Camerarius an Stiebar, 22.12.1539

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Chronologisch vorhergehende Briefe
Chronologisch folgende Briefe
 Briefdatum
Camerarius an Stiebar, 21.11.153921 November 1539 JL
Camerarius an Stiebar, 22.07.153822 Juli 1538 JL
Camerarius an Stiebar, 19.05.153819 Mai 1538 JL
 Briefdatum
Camerarius an Stiebar, 07.03.15407 März 1540 JL
Camerarius an Stiebar, 03.05.15403 Mai 1540 JL
Camerarius an Stiebar, 10.06.154010 Juni 1540 JL
Werksigle OCEp 1517
Zitation Camerarius an Stiebar, 22.12.1539, bearbeitet von Marion Gindhart (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1517
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Cicero, Opera, 1540
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck T. 4, Bl. a*a2r-a*a3v
Zweitdruck in Camerarius, Annotationes in Ciceronem (Druck), 1540
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck S. 3-8
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1539/12/22
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Der Brief datiert lediglich XI. Cal. Ianuarii, das Jahr kann aber erschlossen werden.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Interrogatum ab Arato, Timonem illum Phliasium, unde censeret exempla Homericae poeseos paranda
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? ja
Paratext zu Camerarius, Annotationes in Ciceronem, 1540
Kurzbeschreibung Herwagen habe Camerarius um Hilfe für eine Neuausgabe der "Opera omnia" Ciceros gebeten. Neben anderen Editionen zog Camerarius zur recognitio der vorgängigen Ausgabe von Herwagen (1534) die jüngste und beste bei, nämlich die Venezianer Edition von Pietro Vettori mit dessen textkritischen annotationes (Giunta 1534-37). Diese wird der wichtigste Referenztext, da sie von exzeptioneller Güte sei, wenn auch an einigen Stellen diskutabel. Camerarius warnt generell vor häufigen und unüberlegten Eingriffen von 'Unberufenenen' in die antiken Texte. Er selbst vermeide diese, da er sich von einer nimia quaedam religio bei der Lektüre und Edition der Texte leiten lasse, zudem dokumentiere er sein Vorgehen. Von den 'Stümpern' seien freilich die Gelehrten zu unterscheiden, die um eine Rückführung des Textes in den Originalzustand ringen und Überlieferungskontaminationen auszumerzen versuchen.
Anlass
Register Widmungsbrief; Edition; Werkgenese; Editionsphilologie; Textkritik
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MG
Gegengelesen von
Datumsstempel 17.12.2019
Werksigle OCEp 1517
Zitation Camerarius an Stiebar, 22.12.1539, bearbeitet von Marion Gindhart (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1517
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Cicero, Opera, 1540
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck T. 4, Bl. a*a2r-a*a3v
Zweitdruck in Camerarius, Annotationes in Ciceronem (Druck), 1540
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck S. 3-8
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1539/12/22
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Der Brief datiert lediglich XI. Cal. Ianuarii, das Jahr kann aber erschlossen werden.
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Interrogatum ab Arato, Timonem illum Phliasium, unde censeret exempla Homericae poeseos paranda
Regest vorhanden? ja
Paratext ? ja
Paratext zu Camerarius, Annotationes in Ciceronem, 1540
Kurzbeschreibung Herwagen habe Camerarius um Hilfe für eine Neuausgabe der "Opera omnia" Ciceros gebeten. Neben anderen Editionen zog Camerarius zur recognitio der vorgängigen Ausgabe von Herwagen (1534) die jüngste und beste bei, nämlich die Venezianer Edition von Pietro Vettori mit dessen textkritischen annotationes (Giunta 1534-37). Diese wird der wichtigste Referenztext, da sie von exzeptioneller Güte sei, wenn auch an einigen Stellen diskutabel. Camerarius warnt generell vor häufigen und unüberlegten Eingriffen von 'Unberufenenen' in die antiken Texte. Er selbst vermeide diese, da er sich von einer nimia quaedam religio bei der Lektüre und Edition der Texte leiten lasse, zudem dokumentiere er sein Vorgehen. Von den 'Stümpern' seien freilich die Gelehrten zu unterscheiden, die um eine Rückführung des Textes in den Originalzustand ringen und Überlieferungskontaminationen auszumerzen versuchen.
Register Widmungsbrief; Edition; Werkgenese; Editionsphilologie; Textkritik
Datumsstempel 17.12.2019


Regest

Herwagen habe Camerarius, da er ein profunder Kenner der Werke Ciceros sei, um Hilfe für eine Neuausgabe der "Opera omnia" gebeten (correctio der von Herwagen besorgten Ausgabe von 1534, VD16 C 2815). Diese Bitte habe Camerarius nicht abschlagen können, da sich Herwagen durch seine Tätigkeit als Drucker große Verdienste um die res literaria erworben habe. Camerarius habe versucht, so viele Ausgaben wie möglich zu erhalten und dabei auch die jüngste und beste beigezogen, nämlich die Venezianer Ausgabe von Pietro Vettori mit dessen textkritischen annotationes (ed. Giunta 1534-37; vgl. ed. Estienne 1538 mit Testimonien zu "De re publica"). Diese wird der wichtigste Referenztext, dem Camerarius an vielen Stellen folgt, da sie von exzeptioneller Güte sei, wenn auch an einigen Stellen diskutabel: Atque ego ista P(etri) Victorii editione Veneta nihil studiosius, nihil etiam maiore cum fide ac religione fieri potuisse statuo. Sed visa interdum quaedam nimis contra receptam & usitatam lectionem exquisita. In quibusdam etiam nimis illum suis exemplis tribuisse coepimus suspicari. (a*a2v). Camerarius warnt generell vor häufigen und oft zu unüberlegten Eingriffen in die antiken Texte, die sorgfältig geprüft werden müssten. Er selbst vermeide diese, da er sich von einer nimia quaedam religio (a*a2r) bei der Lektüre und Edition der Texte leiten lasse. Er dokumentiere eigens, welche Änderungen er vorgefunden habe und was zu ändern sei. Von den Unberufenen, welche die Texte durch ihre Interpolationen verfälschten, seien freilich die Gelehrten zu unterscheiden, die um eine Rückführung des Textes in den Originalzustand ringen und Überlieferungskontaminationen auszumerzen versuchen, so dass die Texte wieder gewinnbringend rezipiert werden könnten.

(Marion Gindhart)