Camerarius an Stiebar, 30.04.1535

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Camerarius an Stiebar, 19.01.153619 Januar 1536 JL
Werksigle OCEp 1002
Zitation Camerarius an Stiebar, 30.04.1535, bearbeitet von Manuel Huth (04.02.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1002
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 138-139
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1535/04/30
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Prid. Cal. Maii.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort Würzburg
Gedicht? nein
Incipit Nostrum consilium recusationis illius
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Politische Neuigkeiten; Biographisches (Stellenangebote und Berufungen); Türkenkriege/Türkengefahr
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen Unklare politische Anspielungen; auch unklar: "Warum frage Stiebar? Die alte Tugend vieler Männer gehöre der Vergangenheit an."

MH, 19.11.2018: Wohl eher auf das Jahr 1534 zu datieren, vgl. Heerwagen 1867, S. 16

Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:HIWI4; Benutzer:JS
Datumsstempel 4.02.2019
Werksigle OCEp 1002
Zitation Camerarius an Stiebar, 30.04.1535, bearbeitet von Manuel Huth (04.02.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1002
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 138-139
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1535/04/30
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Prid. Cal. Maii.
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort Würzburg
Gedicht? nein
Incipit Nostrum consilium recusationis illius
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Politische Neuigkeiten; Biographisches (Stellenangebote und Berufungen); Türkenkriege/Türkengefahr
Datumsstempel 4.02.2019


Absende- und Zielort mutmaßlich.

Regest

Es gebe keinen Grund, warum Camerarius die Entscheidung bereuen sollte, die Stelle (eines Ratsschreibers) abgelehnt zu haben, die seiner professio zuwiderlaufe (s. Anm.).

Stiebars Klagen über die Zeitumstände ließen seine vaterländische Gesinnung erkennen, eine Eigenschaft, um die Camerarius schon lange wisse. Doch sie beide mögen das Klagen hoffnungsvoll beenden! Denn so hätten es doch diejenigen gewollt, durch die jetzt vor allem diese Übel (über den Staat) hereinbrächen. Wer nämlich habe jemals in Deutschland das Wohl des Staates berücksichtigt, obwohl man sich doch in solchen Schwierigkeiten befände, nachdem es solch drohende Vorzeichen gegeben habe und nachdem man solche Niederlagen erlitten habe? Welcher redliche Mann habe nicht die Tatsache verurteilt, dass diese Leute nicht sähen, dass sie ein abscheuliches Übel durch ihre Ignoranz nährten: Niemandem hätten sie zugehört, sondern nach dem Unheil und Gift von Schmeichlern und Unterstützern ihrer eigenen Sache gegiert, nicht nach dem Wohl des Staates getrachtet. Wie oft habe Camerarius schon zu Stiebar gesagt, dass der Staat in diesem Zustand nicht lange fortdauern könne? Camerarius und Stiebar sollten sich also wappnen, damit sie tapfer ertragen könnten, was das Schicksal bringe.

Camerarius habe Stiebar schon sehnlich erwartet und bedaure es deshalb umso mehr, dass Stiebar geschrieben habe, er könne zurzeit nicht kommen. (Das Folgende scherzhaft:) Camerarius bestehe nicht auf diesem Versprechen. Es sei ja ein langer Weg und außerdem kenne Stiebar ja das Sprichwort: "Später Dank ist unerwünscht." Aber Camerarius wolle sich damit zufrieden geben, dass Stiebar den halben Weg zurücklege. Wie Stiebar sehen könne, scherze er, obwohl er doch eigentlich gar nicht dazu aufgelegt sei.

Hier (in Nürnberg) gehe das Gerücht, König Ferdinand stelle ein Heer auf und beabsichtige, mit seinen Feinden (sc. den Türken) zu kämpfen. Vermutlich wünschten dies inständig eben jene Männer, die, wie Camerarius sehen könne, allzu vermessen seien.

Es sei unverständlich, dass der ihrige (noster sc. Martin Luther) dem Makedonen (sc. Philipp von Hessen) gewogen sei und ihn sogar noch unterstütze. Ihre Stadt (Nürnberg) stehe zu ihrem Wort. Warum frage Stiebar? Die alte Tugend vieler Männer gehöre der Vergangenheit an.

Lebewohl.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "Es gebe keinen Grund": Offenbar war Camerarius 1534 die Stelle des am 12.12.1533 verstorbenen Ratsschreibers Georg Hoppel (Hopelius) angeboten worden. Dies geht aus den Aufzeichnungen des Joachim Camerarius II. zum Leben seines Vaters vor, die in der Münchner Staatsbibliothek erhalten sind (München, BSB, Clm 10376, Nr. 8, Bl. 8r (ehemals 16r); zu Hoppel vgl. Scheible 2005, S. 323).