Camerarius an Stojus, 17.02.1553

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Stojus, 23.08.155323 August 1553 JL
Camerarius an Stojus, spätestens 15571557 JL
Camerarius an Stojus, 17.10.156017 Oktober 1560 JL
Werksigle OCEp 1213
Zitation Camerarius an Stojus, 17.02.1553, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (15.05.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1213
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 417-418
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Matthias Stojus
Datum 1553/02/17
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum mutmaßliches Jahr (im Druck fälschlich: 13. Cal. Martii. 51); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum literas scriptas ad te obsignassem
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Büchersendung; Horoskop/Thema coeli
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:AK
Gegengelesen von Benutzer:MH; Benutzer:US
Datumsstempel 15.05.2019
Werksigle OCEp 1213
Zitation Camerarius an Stojus, 17.02.1553, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (15.05.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1213
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 417-418
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Matthias Stojus
Datum 1553/02/17
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum mutmaßliches Jahr (im Druck fälschlich: 13. Cal. Martii. 51); s. Hinweise zur Datierung
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum literas scriptas ad te obsignassem
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Büchersendung; Horoskop/Thema coeli
Datumsstempel 15.05.2019


Hinweise zur Datierung

Im Brief werden die 1552 erschienenen Aeschyli Tragoediae septem erwähnt, auf die Camerarius in einem Schreiben an Fabricius vom 05.03.1553 Bezug nimmt. Der Brief dürfte also ebenfalls im Jahr 1553 verfasst worden sein.

Regest

Nachdem Camerarius diesen Brief an Stojus versiegelt und Stojus' Freund (Johannes) Poso übergeben hatte, habe er Stojus' Brief mit dem Buch des Aischylos erhalten. Camerarius wisse nicht, wie er diesen Gefallen erwidern solle. Er habe gehört, dass das Werk des Aischylos in Italien gedruckt worden sei, und habe es erwerben wollen, jedoch sei Stojus seinem Wunsch zuvorgekommen, sodass er ihm durch seine Schnelligkeit einen doppelten Freundschaftsdienst erwiesen habe. Camerarius werde sich erkenntlich zeigen. Der Ruf der Aischylos-Ausgabe sei besser gewesen als das Werk selbst, obwohl es unter den gegebenen Umständen herausragend sei.

Über die Genethlialogie (s. Anm.) aber lache er und ärgere sich gleichzeitig. Denn wie viel Freundlichkeit habe dieser sonderbare vates (denn wie Stojus wisse, freue er (der vates) sich über diese Bezeichnung) von denen erfahren, die er nun so eifrig mit schamlosen Lügen zu verleumden versuche? Wie viel Dankbarkeit habe er nicht von sich aus versprochen? Aber weder begradige sich ein krummes Stück Holz noch schlage eine alte Pflanze Wurzeln, wie Galen irgendwo einen Komödiendichter zitiere (Gal. De differentia pulsuum, vol. 8, p. 656, 16f. Kühn = CAF III,2 fr. 182). (Wohl ironisch:) Oder wirke Camerarius' Schicksal, über das (de qua verdruckt zu de quo) jener Wahnsinnige so treffend spreche, auf Stojus nicht einzigartig? Zum Glück habe "Jupiters Blitz" die Verleumdungen dieses Mannes unterbunden. Camerarius glaube, der vates habe sich an die Aufmerksamkeit und Fürsorge erinnert, die Camerarius ihm als seinem Gast einmal in dieser Stadt (Nürnberg) habe zukommen lassen, und dass er deshalb mit mehr Nachsicht verunglimpft wurde. Aber nun schreibe er nicht weiter über einen verrückten alten Mann.

Camerarius habe freilich durch Stojus' Hinweis auch den Vorteil, dass er jenes Büchlein nicht mehr suchen müsse. Er freue sich, dass Stojus mit Bassiano Landi seinem Schreiben nach freundschaftlich verkehre. Jenen verehre und schätze er schon seit langem nicht nur wegen einiger seiner Schriften, die ihm ihr gemeinsamer Bekannter (Wolfgang) Meurer gezeigt habe, sondern auch wegen seines ausschweifenden Lobes, mit dem Meurer nicht nur Landis Gelehrsamkeit und Weisheit, sondern auch seine Freundlichkeit und Tugend oft herausgestellt habe, als Camerarius selbst und andere zuhörten. Camerarius wolle ihm durch Stojus unbekannterweise alles Gute ausrichten lassen. Aber wie könnte er ihm unbekannt sein, da er durch seine Gelehrsamkeit und durch sein vielgelobtes Talent schon auf der ganzen Welt bekannt sei? Er überlasse die Angelegenheit Stojus' Urteil. Er solle ihm oft schreiben. Lebewohl.

(Anne Kram)

Anmerkungen

  • "Über die Genethlialogie": Gemeint ist wohl ein Horoskop, das ein Unbekannter über Camerarius erstellt hatte.

Literatur und weiterführende Links