Camerarius an Stojus, 11.01.1563

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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 Briefdatum
Camerarius an Stojus, 30.10.156430 Oktober 1564 JL
Camerarius an Stojus, 15661566 JL
Camerarius an Stojus, 18.11.156618 November 1566 JL
Werksigle OCEp 1218
Zitation Camerarius an Stojus, 11.01.1563, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (01.06.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1218
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 422-423
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Matthias Stojus
Datum 1563/01/11
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 3. Id. Ianu. anno 63.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Literas tuas reddidit mihi Nicolaus Maierus
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Werkanfrage; Werkgenese
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:AK
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 1.06.2019
Werksigle OCEp 1218
Zitation Camerarius an Stojus, 11.01.1563, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (01.06.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1218
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 422-423
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Matthias Stojus
Datum 1563/01/11
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 3. Id. Ianu. anno 63.
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Literas tuas reddidit mihi Nicolaus Maierus
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Werkanfrage; Werkgenese
Datumsstempel 1.06.2019


Regest

Camerarius habe Stojus' Brief durch Nicolaus Maier erhalten, den Stojus damit beauftragt hatte.

Erhalten habe er auch den Brief seines Herzogs (Albrecht) über einen Schüler des Nicolaus. Aber was Nicolaus anbelange, scheine es ihm wie so oft zu sein, dass die Ausgaben für alles andere größer seien als für die Lehrer. Stojus möge durch Ermahnungen dafür sorgen, dass Nicolaus großzügiger bezahlt werde. Denn seiner Meinung nach sei für den jungen Mann, dessen Lehrer er sei, gut gesorgt, und er brauche auch einen zuverlässigen und beharrlichen Lehrer. Wenn der junge Mann aber sofort Jurist werden wolle, so fürchte Camerarius, dass es ihm ergehe wie anderen, dass er nämlich durch den schönen Schein dieser Disziplin davon abgehalten werde, die guten Künste zu erlernen und so letztlich beides vernachlässige. Darüber könne Stojus, wenn sich zufällig eine Gelegenheit ergebe, auch mit dem Herzog sprechen, denn Camerarius habe ihm deswegen nicht schreiben wollen. Die Creucii (vermutlich Söhne des preußischen Kanzlers Hans von Kreytzen) beeilten sich, wie er höre, nach Italien aufzubrechen - oder vielmehr ihren Lehrer dränge es danach. Stojus könne sich sicher an ihr Gespräch über sie erinnern. Camerarius wolle dem Herzog behilflich sein und alle mit Rat und Tat dabei unterstützen, die Jugend richtig zu unterweisen. Aber er wisse, welche Zeitumstände und welche Wünsche bei den Menschen vorherrschten.

Die Edition des libellus Homilianus (s. Anm.) werde er gerne und eifrig vorantreiben, wenn sich dafür – wie Stojus schreibe – Geld erlangen lasse. Er werde dem Werk eine Anrede an den Fürsten voranstellen, wenn Stojus es für richtig halte, und überhaupt alles tun, was Stojus wünsche.

Eine edle Sache sei die beständige Sorge um die schönen Disziplinen und auch deren regelmäßige Ausübung, so sehr sie in diesen Tagen auch an Bedeutung verlören und alle Hoffnung auf Besserung fehle. Daß Stojus über seinen antitechnos (= Rivale; Identität unklar) schweige, passe gut. (Das Folgende ironisch:) Camerarius habe gehört, dass dieser bereits ganz erfolgreich Theologie betreibe. Er gebe also nichts, wohin er noch weiter fortschreiten könnte. Aber die "thrasymacheische" (kampflustige), schlangenartige Art solcher Leute müsse besänftigt, nicht aufgestachelt werden.

Stojus' Aufforderung, etwas zum Timaeus zu schreiben, sei eine derart große Forderung, dass die Aufgabe selbst und Camerarius' Vernunft ihn davon abhielten. Stojus kenne jenes Zitat des Satirikers über das Beschaffen einer Decke (Juvenal 7,66). Denn von Sorgen um das Vermögen werde Camerarius gerade aufgehalten. Jene Überlegungen verlangten aber nicht nur nach einem sehr scharfsinnigen, sondern auch nach einem freien Geist. Diesen Ruhm müsse er also anderen überlassen oder Stojus' allwissenden (Rivalen). Lebewohl.

(Anne Kram)

Anmerkungen

Literatur und weiterführende Links