Chyträus an Camerarius, 13.01.1571

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Chyträus an Camerarius, 21.12.156821 Dezember 1568 JL
 Briefdatum
Chyträus an Camerarius, 1572 (?)1572 JL
Werksigle OCEp 1533
Zitation Chyträus an Camerarius, 13.01.1571, bearbeitet von Moritz Stock (03.05.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1533
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Chyträus, Epistolae, 1614
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 0445-0448
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender David Chyträus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 13.01.1571
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum im Druck: Datum Idibus Ianuarii Anno 1571
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein;Griechisch
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Epistola tua senili gravitate & sapientia
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Kirchenordnung
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage nein
Bearbeiter Benutzer:MS
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 3.05.2020
Werksigle OCEp 1533
Zitation Chyträus an Camerarius, 13.01.1571, bearbeitet von Moritz Stock (03.05.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1533
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Chyträus, Epistolae, 1614
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 0445-0448
Fremdbrief? nein
Absender David Chyträus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 13.01.1571
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum im Druck: Datum Idibus Ianuarii Anno 1571
Sprache Latein;Griechisch
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Epistola tua senili gravitate & sapientia
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Kirchenordnung
Datumsstempel 3.05.2020


Regest

Camerarius‘ Brief vom 17.09. sei ihm am 04.12. von Camerarius‘ Mitbürger (a cive vestro, unbekannt) gebracht worden. Er rechne mit Nachsicht für die späte Antwort.

Was Camerarius über Bassewitz (unbekannt, Basbicius, s. Anm.) schrieb, hoffe auch dessen Vater (unbekannt, Bruder von Joachim von Bassewitz?) und wünsche sich Chyträus. Bassewitz' Verwandter (gentilis) Joachim von Bassewitz jedenfalls zeichne sich durch Begabung, Tugend und Fertigkeit im Lateinischen aus.

Bezüglich der Dinge in Ungarn (Kirchenordnung für Österreich) versichert Chyträus, dass die Fürsten, mit denen er Umgang hatte, überall das Kirchenpatronat (ius patronatus in templis) hätten und man sich, sofern es die Päpstlichen zuließen, meist in den gewohnten Kirchen versammele. Da man in Wien keine öffentliche Kirche habe, versammle man sich in Privaträumen. Beschreibung des dortigen Ritus. Er habe in Spitz an der Donau (Spirae) bei (Leonhard von) Kirchberg (Anm.) gewohnt. Beschreibung der Lehre, des Ritus und des örtlichen Predigers, der aus Torgau stamme.

Obwohl es beunruhigende Nachrichten über Vertreibungen von Predigern aus Oberdeutschland gebe, erinnere Chyträus an das, was er selbst gesehen habe. Er habe jüngst Briefe aus diesen Gebieten erhalten, die mit (seiner) Erzählung übereinstimmen und zeigten, dass sich zwei (österreichische) Stände bemühten, einen geeigneten inspector suarum ecclesiarum zu finden. Bitte um Leitung und Hilfe Jesu.

Freude über Camerarius‘ Billigung seiner Absichten und Bemühungen (hinsichtlich der Kirchenordnung in Österreich) im letzten Brief. Chyträus sei in seiner Ansicht immer mehr bestärkt, auch wenn sie einem Spruch Gregors von Nazianz widerspreche. Es sei nützlicher bei der einfachen Lehre und den Schriften Luthers und Melanchthons, insbesondere den "Loci communes", zu bleiben und nicht ständig Neues einzuführen. Basilius der Große schreibe, man solle in der Kirche Überflüssiges verschweigen, den tradierten Glauben halten und keine Anstrengung auf das Verschwiegene verschwenden (Homilie über die heilige Geburt Christi, 2.6; Patrologia Graeca 31, 1459f.). Chyträus wünsche sich Dogmen auf Grundlage der "Loci" Melanchthons und ein Ende des Disputierens. Daher habe er immer wieder die "Loci" aufgegriffen und fahre auch jetzt fort, zu zitieren und nicht (selbst) zu sprechen und zu schreiben. Ob das derart harten öffentlichen Tadel verdiene, möge Gott entscheiden.

Gebet für den Greis Camerarius (nach Hom. Il. 3,110). Gott möge ihn schützen.

(Moritz Stock)

Anmerkungen

  • „Bassewitz“ (Basbicius): In Rostock immatrikulierten sich im SS 1564 Viktor Bassewitz (Matrikel) und im WS 1568 Ludolf Bassewitz (Matrikel). Vermutlich wechselte einer von diesen zu Camerarius nach Leipzig. Ausgeschlossen werden kann Joachim von Bassewitz, der sich in Rostock im WS 1558 immatrikuliert hatte (Matrikel), da er im Brief als gentilis des fraglichen Bassewitz bezeichnet wird.
  • „Er war untergebracht in Spitz an der Donau bei (Leonhard von) Kirchberg“ (Spirae quae elegans oppidum familiae Kirchbergiae ad Danubii ripam, tredecim supra Viennam miliaribus est… hospitium in aedib(us) Kirchbergeri habui.): Vgl. Lisch 1869, S. 78: „Er wählte Spitz an der Donau, nicht weit oberhalb von Krems, wo er bei dem Edlen Leonhard von Kirchberg gastliche Aufnahme fand.“ Die Stadt liegt gut 70km Luftlinie westlich von Wien.