wisse. Camerarius werde sie hoffentlich zu einem geeigneteren Zeitpunkt bezeugen können.

Über den zweiten (unklar) habe Stiebar bereits mit Camerarius geredet. Stiebar solle verhindern, dass dieser Unheilstifter (nach Würzburg; s.Anm.) komme, denn er gehe von seinem Herrn weg, wie Camerarius höre. Heftige Polemik gegen denselben. Stiebar solle ihm mit allen Mitteln entgegentreten. Camerarius habe dies nur aus Sorge um Stiebar geschrieben.

Camerarius hatte zweimal den gleichen Brief an Stiebar mit verschiedenen Boten geschickt. Vermutlich habe Stiebar ihn bereits erhalten. Man höre glaubhafte Nachrichten über neue kriegerische Unternehmungen der Osmanen, vor denen die deutschen Fürsten zurecht Angst hätten. Es heiße, ein osmanisches Heer sammle sich zur Überwinterung in Belgrad, damit (im Frühjahr) der Marsch nach Ungarn kürzer und schneller sei. Der Kaiser und der französische König (Franz I. (Frankreich)) seien in enger Freundschaft verbunden, wie es heiße. Der Kaiser werde bald durch Frankreich in sein Deutschland reisen.

Der englische König (Heinrich VIII. (England)) habe (Anna von Kleve), die Tochter des Herzogs von Kleve (Johann) geheiratet, so dass er bereits der Schwippschwager (affinis) des Kurfürsten von Sachsen (Johann Friedrich I. (Sachsen)) sei. Der Londoner Gesandte (Unbekannt) des Kaisers solle mit mehreren Aufträgen dort sein, darunter die Einberufung von Gelehrten für einen religiösen Konvent. Wenn die Fürsten dieses Vorhaben unterstützen, dürfe man hoffen, dass es heilbringend sei. Aber Camerarius habe zahlreiche Bedenken.

Camerarius erwarte seinen Bruder (Hieronymus), denn dessen Fürst (Philipp von Pfalz-Neuburg) sei auf Reisen, in deren Zuge Hieronymus nach Leipzig kommen werde.

Er werde Jakob (Unbekannt) schreiben.

Stiebar solle (Lorenz) Fries im Namen von Camerarius danken. Aber Camerarius werde selbst auch noch schreiben, wenn Stiebar einverstanden sei.

Camerarius sei in den letzten Tagen sehr beschäftigt gewesen, wegen seiner Pflichten an der Universität und Verhandlungen mit den Druckern (wohl u.A. Johann Herwagen d.Ä.). Er richte (zurzeit) eine Edition der Werke Ciceros her, deren Vorrede er Stiebar widmen möchte. Stiebar werde vermutlich nichts gegen diese Förderung seines Rufes haben und Camerarius halte ihn für einen würdigen Adressaten.

Lebewohl.

Anmerkungen

  • "Stiebar solle verhindern, dass dieser Unheilstifter (nach Würzburg) komme": Im Brief steht eigentlich huc (also "hierher"), was normalerweise "nach Leipzig" bedeuten würde. Aber die Tatsache, dass Camerarius später schreibt, er habe diese polemischen Zeilen nur aus Sorge um Stiebar geschrieben (Haec scripsi in summo amore vestri fortasse sollicitus), spricht eher dafür, dass der Ungenannte nach Würzburg ziehen wollte.