Camerarius an Turnèbe, 31.08.15XX

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Turnèbe, 15XX1563 JL
Turnèbe an Camerarius, 01.06.15XX1563 JL
Turnèbe an Camerarius, 23.05.156023 Mai 1560 JL

kein passender Brief gefunden

Werksigle OCEp 0377
Zitation Camerarius an Turnèbe, 31.08.15XX, bearbeitet von Manuel Huth und Alexander Hubert (04.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0377
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. L3v-L4v
Zweitdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck S. 300-302
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Adrien Turnèbe
Datum
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 31.08.(o.J.); ermitteltes Datum (prid. Calen. VIIbr.)

Offenbar nach Turnèbe an Camerarius, 01.06.15XX, da es sich um die direkte Antwort handelt. Terminus post quem ist das Ende des ersten Hugenottenkriegs, von dem im Brief die Rede ist, Terminus ante quem das Druckjahr von Turnèbes Adversaria, deren erster Band 1564 erschien.

Unscharfes Datum Beginn 1563-08-31
Unscharfes Datum Ende 1564-08-31
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Quantum mihi dolorem saepe attulerint
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Briefe/Redaktionelle Überarbeitung; Erster Hugenottenkrieg (1562-1563); Werkanfrage; Biographisches (Krankheit); Werkgenese; Übersetzung
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:HIWI
Gegengelesen von Benutzer:MH; Benutzer:JS; Benutzer:US
Datumsstempel 4.03.2020
Werksigle OCEp 0377
Zitation Camerarius an Turnèbe, 31.08.15XX, bearbeitet von Manuel Huth und Alexander Hubert (04.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0377
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. L3v-L4v
Zweitdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck S. 300-302
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Adrien Turnèbe
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 31.08.(o.J.); ermitteltes Datum (prid. Calen. VIIbr.)

Offenbar nach Turnèbe an Camerarius, 01.06.15XX, da es sich um die direkte Antwort handelt. Terminus post quem ist das Ende des ersten Hugenottenkriegs, von dem im Brief die Rede ist, Terminus ante quem das Druckjahr von Turnèbes Adversaria, deren erster Band 1564 erschien.

Unscharfes Datum Beginn 1563-08-31
Unscharfes Datum Ende 1564-08-31
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Quantum mihi dolorem saepe attulerint
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Briefe/Redaktionelle Überarbeitung; Erster Hugenottenkrieg (1562-1563); Werkanfrage; Biographisches (Krankheit); Werkgenese; Übersetzung
Datumsstempel 4.03.2020


Regest

Welchen Schmerz die Berichte vom Unglück Frankreichs Camerarius bereitet hätten, das dieses blühende Reich zerfleische! Hubert (Languet) und die anderen, mit denen Camerarius das Schicksal des Landes beweint habe, wüssten dies genau. Er habe sich auch sooft möglich nach Turnèbe erkundigt. Er habe sich deshalb unglaublich über den Brief gefreut, den Hubert (Languet) ihm neulich von Turnèbe überbracht habe, und über die Worte (Languets), nach denen Turnèbe diese traurige Zeit mit seinen Studien ausgestanden habe. Hubert sei bezüglich eines zukünftigen Friedens in Frankreich sehr optimistisch gestimmt. Doch nach Wiederherstellung des Friedens sei es süß, sich an vergangene Übel zu erinnern (ἐσθ' ἡδύ τοι σωθέντα μεμνῆσθαι nach Euripides, Frg. 133). Er wünsche, dass es auch in Frankreich so sein werde und die Lage wieder besser werde, aus verschiedenen Gründen zwar, aber besonders, damit die Kultur und Wissenschaft wieder einen Aufschwung erlebe.

Er wünsche sich auch, Turnèbes Werk zu sehen, nicht nur wegen der vielen außergewöhnlichen Inhalte, sondern auch, da er selbst darin nach Turnèbes Aussage wohlwollend erwähnt sei (s. Anm.). Denn da er sehr viel auf Turnèbes Urteil gebe, müsse ihm so etwas natürlich viel bedeuten, wenn es ihm auch, wie jener Frau bei Plautus, lieber sei, aus falschen Gründen gelobt zu werden, als berechtigt beschuldigt (Plautus, Mostellaria vv. 179f.).

Turnèbe solle fortfahren wie bisher und die Wissenschaft, die zur gegenwärtigen Zeit einen schweren Stand hätte, weiterhin fördern und ihr Ruhm einbringen. Und er solle wissen, dass seine Arbeit nicht nur ihm selbst zum Ruhm und anderen zum Nutzen gereiche, sondern jeder, der nach Weisheit und Tugend strebe, ihm auf ewig dafür dankbar sein werde. Camerarius' ewige Erinnerung und Dankbarkeit für die von Turnèbe empfangene Unterstützung werde unter den lobenden Stimmen eine der vordersten sein.

PS (s. Anm.): Camerarius habe aufgrund einer Krankheit einige Zeit im Haus verbracht und sei dabei auf das Werk De defectu oraculorum ("Περὶ τῶν ἐκλελοιπότων χρηστηρίων") des Plutarch gestoßen, von dem er bereits bei Eusebius einen Auszug gelesen habe; dieses habe er nun begonnen, ins Lateinische zu übersetzen. Er habe dieses Werk zwar bereits vorher schon gelesen und festgestellt, dass es lückenhaft und fehlerbehaftet sei, dies sei ihm aber beim Übersetzen noch sehr viel mehr ins Auge gefallen.

Gerade zum Anfang seiner Arbeit teilte ein Freund des Camerarius mit, er habe einmal eine lateinische Übersetzung dieses Werkes gesehen, die von Turnèbe verfasst worden sei. Camerarius habe also sofort von seinem Vorhaben abgelassen (s. Anm.), um stattdessen zunächst diese Übersetzung durchzugehen, die zweifellos mit Erläuterungen zu den eher knappen Aussagen Plutarchs versehen sei. Er habe diese lateinische Übersetzung bei sich aber nirgends auftreiben können; deshalb habe er beschlossen, sich an den Verfasser selbst zu wenden. Er bitte Turnèbe deshalb, ihm mitzuteilen, wann und wo diese Schrift gedruckt worden sei.

(Alexander Hubert)

Anmerkungen

  • "Er habe sich deshalb unglaublich über den Brief gefreut, den Languet ihm neulich von Turnèbe überbracht habe...": Dieser Brief dürfte wohl Turnèbe an Camerarius, 01.06.15XX sein. Es handelt sich bei dem vorliegenden Brief offenbar um die direkte Antwort des Camerarius darauf.
  • "Er aber wünsche sich, Turnèbes Werk zu sehen, nicht nur, wegen der vielen außergewöhnlichen Inhalte, sondern auch, da er selbst darin nach Turnèbes Aussage wohlwollend erwähnt sei": In Turnèbe an Camerarius, 01.06.15XX, der dem vorliegenden Brief wohl vorausging, kündigt Turnèbe an, zwölf Bücher mit Beobachtungen zu einigen "guten Autoren" zu veröffentlichen, in denen Camerarius auch lobend erwähnt sei. Diese Beschreibung passt auf Turnèbes "Adversaria", deren erste zwei Bände je 12 Bücher enthielten. Der erste Band erschien 1564. In ihm wird Camerarius mehrfach erwähnt (29v, 63v, 151r, 166v).
  • "PS": In der Ausgabe von 1568 wurde der folgende Teil als Postskript ans Ende des Briefes gestellt, in der Ausgabe von 1595 wurde er vor die Schlussformel eingefügt. Das Postskript ist im Zuge der Genese des Druckes Plutarch, De natura et effectionibus daemonum, 1565 zu sehen.
  • "Camerarius habe also sofort von seinem Vorhaben abgelassen": Dasselbe schreibt Camerarius im Vorwort zu Plutarch, De natura et effectionibus daemonum, 1565. In diesen Druck wurde auch die Übersetzung Turnèbes aufgenommen.