Camerarius an Stojus, 17.10.1560

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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 Briefdatum
Camerarius an Stojus, 23.09.156123 September 1561 JL
Camerarius an Stojus, 05.07.15625 Juli 1562 JL
Camerarius an Stojus, 11.01.156311 Januar 1563 JL
Werksigle OCEp 1215
Zitation Camerarius an Stojus, 17.10.1560, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (15.05.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1215
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 419-420
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Matthias Stojus
Datum 1560/10/17
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 16. Cal. IXbr. anno 60.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Nactus occasionem peropportunam literas ad te dandas putavi
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Universität (Jena); Universität (Königsberg)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:AK
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 15.05.2019
Werksigle OCEp 1215
Zitation Camerarius an Stojus, 17.10.1560, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (15.05.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1215
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 419-420
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Matthias Stojus
Datum 1560/10/17
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 16. Cal. IXbr. anno 60.
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Nactus occasionem peropportunam literas ad te dandas putavi
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Universität (Jena); Universität (Königsberg)
Datumsstempel 15.05.2019


Regest

Camerarius wolle die günstige Gelegenheit nutzen, Stojus einen Brief zu schreiben, vor allem da er ihm noch eine Antwort auf seinen letzten Brief schulde.

Jener Frau, die ihn um einen brieflichen Rat bat, sei seine Meinung mitgeteilt worden. Sie sei ihm nicht nur sehr anständig, sondern auch überaus klug vorgekommen. Denn wer sie sei, habe Stojus nicht verraten und Camerarius habe es nicht erfragen wollen. Er sei der Meinung gewesen, man müsse dafür sorgen, dass ihr Sohn an einer der Fürstenschulen untergebracht werde. Denn in einem solchen Alter könne der Junge noch nicht in Universitäten vorgestellt werden.

Camerarius habe diesen Brief dem sehr gelehrten jungen Mann David (Voit) (s. Anm.) mitgegeben, der Stojus' Fürsten (Albrecht von Preußen) Briefe von Melanchthon bringe. Voit habe in Jena (s. Anm.) Griechisch gelehrt: daher habe auch ihn der Schrecken des Streites getroffen, der diese Hochschule entzweit habe. Wie lange habe er deshalb geglaubt, von dort weggehen zu müssen! (Ironisch:) Vielleicht wundere Stojus sich, dass Voit nach Königsberg (istuc; s. Anm.) ging, und er denke an jenes Zitat von Sophokles: „Vernünftige Menschen kommen nicht hierher“ (Soph. Philoct. 304). Camerarius aber glaube, dass viele in diesem Punkt übermäßig skrupulös seien und dass - um weiter aus dem Philoktet zu zitieren - jenes Land nicht mehr dasjenige sei, das man meiden müsse "wie ein hafenloses und unbewohntes" (Soph. Philoct. 221).

Aber was auch geschehe, Camerarius übergebe David (Voit) in Stojus' freundliche Hände und hoffe, dass er bei ihm Wohlwollen finde, durch seine Klugheit unterrichtet werde und bei seiner Rückkehr einen Brief für Camerarius mitbringe - oder besser noch, dass Stojus selbst zu ihm komme, wie er es schon oft angekündigt habe. Lebewohl.

(Anne Kram)

Anmerkungen

  • "David (Voit)": Dass es sich hier um David Voit handeln muss, ergibt sich aus den Briefen Melanchthons an Albrecht von Preußen vom 24.10.1559 und 15.04.1560, in denen Voit als Überbringer benannt wird (s. Regestnummern 9107 und 9297 unter http://www.haw.uni-heidelberg.de/forschung/forschungsstellen/melanchthon/mbw-online.de.html)
  • "in Jena": Das N. steht wohl für Jena, da Voit hier die Griechisch-Professur innehatte, die er 1558/59 als Anhänger Melanchthons aufgrund von Auseinandersetzungen mit den Gnesiolutheranern aufgab.
  • "nach Königsberg": Nachdem Voit Jena 1558/59 verlassen hatte, ging er zunächst zurück nach Wittenberg, bevor er 1559 einen Ruf an die Universität in Königsberg erhielt.

Literatur und weiterführende Links