Camerarius an Unbekannt, 01.11.1526

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Unbekannt, 13.12.155713 Dezember 1557 JL
Camerarius an Unbekannt (drei junge Adlige), 21.05.156521 Mai 1565 JL
Camerarius an Unbekannt (Fürst), 09.11.15709 November 1570 JL
Werksigle OCEp 1520
Zitation Camerarius an Unbekannt, 01.11.1526, bearbeitet von Jochen Schultheiß (07.06.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1520
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Elegiae ὁδοιπορικαί, 1541
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. A6v-A7v
Zweitdruck in Dornau, Amphitheatrum, 1619
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck S. 794-795
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Unbekannt
Datum 1526/11/01
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Datierung des Briefes: An. XXVI, Cal. Novem.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? ja
Incipit Clara tenebrosae pelluntur sidera noctis
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung Das Gedicht trägt den Titel "Ὁδοιπορική et encomium rusticae vitae" und umfasst 35 Distichen. Auf dem Titelblatt zum Druck wird der Alternativtitel "Dyringiaca et Encomium vitae rusticae" angegeben. Thematisch steht es der Bukolik nahe. Es gliedert sich in drei Abschnitte. Seine literarischen Modelle nennt Camerarius explizit: Properz, Ovid und Tibull. Die Welt der Elegiker wird hier jedoch zu einem Lob auf das Landleben ausgestaltet. Die von viel Sympathie getragene Darstellung des bäuerlichen Lebens gepaart mit dem Ausdruck des Wunsches nach Frieden darf als eine Stellungnahme zum Bauernkrieg gewertet werden..
Anlass
Register Briefgedicht; Deutscher Bauernkrieg (1524-1526); Elegie; Hodoeporicum
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:JS
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 7.06.2020
Werksigle OCEp 1520
Zitation Camerarius an Unbekannt, 01.11.1526, bearbeitet von Jochen Schultheiß (07.06.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1520
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Elegiae ὁδοιπορικαί, 1541
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. A6v-A7v
Zweitdruck in Dornau, Amphitheatrum, 1619
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck S. 794-795
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Unbekannt
Datum 1526/11/01
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Datierung des Briefes: An. XXVI, Cal. Novem.
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? ja
Incipit Clara tenebrosae pelluntur sidera noctis
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Kurzbeschreibung Das Gedicht trägt den Titel "Ὁδοιπορική et encomium rusticae vitae" und umfasst 35 Distichen. Auf dem Titelblatt zum Druck wird der Alternativtitel "Dyringiaca et Encomium vitae rusticae" angegeben. Thematisch steht es der Bukolik nahe. Es gliedert sich in drei Abschnitte. Seine literarischen Modelle nennt Camerarius explizit: Properz, Ovid und Tibull. Die Welt der Elegiker wird hier jedoch zu einem Lob auf das Landleben ausgestaltet. Die von viel Sympathie getragene Darstellung des bäuerlichen Lebens gepaart mit dem Ausdruck des Wunsches nach Frieden darf als eine Stellungnahme zum Bauernkrieg gewertet werden..
Register Briefgedicht; Deutscher Bauernkrieg (1524-1526); Elegie; Hodoeporicum
Datumsstempel 7.06.2020


Regest

Das Gedicht trägt den Titel "Ὁδοιπορική et encomium rusticae vitae" und umfasst 35 elegische Distichen. Auf dem Titelblatt zum Druck wird der Alternativtitel "Dyringiaca et Encomium vitae rusticae" angegeben.
Das Gedicht beginnt mit der Beschreibung einer Morgenstimmung in ländlicher Idylle (vv. 1-8). Der Sprecher fragt, warum er aus einer solchen Heimat flieht, und beschreibt seinen Weg vom Zusammenfluss von Main und Regnitz (Bamberg) durch den Hercynischen Wald an die Saale und über Thüringen und Merseburg nach Sachsen über die Elbe (vv. 9-22). Unter expliziter Bezugnahme auf Properz, Ovid und Tibull erfolgt eine Verfluchung des Menschen, der zuerst eine Reise ins Ausland unternommen hat (vv. 23-26). Hiermit beginnt in Form einer insbesondere aus der elegischen Tradition bekannten Priamel die Ablehnung unterschiedlicher Lebensformen, die der Sprecher zurückweist (vv. 23-46). Gegenüber materialistischen Bestrebungen wird das zurückgezogene, enthaltsame und moralisch integre Landleben in Frieden gelobt (vv. 47-66). Der Sprecher endet mit dem Wunsch, nach dieser Lebensart am Main in Franken leben zu können (vv. 67-70).
Der Adressat könnte wie bei dem vorausgehenden Briefgedicht Philipp Melanchthon sein. Die Edition des Melanchthon-Briefwechsels hat dieses Gedicht im Gegensatz zu dem explizit adressierten jedoch nicht aufgenommen.

(Jochen Schultheiß)

Anmerkungen

Thematisch steht es der Bukolik nahe. Seine literarischen Modelle nennt Camerarius explizit: Properz, Ovid und Tibull. Die Welt der Elegiker wird hier jedoch durch ein ländliches Idyll ersetzt ("bürgerlich" nach Wiegand 1984, S. 121). Wiegand weist auf die in das Gedicht eingebrachte Kritik an der brutalen Niederschlagung des Bauernkrieges hin (vgl. Wiegand 1984, S. 121 zu et suppressa suo tempore iura gemit als "Kommentar zum Bauernkrieg aus der Sicht des Bauern"; ferner mit Verweis auf die Beobachtung zu Camerarius' Eklogen bei Schäfer 1978, S. 121; zum Bauernkrieg in den Eklogen vgl. ferner Hamm 2001, S. 263-267). Zur Gliederung vgl. auch Wiegand 1984, S. 120

Überlieferung

Obwohl das Gedicht auf 1526 datiert ist, erschien es erst 1541.

Forschungsliteratur

  • Hamm 2001
  • Mundt 2004, S. 200-203 (Textausgabe und Edition); S. 302 (Kommentar)
  • Schäfer 1978
  • Schnur, Harry (Hg.): Lateinische Gedichte deutscher Humanisten, 2. Aufl., Stuttgart 1978, S. 26-31
  • Wiegand 1984, S. 120f. (hier auch zum Aufbau des Gedichts)